„Dat sieht aus wie Disney’s Große Pause jetzt.“

Troy setzt vielversprechend die Segel Richtung Troja, um dann leider am faden Nordseestrand zu landen, statt an der angepeilten trojanischen Küste.

von hengist89 am: 26.08.2020

Das Eingangs erwähnte Zitat stammt von einem engen Freund und Total War (TW) -Gefährten, zu meinem Ärgernis, am Tag der Veröffentlichung zu Creative Assemblys (CA) neuem Titel. Zu meinem Ärgernis stimme ich ihm, nach einer kompletten Odysseus-Kampagne auf Stufe Schwer leider eher zu.

 

Wir Konsumenten scheinen uns gern einlullen zu lassen. Saß ich noch begeistert im Kino zu der neuen Star Wars Trilogie, blicke ich zwei Jahre später beschämt und wütend zurück: Wie konnte mir das seichte und hohle aber gut aussehende und für den Moment unterhaltende Fanprojekt jemals gefallen? Ähnlich geht es mir nun irgendwie mit Troy und ich denke mir: Fantastisch geil! Endlich ein antik-griechisches Szenario, dem wirklich viel Herzblut einfloss. Nicht so war das bei dem Wrath of Sparta-DLC für Rome 2. Was hätte dieser DLC mit dem Inhaltsreichtum von Troy und dem Politiksystem von Three Kingdoms werden können? Vielleicht das beste Total War aller Zeiten. 

 

So sitze ich also vor Troy, bin begeistert von Fauna und Flora der Kampagnenkarte, dem Tag-Nacht-Wechsel, den neuen Fraktionen, dem Kultsystem, dem Ressourcensystem und dem Wellness-Spa-mäßigen Soundtrack. Einfach Klasse. Ich bin sehr angetan von dem Neuen und fühle mich ein wenig in die Welt hineingezogen. Aber irgendwas stimmt doch hier nicht, denke ich nach kurzer Zeit. Wo sind die schönen Städte, die wir aus Rome 2 kennen? Alle weg? Gerade Ithaka, Mykene, Sparta, ja all diese bekannten und teils mythischen Städte hätten es verdient bekommen, ein jeweils individuell gestalteter Augenschmaus für Spieler zu sein. Nix da, sieht alles gleich aus. Gut, wirklich stark unterschieden sich Städte in Rome 2 oder Attila auch nicht. Hier sehe ich aber die gebauten Gebäude und Viertel. Viele Details wie Aquädukte und einzigartige Wunderbauten sind ebenfalls zu sehen. Hier wäre Möglichkeit für Immersion gewesen. Endlich habe ich dann auch mal Troja entdeckt und sehe dasselbe Stadtmodell. Lahm. Nicht schade, sondern traurig und fast schon fies ist das, bedenkt man was uns die Serie bereits geboten hat und wie sehr die Entwickler mit ihrer künstlerischen Interpretation der Ilias und ihrer Stilsicherheit Balsam auf unsere Augen schmierten - das bekamen wir durch Blogs und Artikel dauernd mit. 

