Ukrainische Spielestudios: »Spiele zu entwickeln, lenkt uns ein paar Stunden vom Krieg ab«

Vor einem Jahr begann die russische Invasion. Inmitten des Chaos leisten ukrainische Entwickler Widerstand – an der Front und mit neuen Spielen.

Ein Jahr Krieg in der Ukraine: Wir haben mit Menschen gesprochen, die in diesem Chaos Spiele entwickeln. Ein Jahr Krieg in der Ukraine: Wir haben mit Menschen gesprochen, die in diesem Chaos Spiele entwickeln.

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Vitalii Zubkov arbeitet am 24. Februar 2022 bis tief in die Nacht, als es draußen plötzlich knallt. Sirenen heulen auf über der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw, die wir in diesem Report auf Ukrainisch schreiben. Wohnhäuser brennen, ganze Stockwerke brechen zusammen, als russische Raketen sie treffen. Auf den Ausfallstraßen stauen sich die Autos kilometerweit, etwa 1,5 Millionen Menschen verlassen die Stadt.

»Wie viele andere Ukrainer war ich vor Angst wie gelähmt«, sagt Zubkov. Er ist Game Director des Indie-Studios Marevo Collective. Die nächsten fünf Tage wird Zubkov sich mit seiner Freundin im engen Korridor verstecken in der Hoffnung, dort vor den russischen Raketen sicher zu sein. Beide finden kaum Schlaf, können nicht fassen, was da auf ihren Smartphones steht: Russland hat seine Offensive gegen die Ukraine begonnen.

Um vier Uhr morgens sind russische Streitkräfte von Belarus und Russland tief in ukrainisches Gebiet eingedrungen. Nun steht die russische Armee vor Kyjiw. Der Invasion ging die rechtswidrige Annexion der Halbinsel Krim im Jahr 2014 voraus. Schon damals tobten erbitterte Kämpfe in der Ost-Ukraine in den selbsternannten »Volksrepubliken« Lugansk und Donezk .

Für diesen Report haben wir mit zahlreichen ukrainischen Spieleentwicklern gesprochen. Zwischen Raketenangriffen, Stromausfällen und instabilem Internet nahmen sie sich die Zeit, unsere Fragen ausführlich zu beantworten.

Die Antworten spiegeln Verzweiflung, Ungewissheit, aber auch Hoffnung wider. Unsere Gesprächspartner geben nicht auf und kämpfen für ihre Freiheit – manche an der Frontlinie im Süden und Osten, andere aus dem Ausland.

Konstante Angst Seit Oktober 2022 feuert Russland fast täglich Raketen auf Kyjiw. (Quelle: Frogwares)

Unmögliche Situation Stalker-2-Entwickler: Im Badezimmer ist man vor Raketentreffern wenigstens etwas sicherer.

Unter der Erde U-Bahn-Schächte dienen als Luftschutzkeller. (Quelle: Frogwares)

Neue Antikriegsspiele rechnen mit dem Diktator im Kreml ab:

  • In Slaputin verpassen wir Putin mit einer Friedens-Sonnenblume Backpfeifen.
  • Ukraine War Stories erzählt die Geschichte von Menschen, die im Kyjiwer Vorort Butscha Opfer von Kriegsverbrechen werden.
  • Und im Open-World-Spiel Zero Losses bergen wir als russischer Soldat tote Kameraden und verbrennen sie heimlich, um die Gefallenenstatistik zu schönen.

Spiele sind wichtig für die Entwickler in der Ukraine, um die vergangenen Monate zu verarbeiten und wenigstens etwas Normalität zu haben. Sie alle hoffen auf ein baldiges Kriegsende.

Ukraine War Stories erzählt bedrückende Geschichten aus dem Kriegsgebiet Video starten 0:54 Ukraine War Stories erzählt bedrückende Geschichten aus dem Kriegsgebiet

»Jeden Morgen hoffst du, dass es ein halbwegs normaler Tag wird«

Die Ukraine ist ein tech-affines Land. Fast 5.000 IT-Firmen tüfteln dort, sagt das 2019 gegründete Ministerium für digitale Transformation. Mehr als 200.000 Coder schreiben neue Software. Für uns Computerspieler liefern ukrainische Studios regelmäßig neue Perlen.

GSC Game World ist seit Anfang der 2000er Jahre dabei mit der Echtzeitstrategie-Reihe Cossacks. 2007 folgte der Endzeit-Shooter Stalker: Shadow of Chernobyl. 4A Games führt uns in seiner Metro-Reihe durch ein dystopisches Russland. Und das Studio Frogwares erweckt in seinen Sherlock-Holmes-Spielen das viktorianische London zum Leben. Mit dem russischen Angriffskrieg ändert sich alles.

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