Der seit über eineinhalb Jahren andauernde Krieg in der Ukraine wirkt sich auch auf die Entwicklung einiger Spiele aus. Nicht nur das Studio hinter Stalker 2 wurde schwer von den Folgen des russischen Angriffs getroffen, auch die Entwickler von World of Tanks mussten schwere Entscheidungen treffen. Davon erzählt der Chef und Gründer von Wargaming.net, Victor Kislyi im Interview mit MeinMMO.
Große Verluste
Im April gab Wargaming bekannt, sich vollständig aus Russland und Weißrussland zurückziehen zu wollen. Laut Victor Kislyi sei man sich bei dieser Entscheidung so einig wie nie zuvor
gewesen.
Die Folgen dieses Entschlusses waren jedoch hart: Etwa zwei Drittel der Mitarbeiter von Wargaming arbeiteten zuvor in Russland, Weißrussland und der Ukraine. Für etwa 1.000 Familien musste man auf die Schnelle eine neue Heimat finden, die Belegschaft schrumpfte um etwa ein Drittel. Dank zuvor geschmiedeter Notfallpläne standen für solche Maßnahmen immerhin schon zusätzliche Mittel bereit.
Außerdem verlor man auch etwa ein Drittel der gesamten Spielerbasis, die aus Russland und Weißrussland stammten. Das hatte natürlich auch enorme finanzielle Einbrüche zur Folge. Über Nacht, so berichtet Kislyi, habe man über 250 Millionen Dollar verloren. Auch mussten insgesamt drei neue, noch unangekündigte Spiele eingestellt werden.
Die richtige Entscheidung
Trotz allem ist sich Kislyi sicher, das Richtige getan zu haben. Man hätte nun keine Präsenz, keine Verbindungen, keinen Einfluss, keinen Geldaustausch, keine Arbeitskräfte
in Russland und Weißrussland, und es gebe kein Zurück. Aber der Wargaming-Chef ist überzeugt: Man habe sich für die richtige Seite der Geschichte
entschieden.
Er sei auch stolz, dass die Mitarbeiter es trotz der schwierigen Umstände geschafft hätten, die Live-Spiele ohne Unterbrechung aufrechtzuerhalten. Und nun, wie Kislyi im zweiten Teil des Interviews anmerkt, schreibe das Unternehmen auch wieder schwarze Zahlen.
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