Auch bekamen wir die Sorgfalt von der Recherche historischer Faktizität und Fiktionalität durch die Entwickler erzählt. Auf CA’s Webseite gibt es sogar Links zu seriösen Artikeln, die über Archäologie, Forschung und Rezeption zur frühen Bronzezeit und zur Ilias aufklären, mit vielen Fußnoten und gar Quellenangaben. So etwas kennt man nicht mal aus dem Schulunterricht. Die Zeichen für einen historischen Volltreffer stehen also gut! Und dann erblicke ich einen Zyklopen und einen Minotauros, die so lächerlich unecht aussehen, dass ich fragen muss, was der Quark soll? Zentauren sind also angeblich Dothraki-Reiter gewesen und Harpyien haben sich auf dem Weg nach Köln verlaufen. „Wütende Narren nach geplatztem Karneval auf 180 in Richtung Troja“, könnte man das betiteln. Da hätte man gleich mythische Einheiten draus machen können. Die Gorgone etwa: Was für ein völliger Blödsinn ist das! Also ist es doch ein Fantasy-TW? Ne doch nicht, denn CA sagte klar, dass das für Fans historischer TW sei. Also was jetzt? Komisch muss ich sagen, denn das ganze Gerede über die Wahrheit hinter dem Mythos ist somit absurd. Und es wird teilweise noch dümmer und für Geschichtsfans sowie werdende Historiker wie mich noch schlimmer. Was die Ilias uns erzählt, hat es nicht gegeben, da gibt es in der neusten historischen Forschung keinen Zweifel. ABER: Das was der Ilias zu Grunde liegt, könnte durchaus der Krieg eines mächtigen, achäischen Königs und seiner Untertanen und Bündnispartner gegen eine stinkreiche „trojanische“ Küste gewesen sein. Diese samt der in ihr gelegenen Großstadt Troas zu plündern hätte kaum zu besserer Zeit kommen können, da sich ein riesiges Machtmonopol unter der Faust des mykenischen Königs zusammengebraut haben soll. Das kann so lange her gewesen sein, dass Homer es zu weiten Teilen frei ersonnen in ein episches Drama mit Göttern, mythischen Wesen und Heldenfiguren umdichten konnte, da lange niemand mehr lebte, der sich hätte erinnern können. Und somit, oh Zufall, gibt Homer allen zerstrittenen „griechischen“ Völkern und Städten seiner Zeit eine zusammenschweißende Erzählung über hellenische Eintracht. Erfolg im Krieg und die Gunst der Götter winkt all denen, die sich als Hellenen vereinen und gemeinsam das Werk der Götter ausführen. Das wäre die am ehesten zu vermutende Wahrheit hinter dem Mythos. Ein Krieg, wie er seit jeher schon immer und immer wieder stattfand; der Einzige aber, der wie ein Epos á la Der Herr der Ringe niedergeschrieben wurde, von einem Autor dessen Existenz selbst angezweifelt wird und falls, dann mindestens fünfhundert Jahre nach diesem Geschehen anzusetzen ist. Anstatt wenigstens laienhafte historische Aufklärungsarbeit zu liefern, macht CA es dumm wie Brot und sagt: Das war halt einfach so. Die Wahrheit hinter dem Mythos halt. Die Wahrheit ist, dass echte Geschichte bei Troy Pustekuchen ist und zwar auf ganzer Länge. Das sollte man wissen, wenn man in Richtung „Download“ scrollt. Wir haben hier ein Fantasy-TW vorliegen, das keines sein will oder soll.

 

Somit einen Blick auf die Kampagnenkarte bitte. Das Ausbauen von Städten ist seit jeher Teil der Spieleraktivität. Neben Diplomatie und Truppenbewegung eigentlich ein Drittel der Beschäftigungsmöglichkeiten. Deshalb sollte dem mehr Augenmerk geschenkt werden. Verfüge ich in meinen Landen über Ressourcen, kann ich diese durch den Ausbau verschiedenster Gebäude teils mächtig ankurbeln. Das geht dann eigentlich auch zu leicht, im Prinzip könnte man es ohne viel Diplomatie und Kriegshandlung weit bringen. Hier wäre eine Art Handelsnetz super gewesen, oder Bevölkerungen mit dringenden Wünschen nach mehr Ressourcen, etwa Wein, Öl, Keramik, Silber usw.; Luxus- oder Verbraucherressourcen halt, wie man das aus Civilization kennt. Wie wir es bereits in Empire/Napoleon und Shogun 2 ein bisschen hatten. Erst für das Mittel- sowie das Endspiel wird die Diplomatie dann doch wichtig, um an mehr Zasta zu kommen. Generell beginnt das Bausystem einiges an Motivation zu versprühen, doch zum Ende hin klammere ich dann doch so viele eroberte Städte aus und baue nicht weiter. Das Spiel lässt mich wieder einmal ganz leicht damit durchkommen, dass es mich einfach nicht juckt, ob in Halikarnassos nun dieses Gebäude steht, oder jener Tempel ausgebaut wird. Höchstens die Garnisonsgebäude sind von Bedeutung, um den stets einfallenden Erzfeinden Einhalt zu gebieten. Dann interessiert mich das hundertste Spezialgebäude auch nicht mehr, zumal diese auf der Kampagnenkarte nicht zu entdecken sind und somit rein visuell auch keine Rolle spielen. Baue ich nun zwei bis drei Tempel für Zeus komplett aus habe ich den Guten in der Tasche. Trotzdem ist er alle paar Runden aus heiterem Himmel so erzürnt über mich, dass er meine Städte kaputt macht. Okay. Die anderen Gottheiten juckt es ebenso wenig, dass ich mich ihnen nicht zuwende. Gerade bei höheren Schwierigkeitsgraden gäbe es hier eine Goldmine an Potenzial für Herausforderungen. Darüber hinaus sind die Streits der Götter ein sehr wichtiger Aspekt der Ilias, nur mal so nebenei. 

