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Ihr habt keine Ahnung von Warhammer 40k? Diese 5 Bücher haben mir am meisten geholfen

Warhammer 40.000 könnt ihr auch ganz abseits des Tabletops genießen. Zum Beispiel mit Büchern! GameStar-Redaktionsleiter Dimi stellt euch seine aktuell besten Warhammer-Bücher vor.

Ich war jahrelang ein Warhammer-Muffel, aber einige richtig gute Bücher haben mich zum 40k-Fan gemacht. (Bildrechte für die Cover: Games Workshop Black Library) Ich war jahrelang ein Warhammer-Muffel, aber einige richtig gute Bücher haben mich zum 40k-Fan gemacht. (Bildrechte für die Cover: Games Workshop / Black Library)

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Mein wichtigster Tipp: Stresst euch nicht. Ich weiß, das Universum von Warhammer 40.000 wirkt auf den ersten Blick gigantisch, komplex und undurchsichtig – all das ist es auch –, aber hier gelten andere Regeln als damals im Mathe-Unterricht. Falls ihr riesige Wissenslücken habt, dann ... bleibt locker.

Ja, 40k erstreckt sich über Jahrtausende, es gibt Hunderte Bücher, Videospiele, Comics, Nachschlagewerke, Online-Postings, Kurzgeschichten und, und, und. Selbst langjährige Fans wissen oft nicht, wo auf welchem Planeten jetzt was wann passiert.

Aber das müssen sie auch nicht, denn für die meisten Geschichten spielt der Kontext gar keine so große Rolle. 40k funktioniert ein bisschen wie Batman. Ob der dunkle Ritter dem Joker jetzt in der New-52- oder Post-Crisis- oder All-In-Ära die Visage vermöbelt, mei, Hauptsache er vermöbelt ihn unterhaltsam. Klar, wer sich tief in die Hintergrundgeschichte reinfuchst, holt insgesamt mehr raus, weil ihr die großen und kleinen Verknüpfungen erkennt.

Aber das ergibt sich mit der Zeit ganz organisch. Schreckt nicht vor dem Koloss zurück, habt keine Berührungsängste, sondern stürzt euch einfach mal rein und schaut, wohin die Reise führt.

So, das als kurzes Vorgeplänkel, denn ich wünschte, all das hätte mir vor Jahren jemand gesagt, bevor ich mit Warhammer 40.000 angefangen habe. Und weil ich weiß, wie orientierungslos man sich dabei manchmal fühlt, habe ich zumindest ein paar Bücher rausgekramt, die mir beim Einstieg in 40k geholfen haben, weil sie die Faszination des Szenarios besonders gut beleuchten.

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Video starten 8:35 Space Marine 2 war zum Release schon genial, jetzt ist es großartig

1. Gaunts Geister: Die Gründung

  • Autor: Dan Abnett
  • Release: 1999

Auf dem Cover des Gaunts-Geister-Sammelbandes sieht man Kommissar Gaunt gemeinsam mit seinem treuesten Offizier Colm Corbec. (Bildrechte: Games Workshop Black Library) Auf dem Cover des Gaunts-Geister-Sammelbandes sieht man Kommissar Gaunt gemeinsam mit seinem treuesten Offizier Colm Corbec. (Bildrechte: Games Workshop / Black Library)

Die imperiale Garde bietet die perfekte Einstiegsperspektive ins Warhammer-Universum, denn die normalen Fußtruppen des Imperiums (also nicht die Space Marines) stecken a) mitten im Geschehen, aber haben b) meist auch keine Ahnung, warum genau. Die Abermillionen Soldatinnen und Soldaten des Astra Militarum bekommen eine Knarre in die Hand gedrückt, den Weg zur Front gewiesen und Abfahrt.

So ein Kanonenfutter klingt als Hauptfigur vielleicht im ersten Moment lahm, aber Gaunts Geister beweisen seit 27 Jahren das Gegenteil. In mittlerweile 15 Bänden verfolgt ihr dort die vielen Schlachten des ersten Tanith-Regiments, einer gebeutelten imperialen Truppe, die ihren eigenen Heimatplaneten an das Chaos verloren hat.

