Wenn man sich einen neuen Fernseher kauft, schaut man meist nur aufs Datenblatt. Ebenfalls wichtig ist aber auch die Umgebung, in der der neue TV steht.
Licht, Raumgröße, Dachschrägen: Das alles hat Einfluss auf Klang und Bild. Als ich vor zehn Jahren mein aktuelles Wohnzimmer eingerichtet habe, war ich noch kein Tech-Redakteur und heute weiß ich, was ich damals besser vermieden hätte.
Erste Erkenntnis: Zuerst der TV, dann die Möbel
Letztes Jahr habe ich mir einen OLED-TV zugelegt und verrate gleich in der Überschrift des passenden Artikels dazu, dass ich einen Fehler begangen habe:
Um welchen Fehler es geht: Ich habe meinen Fernseher in eine Nische gestellt, wie so viele Menschen es hierzulande tun (was mich zu einem eigenen Artikel bewogen hat).
Unter obigem Link erzähle ich euch vom häufigsten Wohnzimmer Deutschlands, also das Wohnzimmer, dass die meisten Merkmale deutscher Wohnzimmer in sich vereint.
Und da gibt es immer die TV-Nische.
Viele von uns besitzen Schrankwände, die eine Aussparung für den Fernseher haben. Je nach Alter und Aufbau passen da nur kleine Geräte hinein, da Fernseher früher einfach kleiner waren. Etwa bei meiner Schwiegermutter, die so lange auf 40-Zoll-TVs gucken muss, wie sie ihre Schrankwand nicht rausschmeißt.
Darum sind TV-Nischen in Schrankwänden meiner Meinung nach so fehl am Platze:
- Man limitiert sich auf eine TV-Größe.
- Teile verschieben ist entweder nicht möglich oder mit viel Aufwand verbunden
- Der Ton klingt furchtbar, weil er oft reflektiert (was das bedeutet, erkläre ich in diesem Artikel)
Mein Fehler ist sogar noch schlimmer: Mein TV besitzt Ambilight und auch, wenn es immer noch toll aussieht, wird der Effekt durch dicht stehende Möbel beschränkt.
Meine Wohnzimmer-Möblierung ist modular aufgebaut. Sprich: Ich kann einzelne Teile verschieben – aber eben auch nicht unendlich weit.
Dass zwischen dem Element, auf dem der TV steht, und den beiden Teilen des Schrankes links und rechts davon Lücken klaffen, ist schon ein Kompromiss (sowohl mit der Optik als auch meiner Frau).
Wie ich es drehe und wende: Eine dedizierte Aussparung für den Fernseher hat für mich nur Nachteile.
So werde ich es in Zukunft machen: Anstatt zuerst die Möbel zu kaufen respektive aufzustellen, werde ich diese um den Fernseher »herumbauen« und Luft nach oben lassen. Das garantiert mir, dass ich auch in einigen Jahren einen größeren TV kaufen kann, ohne mir ein Bein auszureißen.
Mit weniger Stauraum ist auch weniger Platz für Dinge da, die ich womöglich ohnehin nicht brauche. Und mich zu verkleinern, hat mir im Laufe der Zeit einiges an Geld eingebracht. Ganz davon abgesehen werden TVs tendenziell größer als kleiner und ein größerer Fernseher ist ein Gewinn für mich.
Ach ja, und beim Klang kann ich dann auch noch etwas deichseln.
Zweite Erkenntnis: Zuerst die Lautsprecher, dann die Möbel
Schon mal versucht, Aktiv-Lautsprecher in ein fertig möbliertes Wohnzimmer zu integrieren? Wenn es überhaupt möglich ist, dann nur mit viel Aufwand oder Kompromissen.
Bevor ich also weitere Möbel plane, kommen zuerst TV und das Soundsystem, sodass ich Schränke und Regale drumherum platzieren kann. Je nachdem, mit welcher Art von System ich plane, sieht das anders aus.
- Stereo: Die Lautsprecher stehen versetzt neben dem Fernseher und erst dann kommen Schränke und Regale.
- 3.1.: Der Center-Speaker braucht freilich unter dem TV Platz, was ein dediziertes Möbelstück verlangt.
- 5.1: Der Subwoofer benötigt ebenfalls Platz; hinzu kommen Dipole, also Wand- oder Regallautsprecher, die platziert werden müssen.
- 7.1.: Satelliten-Lautsprecher kommen hinter die Couch, die je nach Größe und Befestigung mehr oder weniger Raum benötigen. Heißt: Womöglich darf das Sofa nicht direkt an der Wand stehen.
Eine ausführliche Beschreibung, wie ihr Lautsprecher am besten aufstellen könnt, findet ihr übrigens unter anderem im Blog von Lautsprecher-Hersteller Teufel.
Da ich in einem Mietshaus mit 24 Parteien wohne und mich dort wohlfühle, bleibt das Surroundsystem wohl erst mal ein Traum. Allerdings fahre ich mit einem platzsparenden Sounddeck sehr gut.
Und das findet meist auch in einer TV-Nische noch Platz, wenn sie sich denn nicht so leicht loswerden lässt.
Auch interessant: Wieso ich mir meinen Fernseher gleich ein zweites Mal gekauft habe? Weil ich auf dem TV auch arbeite und schreibe.
Ein Heimkino einzurichten, kann nicht nur kostspielig sein, sondern eine echte Kopfnuss. Indem ich aber zuerst an Fernseher und Lautsprecher denke und danach erst an die Möbel, kann ich mir viel Ärger und Umbauarbeiten sparen.
Wie sieht euer Wohnzimmer oder Heimkino aus? Habt ihr auch die berühmt-berüchtigte TV-Nische? Schreibt es in die Kommentare!







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