Gegen Endspiel hin traten dann wieder die serientypischen Ereignisse ein. Ich, der übermächtige, ithakaische Weltenbeherrscher werde alle paar Runden von winzig kleinen Fraktionen zum Krieg herausgefordert. Logisch, denn Könige in der Zeit fingen sicherlich gern aussichtslose Kampagnen an, die am Ende nur Tod und Verwüstung bringen konnten, anstatt sich dem gemeinsamen hellenischen Unterfangen anzuschließen oder davon zu profitieren. Der wachsende diplomatische Malus mit zunehmender Imperiumsgröße machte im feudalen Japan noch Sinn, da stolze Clanlords nur selten freiwillig ihre Knie beugten. Ähnlich verhält es sich mit den fürstlichen Höfen bei Empire. Dass Menelaos nun aber partout nicht meiner Konföderation ALLER GRIECHEN beitreten will, verstehe ich einfach nicht. Die Entwickler betonten stets die Nähe zur Ilias (Troy spielt darin mein Gott!) also denke ich natürlich, wie alle anderen auch, an das große achäische Heer, das die Segel in Richtung Troja setzt, zumal Menelaos derjenige ist, der dieses Unterfangen vom Zaun bricht um sich zu rächen. Hier geht mächtig viel Atmosphäre flöten, da CA seinem bisherigen Politikprinzip unbedingt treu bleibt. Ich schlage die KI sowieso haushoch, warum also nicht mit ganz Achäa unter meiner Kontrolle? Will Menelaos nicht mit seinem Bruder und den bekanntesten Königen der Ägäis seine Frau zurück holen und Troja brandschatzen? Nein, er will den südlichen Teil der heutigen Türkei plündern, niederreißen und erneut kolonisieren und sich mit Inselkönigreichen prügeln. Auch die sonst hilfreiche Ausrichtungsanzeige in den Verhandlungen sagt mir nur "Ausgangssituation -70", erklärt aber bei aller Erklärungsverliebtheit der neuen TW-Titel kein bisschen, was das heißen mag. Schade, dass hier der "Homerische Sieg" im Grunde genommen keiner ist. Er ist vielmehr der nicht konsequent durchgezogene Erzählungsversuch einer Geschichte. Da helfen auch die zeitlich unbefristeten epischen Heldenquests nicht weiter, die noch nicht einmal einige Textsequenzen spendiert bekamen. Wieso soll Odysseus nach Minoa? Und wieso soll ein Agent für den Kampagnensieg dann noch Stufe 27 erreichen? Nur wer die Ilias jetzt gerade durchgelesen hat, wird wissen wieso, weshalb und warum. Paris und Hektor von Troja zu überwinden hat das Spiel dann auch noch für mich abgehakt, weil beide Aeneas' Konföderation beigetreten sind. Das ist alles in allem immersionstechnisch für die Tonne. Ich fühle mich nicht in den trojanischen Krieg hineingezogen, sondern sitze halt vor einem Strategiespiel. Dabei wäre es doch so genial gewesen, zum einen den typischen Sandbox-TW-Sieg, gleichzeitig aber auch eine mehr gescriptete, storylastigere Version (die Ilias nämlich!!) zu spielen, die echte Herausforderungen bieten könnte. Da hin gehend zeigten eigentlich viele der Neuerungen, die Warhammer 1 und 2 und auch Three Kingdoms brachten. Das Beste sind dann noch die Fraktionen, die allerlei Pakte brechen, um sie dann wieder einzugehen, für horrende Tribute an mich natürlich. Dazu gehört auch immer wieder Sparta. Ja, richtig, Sparta. Die Erzfeind-Fraktion muss ich ich nur kurz erwähnen, die hat sich dümmer angestellt als jegliche bisherige Herausforderung in TW-Spielen. Oftmals kann ich Handelsabkommen abschließen, die mir viel mehr einbringen, als der Fraktion X (will Gold und Stein, Nahrung im Überfluss) das benötigte im Tausch für Nahrung anzubieten. Das macht die Anzeige für Nachfrage und Angebot überflüssig.

 

In den Schlachten begegneten mir bisher noch keine Bugs, wie etwa fliegende Elefanten oder im Boden versinkende Soldaten, unsichtbare oder durch Gebäude schwebende Einheiten. Gelegentlich fallen jedoch die Soundeffekte aus. Das was ich sehe, so schockierend das auch klingt, ist ein unfertiges Produkt. Seit 16 Jahren treten die gleichen Probleme in der Serie auf, die schon aus dem ersten Rome bekannt sind. Der Mensch landete vor 51 Jahren auf dem Mond. CA will uns aber allen Ernstes verklickern, dass sie dieses doofe Stadttor nicht in den Griff bekommen? Immer noch und teils schlimmer als zuvor, wissen meine treuen Achäer unter dem Kommando des schlausten aller hellenischen Könige nicht, wie man Tore durchquert und die Stadt einnimmt. Auch geordnet um Kurven rennen ist nicht so deren Ding. Jedes verdammte mal, wenn ich Odysseus angreifen lasse und mich schon auf elbenähnliche Bogenkunst freue, stelle ich ernüchtert fest, dass der Ithakaer Vorzeigeschütze seine Beuteltasche fest im Griff hat, aber keiner Fliege was zu Leide tun will. Minotaurus und Zyklop wollen ums verrecken nicht mit voller Wucht in die Bresche rasen und Achilles ist wieder irgendwo durchgedreht und nicht ansprechbar, dabei sollte er doch weiter durch die feindlichen Linien preschen. 