Angeführt vom legendären Kommissar Gaunt ziehen die Tanith First And Only wieder und wieder ihren Hals aus allen möglichen Schlingen, die eigentlich niemand überleben dürfte. Dabei wird eigentlich nie groß thematisiert, warum sie gerade eigentlich in die Schlacht ziehen. Es geht um keine glorreichen Heldentaten, sondern alle wollen einfach nur irgendwie durchkommen.

Autor Dan Abnett nimmt sich die berühmten Sharpe-Bücher von Bernard Cornwell als Vorbild, die Handlung drückt euch also mit der Nase in den Schützengraben, ihr lernt die einzelnen Squad-Mitglieder von Gaunt kennen mit all ihren Ecken und Kanten – und ihr lernt schnell, dass niemand in diesem Universum unverwundbar ist. Die ersten drei Gaunt-Romane gibt's als Sammelband »Die Gründung« mittlerweile gebündelt; ich habe sie erst dieses Jahr quasi am Stück inhaliert und hatte dabei deutlich mehr Spaß als die armen Schweine des Tanith-Regiments.

2. Die Horus Heresy

  • Autor: Dan Abnett, Graham McNeill und viele andere
  • Release: seit 2006

Horus war einst der größte Held des Imperiums, aber entwickelt sich zu dessen größter Geißel. (Bildrechte: Games Workshop Black Library) Horus war einst der größte Held des Imperiums, aber entwickelt sich zu dessen größter Geißel. (Bildrechte: Games Workshop / Black Library)

Ein bisschen ironisch, aber um Warhammer 40.000 wirklich zu verstehen, müsst ihr euch eigentlich mit Warhammer 30.000 beschäftigen – auch bekannt als die Ära der Horus-Häresie. Dieses monumentale Ereignis hat vor 10.000 Jahren dafür gesorgt, dass das Universum in Warhammer 40k so unglaublich im Eimer ist. Fast die Hälfte der Space Marines verfiel dem Chaos, der Imperator landete als komatöser Leichnam auf dem goldenen Thron, unzählige Planeten wurden für Jahrhunderte in den Ruin getrieben.

Lange Zeit existierte die Horus Heresy ähnlich wie die Klonkriege von Star Wars bloß als vages Story-Konzept in irgendwelchen Kodex-Büchern, um den Status Quo des 40k-Universums zu erklären. Das hat sich drastisch geändert. Mittlerweile gibt es über 60 Bücher, die diese tragische Epoche des Imperiums bis ins Detail beleuchten.

Die müsst ihr beileibe nicht alle lesen, um zu verstehen, was abgeht, aber ich empfehle euch unbedingt die ersten zwei, drei Romane dieser Horus Heresy. In »Der Aufstieg des Horus«, »Falsche Götter« und »Galaxis in Flammen« erfahrt ihr, wie der goldene Sohn des Imperators, Kriegsherr Horus Lupercal, dem Chaos verfiel. Wie er den Grundstein für den größten Bürgerkrieg der Menschheit legte.

Euch erwartet hier richtig gute Space-Marine-Unterhaltung mit allem, was die Elitekrieger des Imperiums auszeichnet: fanatische, aber in gewissen Punkten auch manchmal vielleicht ein bisschen gutherzige Brüder, die plötzlich gezwungen werden, ihren eigenen Gefährten an die Gurgel zu gehen. Es gibt flammende Reden, übertriebenen Krieger-Pathos, gebrochene Herzen, Loyalität, Verrat, Drama, aber auch diesen bitterbösen Humor des Warhammer-Universums – wenn plötzlich ein religiöser Kult um den Imperator entsteht, der eigentlich sämtliche Religionen im Universum verbannen will.

Die deutschen Sammelbände der Horus Heresy sind leider fast komplett vergriffen. Ich empfehle euch das englische Original oder alternativ die Hörbuch-Variante bei Audible. Tom Jacobs macht als Sprecher einen fantastischen Job.

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