50% aufs erste Jahr – nur für kurze Zeit!

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Ehemaliger Chefentwickler von Assassin's Creed ist sich sicher: Gigantische AAA-Studios sind nicht unsere Gaming-Zukunft

Ubisoft entwickelt seine Spiele mit großen Teams im klassischen AAA-Stil. Trotzdem ist sich der ehemalige Assassin's Creed-Chefentwickler Alexandre Amancio sicher: Die Zukunft liegt bei kleineren Projekten und Teams.

Alexandre Amancio arbeite als Creative Director bei Ubisoft unter anderem an Assassins Creed: Revelations und Assassins Creed: Unity. Alexandre Amancio arbeite als Creative Director bei Ubisoft unter anderem an Assassin's Creed: Revelations und Assassin's Creed: Unity.

Wenn wir auf das Spielejahr 2025 zurückblicken, könnte man zu der Ansicht gelangen, dass die klassische AAA-Spieleentwicklung nicht mehr unbedingt auch zum gigantischen Publikumserfolg gereicht. Diese Schlussfolgerung bietet sich zumindest bei einem Blick auf die Spiele des Jahres an.

Denn sowohl bei Steam als auch bei den Game Awards räumten hier mit Silksong und Clair Obscur: Expedition 33 Spiele den GotY-Award ab, die nicht klassisch von großen Studios mit riesigen Teams entwickelt wurden, sondern eher aus dem überschaubaren AA-Segment stammen.

Und genau in diesem Segment liegt laut einem ehemaligen Assassin's Creed-Chefentwickler auch die Zukunft der Branche. Denn große Studios seien gar nicht unbedingt effizienter bei der Arbeit, hätten dafür aber viel mehr Verwaltungsaufwand.

Im Interview mit der Business-Webseite GamesIndustry.biz sprach der ehemalige Ubisoft-Entwickler Alexandre Amancio über seine Zeit bei dem französischen Publisher und was er daraus für die Zukunft gelernt habe. Amancio war bei Ubisoft unter anderem als Creative Director für Assassin's Creed: Revelations und Assassin's Creed: Unity tätig und ist mittlerweile Chef des portugiesischen Indie-Studios Ellipsis.

Mehr Leute, mehr Probleme

Seiner Ansicht nach helfe es nicht, bei der Spieleentwicklung einfach mehr Entwickler an ein Projekt zu setzen. Denn auch große Studios würden es damit nicht schaffen, Probleme schneller zu lösen. Stattdessen stünden sich die Leute gegenseitig im Weg:

Es gibt diese Annahme, die besagt, dass immer dann, wenn Menschen an etwas arbeiten, das mehr als hundert Personen umfasst, sich die Dynamik komplett verändert. Sobald man diese magische Grenze überschreitet, explodiert das Verhältnis zwischen Management und den am Spiel beteiligten Mitarbeitern. Man bekommt eine sehr managementlastige Struktur: Man braucht Leute, die die Koordinatoren koordinieren.

Viele AAA-Studios machen den Fehler, zu glauben, dass man ein Problem lösen kann, indem man einfach mehr Leute darauf ansetzt. Aber wenn man mehr Leute zu einem Problem hinzufügt, stagnieren die Leute, die bereits effizient daran gearbeitet haben. Das erzeugt nur eine Menge variabler Störgeräusche. Ich glaube daher, dass die Zukunft in kleineren Teams liegt.

Unter anderem durch diese Viel-hilft-viel-Mentalität sei es in den vergangenen Jahren zu einem ungesunden und übermäßigen Wachstum bei den AAA-Studios gekommen. Die Folgen davon würden sich nun in den jüngsten Entlassungswellen und Studioschließungen zeigen.

Video starten 2:21:09 Die AAA-Riesen sind entzaubert - Unsere Abrechnung mit 2025

Von der Filmbranche lernen?

Amancio persönlich findet, die Spieleindustrie solle sich ein Beispiel an der Filmbranche nehmen, in der für jeden Film neue Kernteams zusammengestellt werden. Diese bestehen dann nur vorübergehend, bis der Film fertig ist, und würden dann wieder aufgelöst.

Die Gaming-Branche unterscheide sich laut Amancio jedoch insofern von der Filmindustrie, dass sich Projekte im Laufe der Zeit ändern und weiterentwickeln, während man in der Filmindustrie in den meisten Fällen mit einem festen Drehbuch arbeiten würde.

Seit ihren Anfängen hat sich die Gaming-Branche meiner Meinung nach als Teil der Softwareindustrie verstanden, aber sie ist eine Art seltsame Mischform. Ich denke, die Zukunft liegt darin, von der Filmindustrie zu lernen, wo es Kernteams gibt, die je nach Bedarf durch Outsourcing oder Co-Entwicklung ergänzt werden. Man bekommt die richtige Crew für das richtige Projekt zur richtigen Zeit.

Solche Projektteams samt Outsourcing würden jedoch eine große Unsicherheit bei den einzelnen Entwicklern hervorrufen, da diese bei Studios keine langfristige Anstellungsperspektive mehr hätten.

Schon heute werden viele Stellen in der Spielebranche nur projektbasiert für ein bestimmtes Spiel vergeben. Ist der betreffende Titel fertig entwickelt, werden die projektbasiert angestellten Mitarbeiter entlassen. Scheint also, als würde die Games-Branche auch in Zukunft ein unsicheres Pflaster bleiben.

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