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Wildgate: Im Koop-Shooter gehören Raumschlachten und Entermanöver zur Tagesordnung
Vier Jahre nach dem Abgang von Blizzard-Legende Mike Morhaime zeigt sein neues Unternehmen Dreamhaven endlich, woran sie all die Zeit gearbeitet haben: Wildgate ist ein Koop-Shooter, in dem ihr als Weltraumpiraten-Crew auf Beutezug geht und gegnerische Schiffe entert.
Das Debütspiel von Moonshot Games erinnert an eine wilde Mischung aus Sea of Thieves und Hunt: Showdown, nur mit deutlich mehr Weltraumschrott. Wir konnten es bereits spielen – und kamen dabei schneller ins Schwitzen, als uns lieb war.
Was ist Wildgate?
Hinter Wildgate steckt das Studio Moonshot Games, gegründet von ehemaligen Blizzard-Entwicklern, die unter anderem an Spielen wie Hearthstone, StarCraft 2 oder Heroes of the Storm gearbeitet haben. Gemeinsam mit dem von Mike Morhaime gegründeten Publisher Dreamhaven verfolgen sie eine klare Vision: Spiele schaffen, die durch starke soziale Dynamik und emergentes Gameplay
lebendig wirken – und genau das merkt man Wildgate von der ersten Sekunde an.
Das Spielprinzip lässt sich am ehesten als Koop-Extraction-Shooter im Weltall beschreiben: In einem Team aus vier Prospectors – so heißen die spielbaren Charaktere – steigt ihr in ein kleines Raumschiff und erkundet die Typhon Reach, eine gefährliche, prozedural generierte Zone voller Schätze, Wracks und rivalisierender Crews. Euer Ziel lautet, das legendäre Artefakt
finden, es sichern und lebend zum Extraktionspunkt zu bringen. Alternativ könnt ihr auch alle anderen Teams eliminieren und so den Sieg erzwingen.
Jede Runde ist dabei ein Wettlauf gegen andere Spieler: Ihr dockt an verlassenen Raumstationen an, kämpft gegen feindliche NPCs, lootet Upgrades und baut damit euer Schiff aus, um im Kampf gegen andere Crews die Oberhand zu gewinnen. Dabei bleibt ihr nie im Schiff hocken – viele der Aktivitäten finden zu Fuß statt, denn per Jetpack und Enterhaken könnt ihr jederzeit das Schiff verlassen.
Wie der Gameplay Loop funktioniert, erklären euch die Entwickler auch noch einmal im Deep Dive:
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Wilkdgate erklärt euch im Video, wie spannend sich eine Partie im Weltraumpiratenspiel gestaltet
Was auf dem Papier nach klarer Zielstruktur klingt, entpuppt sich im Spiel als herrlich unvorhersehbarer Mix aus Taktik und Improvisation. Denn sobald ein anderes Team ebenfalls das Artefakt gefunden hat oder sich in eure Nähe wagt, wird es ungemütlich. Und dann heißt es oft, schnell einen Plan B aus dem Ärmel zu schütteln.
So spielt sich eine Runde Wildgate wirklich
Unsere erste Runde Wildgate beginnt überraschend ruhig – aber keineswegs langweilig. Bevor überhaupt an Feuergefechte oder Raubzüge zu denken ist, heißt es erstmal: Ressourcen sichern. Denn ohne Eis und Treibstoff kommt man in der Typhon Reach nicht weit. Mit dem Jetpack verlassen wir unser Schiff, schweben durch ein Trümmerfeld im All und stoßen schließlich auf schimmernde Brocken, die wir mit einem Spezialwerkzeug abbauen müssen. Daraus lassen sich zwei Ressourcen ernten: Eis brauchen wir später, um unser Schiff zu reparieren, Treibstoff versorgt den Boost – der bei Gefechten oder der Flucht aus brenzligen Situationen zum Lebensretter werden kann.
Zurück auf dem Schiff geht’s weiter zum nächsten Ziel: einem der vielen sogenannten Points of Interest. Diese Orte – mal eine verlassene Raumstation, mal eine klaustrophobische Höhle in einem Asteroiden – sind so etwas wie Mini-Dungeons mitten im All. Die Karte ist prozedural aufgebaut, jede Partie wirft euch in eine neue Umgebung mit anderer Verteilung von Loot-Spots und Gefahren. Das sorgt im besten Sinne für ständige Orientierungslosigkeit: Ihr wisst nie genau, was hinter dem nächsten Trümmerfeld lauert – oder wer. Zum Glück könnt ihr kleine Aufklärungsdrohnen steuern
In unserem Fall lauern in der Station feindliche NPCs, die zwar nicht sonderlich clever, aber in der Masse durchaus gefährlich sind. Nach dem Gefecht öffnen wir eine schwer gesicherte Lootkammer und werden mit Schiffs-Upgrades und anderen nützlichen Tools belohnt – etwa bessere Geschütztürme, Alarmanlagen oder andere Module, die den Unterschied machen können. Alles wird direkt vor Ort ins eigene Schiff integriert, am besten da, wo potenzielle Eindringlinge unser Zeug nicht direkt mitgehen lassen können.