Zurück zu dem Fantasy-Spiel das keines sein will oder soll. Sofern man nur einen blassen Schimmer von der Ilias hat, dann weiß man, dass die Göttinnen und Götter mit eigener Hand eingreifen. Hera vergiftet und vernebelt, Apollon verschießt brennende Pfeile, Athene selbst bekämpft die Trojaner und Zeus und Poseidon tun das ihre. So viel steht in den meisten Klappentexten oder „Blick ins Buch“-Previews auf Amazon, oder bei Wikipedia unter „Trojanischer Krieg“, oder es wird bei Netflix gestreamt. Wo sind diese Möglichkeiten im Spiel? Allem Anschein nach kann ich mit einer Gorgone eine halbe Stadtgarnison auslöschen, denn wir wissen ja alle, dass Vampire, Zombies und Hobbits wirklich existieren… Ich kann aber keine Giftschwaden der eifersüchtigen Hera auf dem Schlachtfeld aktivieren, oder das Donnerbombardement des Zeus bestaunen, oder Apollons gefürchtete Sonnenpfeile auf die Achäer herabregnen lassen, oder dessen Sonnenstrahlen den Feind blenden lassen, oder mit Aphrodites erotischem Liebesgedusel der feindlichen Armee die Lust am Kampf rauben. Was wäre hier drin gewesen? Eine ganze Menge! Und auch die Seeschlachten müssen erwähnt werden. Auf einer Karte, in der sich locker die Hälfte aller Truppenbewegungen zwischen Inseln, in Küstennähe und auf hoher See abwechseln ist es unerhört, keine Seeschlachten zu implementieren. Fast so ein Unding, wie der fehlende Multiplayer. Dabei wäre gerade das arcadige Gameplay  von Troy der vermutlich beste Weg, maritime Scharmützel den Spielern schmackhaft zu machen. Wenn Gorgone, warum dann nicht auch super schnelle Ramm-, genau schießende Ballisten-, Ölteppich-legende sowie reine Enterschiffe? Hier dann noch die Wellen des Poseidon zu erblicken wäre wirklich genial gewesen und eines TW würdig. Stattdessen rennen die Landeinheiten durcheinander durch, weil die Einheitenkollision nicht greift und immer wieder entstehen Zysten von ineinander verkeilten Truppen sodass diese sich nicht vom Fleck bewegen können. Davon abgesehen kommt der Look der kämpfenden Krieger bei weitem nicht an das ran, was seit Empire zu sehen war. Was wir jetzt begutachten können sieht einfach albern aus, auch wenn viele Einheitenmodelle noch so toll ausschauen. Also lieber nicht näher ran zoomen. Schade, denn dafür spielt man TW ja bekanntlich.

Ebenfalls 51 Jahre nach der Mondlandung gibt es angeblich keinen Weg eine schlaue KI zu entwickeln, sodass höhere Schwierigkeitsgrade nur per Debuffs des Spielers und unfaire Buffs des Computergegners zu erreichen sind. Das fühlt sich genauso lahm an wie in Rome 2 und danach. Im aller ersten Gefecht wurde ich tatsächlich noch zerstört, da ich mir das Terrain für die perfekte Falle zu Nutze gemacht hatte und die KI das durchschaute. Ich spielte die Schlacht dann direkt erneut (ja, das geht bei Schwierigkeitsstufe Schwer einfach) und sah, dass die KI stets das gleiche gemacht hat. Unterfordernd.

