Videospieler gibt 3.500 € durch Mikrotransaktionen aus, Mutter scheitert an der Rückerstattung

Ein junger Mann mit geistiger Einschränkung hat sein gesamtes Erspartes in Mikrotranaktionen gesteckt. Die Mutter scheitert am Entwickler-Support.

von Robin Rüther,
16.07.2019 15:00 Uhr

In Hidden Artifacts sucht ihr Gegenstände und löst Rätsel. Die in-App-Käufe haben einen Spieler 3.500 Euro gekostet.In Hidden Artifacts sucht ihr Gegenstände und löst Rätsel. Die in-App-Käufe haben einen Spieler 3.500 Euro gekostet.

Mikrotransaktionen stehen regelmäßig in der Kritik. Besonders ärgerlich wird es, wenn die Eltern gar nicht merken, dass ihre Kinder Geld für In-Game-Käufe ausgeben. Wir berichteten etwa über zwei Kinder, die in Fortnite fast 500 Euro für Skins ausgegeben haben. Eines der Kinder war gerade einmal fünf Jahre alt.

Jetzt ist ein neuer Fall aufgetreten, in dem es um die siebenfache Summe geht: Eine Mutter namens Susie Breare hat bei BBC berichtet, dass ihr 22 Jahre alter Sohn rund 3.500 Euro in ein Wimmelbildspiel namens Hidden Artifacts investiert hat.

Dabei erklärt sie, dass ihr Sohn geistig eingeschränkt sei, seine kognitiven Fähigkeiten entsprechen in etwa denen eines Siebenjährigen. Er ist außerdem durch Cerebralparese - einer Krankheit, die das Nervensystem und die Muskulatur betrifft - körperlich eingeschränkt. Darum spielt er gerne mit seinem iPad und seiner Playstation. Was Breare jedoch zu spät aufgefallen ist: Im Zeitraum vom 18. Februar bis zum 30. Mai hat ihr Sohn sein gesamtes Erspartes in der App verspielt.

Hat die Mutter einen Anspruch auf Erstattung?

Grundsätzlich existiert kein allgemeiner Anspruch auf Erstattung bei Mikrotransaktionen. Ob die Ingame-Käufe erstattet werden oder nicht, hängt von den einzelnen Shops ab. Breares Sohn hat die App über den Apple Store heruntergeladen. Der bietet zwar ein 14-tägiges Rückgaberecht an, doch da sich die Käufe über mehrere Monate gestreckt haben, greift diese Regelung nicht.

Die Mutter wendete sich danach an den Entwickler Blastworks, der ihr allerdings nicht geantwortet hat:

"Ich habe mehrere Male angerufen und Mails verschickt, aber keine Antwort bekommen. Es ist extrem erschütternd, dass verwundbare Menschen, wie mein Sohn, Opfer von etwas werden, das eigentlich ein pädagogisches Spiel sein sollte. Ich habe unermüdlich versucht, sein Erspartes wieder einzuholen, bin dabei aber immer nur gegen Wände gelaufen."

Es sieht also danach aus, als müssten Mutter und Sohn auf den Kosten sitzen bleiben. Dabei handelt es sich allerdings keineswegs um einen Einzelfall: Im Bericht von BBC findet ihr noch einige andere Geschichten von Eltern, deren Kinder hunderte Euro in Mikrotransaktionen gesteckt haben.

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