Bis dahin verläuft unsere Mission fast schon zu glatt. Doch Wildgate wäre kein Extraction-Shooter, wenn das lange so bliebe. Schon beim Verlassen der Station bemerken wir ein anderes Schiff – der erste echte Feindkontakt.
Ein Kampf entbrennt. Während zwei Teammitglieder sich an die Bordkanonen setzen und mit dem feindlichen Schiff in eine heftige Raumschlacht ausfechten, gehen wir zu zweit zum Gegenangriff über: Wir entern das feindliche Schiff per Jetpack, kämpfen uns durch die Besatzung und per Knopfdruck überhitzen wir den Reaktor. Fast hätte es gereicht, das Schiff zu zerstören. Doch im letzten Moment entkommen die Überlebenden und verschwinden im Trümmerfeld.
Wir nutzen die Ruhephase, um unser eigenes Schiff zu reparieren und weitere Ressourcen zu sammeln. Doch dann ertönt eine Systemwarnung: Eine andere Crew hat das Artefakt gefunden – das Objekt, um das sich alles dreht – und ist auf dem Weg zum Sprungtor, dem titelgebenden Wildgate. Wenn sie es erreichen, endet die Partie und wir haben verloren.
Also starten wir die Verfolgung. Wir orten das Zielschiff, greifen an – und dann passiert’s: Das Schiff, das wir zuvor fast zerstört hatten, taucht wieder auf. Statt sich mit uns zu verbünden, um das Spiel noch zu retten, beschließen sie offenbar, sich an uns zu rächen. Der taktisch klügere Schritt wäre gewesen, das Artefakt-Team gemeinsam auszuschalten. Doch sie entscheiden sich fürs Prinzip – und ermöglichen damit dem Gegner den Sieg.
So frustrierend das klingt: Genau solche unvorhersehbaren, von echten Spielern getriebenen Wendungen machen den Reiz von Wildgate aus. Es ist nicht immer fair, nicht immer kalkulierbar – aber dafür umso spannender.
Was uns gefällt – und was noch nicht ganz zündet
Schon nach ein paar Runden wird klar: Wildgate ist kein typischer Koop-Shooter. Es lebt nicht von perfekt einstudierten Abläufen, sondern von den Momenten dazwischen – wenn ein Plan schiefgeht, jemand spontan improvisiert oder das ganze Team plötzlich umdenken muss. Diese emergenten
Situationen, wie die Entwickler es nennen, sind die größte Stärke des Spiels. Jede Partie erzählt ihre eigene Geschichte, und selten läuft etwas wie geplant – im besten Sinne.
Niemand ist gezwungen, eine bestimmte Aufgabe zu übernehmen, aber es entsteht automatisch eine gewisse Arbeitsteilung. Mal fliegt ihr das Schiff, mal verteidigt ihr vor Eindringlingen, mal schwebt ihr mit gezückter Waffe durchs All auf dem Weg zur feindlichen Schleuse. Dass all das nahtlos ineinander übergeht, sorgt für einen angenehmen Flow.
Besonders stark ist auch das Szenario. Die Kombination aus prozedural generierter Karte, selbst gesteckten Spielstilen, PvE-Mob-Kämpfen und dem ständigen PvP-Risiko macht jede Runde spannend. Die Umgebung sieht nicht nur gut aus, sondern lädt auch spielerisch zum Erkunden und Ausprobieren ein – inklusive optionaler Ziele wie Ressourcenabbau oder das Aufspüren seltener Looträume.
Allerdings gibt es auch Punkte, an denen Wildgate noch nachschärfen sollte. Am deutlichsten spürbar ist das bei den Waffen der Prospectors. Die Schusswaffen wirken aktuell etwas kraftlos – es fehlt das Trefferfeedback, das in einem Shooter enorm wichtig ist. Zwar versichert das Entwicklerteam, dass später freischaltbare Waffen mehr Punch hätten, doch idealerweise sollte schon das Grundarsenal überzeugen. Denn gerade in den frühen Spielstunden entscheidet das Gunplay oft darüber, ob der Funke überspringt.
Auch das Balancing zwischen den Spielstilen – etwa reines Looten vs. aggressives Kämpfen – lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch schwer einschätzen. Manche Teams agieren clever und defensiv, andere stürzen sich in jedes Gefecht. Ob alle Taktiken langfristig gleichwertig sind, lässt sich nach knapp drei Stunden Spielzeit noch nicht beurteilen.
Bald könnt ihr selbst ins All starten
Allzu lange müsst ihr nicht mehr warten, um euch selbst ein Bild von Wildgate zu machen. Die erste Community-Preview findet vom 10. bis 14. April 2025 statt. Wer mitspielen will, kann sich auf der offiziellen Website playwildgate.com anmelden.
Der vollständige Release ist für 2025 auf Steam, PlayStation 5 und Xbox Series X|S geplant. Laut den Entwicklern soll Wildgate kein Free2Play-Titel werden, ein genauer Preis steht aktuell aber noch nicht fest. Alle spielerisch wichtigen Gameplay-Inhalte wie neue Waffen, Ausrüstungen und Prospectors können im Spiel durch das Verdienen von Erfahrung freigeschaltet werden.
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