 

Zur Bewertung des Spiels muss ich natürlich anführen, dass ich Laie bin. Das ständige Arbeiten als Journalist der Gamestarredaktion, mit professionell erstellten und ständig reflektierten Bewertungskriterien für Videospiele ist nicht meine tägliche Arbeit. Des weiteren ist dies meine persönliche Meinung, wenngleich diese durch die im Artikel enthaltenen Argumente untermauert wird. Noch dazu kommt nun die Schwierigkeit vom Kontext, in den hinein das Spiel veröffentlicht wurde. Dazu gehören Vorwürfe der Community - etwa zur Verkaufspolitik der Entwickler. Und natürlich spielt die bisherige Unternehmensgeschichte, sprich alle bisherigen Titel eine Rolle. Eine Exklusivität Aufgrund zeitlich begrenzter Schenkung kann nicht gelten, denn Produkt ist Produkt und bezahlt wurde letztendlich, wenngleich der Deal zwischen CA und Epic unbekannt ist. An die Aktion anschließend wurde und wird verkauft. Genauso wenig können bisherige Titel ausgeklammert werden, weil Troy als Serienteil mit dem Namen der Marke und von denselben Produzenten erstellt und vermarktet wurde. „Unsere Wertung stuft die Qualität eines Spiels im Vergleich mit seinen direkten Konkurrenten ein (…)“ heißt es auf Seite zwei des Artikels Das neue Wertungssystem - So werten GameStar und GamePro der Gamestar Redaktion.

Spiele wie Civilization oder Crusader Kings 2 machen Städtebau, Forschung, Religion, Politik usw. viel besser. Die Konkurrenz bietet mehr Spieltiefe und Herausforderung. Im Vergleich mit eigenen Serienvertretern macht Troy vieles gut, aber leistet sich einige derbe Patzer. Vor allem ärgerlich ist daran, dass aus dem famosen Kampagnenteil von Three Kingdoms sowohl visuelle als auch gameplaytechnische Elemente nicht den Weg in die frühe Bronzezeit gefunden haben.

Was die Schlachten angeht ist ein Konkurrent außerhalb der TW-Serie nicht auffindbar. Zum Vergleich hält TW her und allein hierfür ließe sich eine ganze Podcastfolge aufwenden. Es ist schon sehr atmosphärisch, wenngleich nicht immer perfekt, was seit Empire existiert. Meine Güte, sehen die Schlachten in Empire, Napoleon, Shogun 2, Rome 2, Attila und Thrones gut aus. Da hinkt Warhammer nicht unbedingt hinterher, denn es ist von Grund auf so anders als alle TW-Titel und das ist entschuldbar. Für die zwei neuen „historischen“ Titel und dazu gehört Troy, gilt das aber nicht. Sowohl das Gameplay in den Schlachten, als auch deren visuelle Präsentation kann - und das hat Redakteur Fabiano Uslenghi in einem Artikel neuerdings gut herausgestellt - nicht mithalten. Vor allem dann nicht, wenn altbekannte Serienfehler selbst bei neuer Engine immer noch auftreten. Nicht ohne Grund scheinen viele Content Creator eher enttäuscht von Troy. Tante Günna nennt das Spiel ganz treffend unfertig. Pixelated Apollo beendet sogar seine Arbeit mit der Serie Total War gänzlich und der hat damit seinen Kanal erst und hauptsächlich aufgebaut.

Spaß kann man mit Troy natürlich haben, denn es bringt durchaus gute Ideen mit sich. Spaß geht aber auch mit Stronghold Crusader oder Star Wars Battlefront 1 oder, um bei der Serie zu bleiben, mit Medieval 2. Mir gefällt die Richtung des Kampagnengameplays schon, doch wer den Vorgänger gespielt hat, hat mehr und besser gespielt. Gleiches gilt für die Schlachten, deren Kampfhandlungen jetzt einfach nicht gut aussehen und darüber hinaus nichts neues liefern. Diese waren aber stets das Prachtstück der TW-Titel. Diseney’s Große Pause mag vielleicht für den Look von Troy zutreffen, nicht so sehr für das Spiel an sich. Wer atmosphärische Schlachten in der Antike erleben will, ist jedoch besser mit Rome 2 und dem Aufstieg der Republik-DLC sowie den vielen Mods für Attila beraten.

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Wertung
Pro und Kontra
  • Ausgesprochen gute Performance
  • Tolle Idee für das Setting
  • Sehr schöne Kampagnenkarte
  • Neues Ressourcensystem...
  • ...welches leider hinter seinem Potenzial zurückbleibt
  • Ein Eiertanz zwischen Realismus und Fantasy
  • Altbackene Kampfanimationen
  • Typische Total War Probleme in Politik und Schlacht
  • Keine Seeschlachten
  • Kein Multiplayer
  • Kein Blood & Gore
  • Total War- und Troja-Kampagne stehen sich eher im Weg
  • Es fühlt sich unter der Haube unfertig an

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

eher leicht

Bugs:

Nur sehr wenige

Spielzeit:

Mehr als 40, weniger als 100 Stunden



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