Eigentlich ist Assassin's Creed Shadows aktuell auf einem ziemlich soliden Erfolgskurs. Ende Juli bescherte ein Update dem Japan-Abenteuer endlich New Game Plus, im September erschien mit Claws of Awaji die erste große Story-Erweiterung für das Spiel. Und zwischendurch wird Shadows mit kleineren Title Updates immer wieder mit neuen Inhalten, wie etwa Parkour-Verbesserungen oder neuen Quests versorgt.
Man könnte also meinen, um Shadows und seine Community stehe es besser denn je. Doch mit dem neuesten Title Update 1.1.6, das am vergangenen Dienstag erschien, hat sich Ubisoft wohl etwas verhoben. Denn im Netz wird aktuell heftig über die Inhalte des Updates diskutiert.
Was steckt überhaupt drin?
Update 1.1.6 bringt neben zahlreichen kleineren Bugfixes einen neuen Story-Drop und eine neue Kollaboration ins Spiel. Im Mai hatte es eine solche bereits mit der Marke Dead by Daylight gegeben, jetzt ist die japanische Anime-Serie Attack on Titan dran. Beide enthalten jeweils eine neue Quest und neue Items.
Während es in der Questreihe A Puzzlement
um eine rätselhafte Isu-Tür geht, hinter der sich neue Waffen und ein Odyssey Easter Egg verbergen, treffen Naoe und Yasuke in der AoT-Quest Beyond the Walls
auf eine Soldatin des aus dem Anime bekannten Aufklärungstrupps und begegnen einem echten Titanen.
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Assassin's Creed Shadows lässt euch ab sofort mit einer neuen Kollaboration wie im Manga auf Titanenjagd gehen
Warum regen sich die Fans darüber auf?
Gerade letzteres stößt aber nicht bei allen Spielern auf Gegenliebe. Denn mit einem Anime mit einem ganz anderen zeitlichen Setting entfernt sich Ubisoft in den Augen vieler Fans zu sehr vom historischen Setting. GameStar-Leser schwarz schreibt etwa: Gibt es noch eine unpassendere Kooperation? Außer dass das ein in Japan erstellter Manga/Anime ist, hat das nichts mit der Sengoku Periode zu tun.
Ein anderer User kommentiert: Das ist sogar noch schlimmer als American Dad in Call of Duty. Das ist zumindest ein Multiplayer und kein Storyspiel. Aber hier wird komplett die Immersion eines Singleplayer-Spiels zerstört. Dafür habe ich überhaupt kein Verständnis und kann dem auch nichts abgewinnen
.
Naoe verwandelt sich mit den Attack on Titan Skins in Mikasa Ackerman, Yasuke in einen Titanen. Die Skins kosten allerdings extra.
Disclaimer: Das Attack on Titan-Skinpaket wurde uns von Ubisoft zur redaktionellen Berichterstattung kostenlos zur Verfügung gestellt.
Teure Mikrotransaktionen
Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch viele Attack-on-Titan-Fans, die die Kollaboration gut finden, weil sie ihnen die Möglichkeit gibt, als ihre Lieblings-Serienfiguren durchs alte Japan zu reisen. Wenn da nicht noch ein preislicher Haken wäre ...
Denn während die Quest zur Attack on Titan Kollaboration zwar kostenlos spielbar ist, verlangt Ubisoft für die Skins im Ingame-Shop einen Preis von rund 20 Euro. Habt ihr die Quest durchgespielt, werdet ihm vom Spiel mit einem Popup-Fenster darauf hingewiesen, dass ihr die Event-Skins jetzt im Shop kaufen könnt. GameStar-Leser rocknrollakochi1991 schreibt:
Ich dachte ja, man könne sich die Rüstungen usw freischalten? Pah,...ich wurde nur freundlich vom InGame-Shop begrüßt mit einem Paket, einer Summe von 2300 Helix Punkten ( umgerechnet 19.99€) und einer "Friss oder Stirb" Mentalität. Freischalten kann man nur sinnloses Gedöns fürs Dorf. Noch nie war ich so enttäuscht,...eben weil ich ein großer AoT Fan bin und dachte, das könnte was werden. Aber alles, was den Anime ausmacht, wurde da weg gelassen und das "gute Zeug" hinter Echtgeld versteckt.
Auch die Qualität der Quest wird von Fans bemängelt. Sie besteht fast ausschließlich aus einer lieblosen Aneinanderreihung von Kletterpassagen, die Animationen wurden ohne Motion Capturing erstellt und wirken erschreckend hölzern. In den Augen vieler Spieler soll diese Quest wohl lediglich dazu dienen, Werbung für den Ingame-Shop zu machen.
Link zum Twitter-Inhalt
Und das bei einem Vollpreistitel, der laut des letzten Geschäftsberichts von Ubisoft, der am 21. November veröffentlicht wurde, finanziell bereits über den Erwartung des Publishers performt.
Game Director Simon Lemay-Comtois erklärt jedoch, nur durch Mikrotransaktionen sei es möglich, Post Launch Content wie Parkour-Verbesserungen oder Isu-Inhalte anzubieten (via Access the Animus).
Die Sache mit der Tür
Doch ausgerechnet der neue Story-Drop, um den es im Update 1.1.6 eigentlich geht, wird im Netz kritisiert. Es sei zwar cool, dass Naoe und Yasuke durch die Quest je einen neuen Kampf-Move des jeweils anderen erlernen könnten - Yasuke das stille Attentat und Naoe den Dropkick. Doch das Öffnen der neuen Isu-Tür, die als großes Geheimnis angekündigt worden war, empfanden viele Spieler als enttäuschend.
Um die Höhle zu öffnen, schickt euch das Spiel zunächst auf eine langwierige Schnitzeljagd zu 13 versteckten Glyphen, die kreuz und quer in Japan verteilt und umständlich zu erreichen sind. Hinter der Tür verbirgt sich jedoch nicht das von vielen Fans erhoffte Wiedersehen mit Odyssey-Protagonistin Kassandra, sondern lediglich eine Statue von ihr zum Dekorieren eures Assassinen-Verstecks.
Zum Launch war von den Isu keine Spur in AC Shadows zu finden. Jetzt sind plötzlich Waffen dieser alten Zivilisation im Spiel.
Außerdem finden sich in der Höhle zwei Isu-Waffen für Naoe und Yasuke, die in den Augen vieler Fans nun die Lore von Assassin's Creed ruinieren. Denn eigentlich hatte Kassandra ja geschworen, die Waffen zu vernichten. Dass diese nun viele Hundert Jahre später in Japan auftauchen, würde dem widersprechen. Allerdings könnte ein zukünftiges Title Update hier Klarheit schaffen.
Die nächste Inhalts-Roadmap für AC Shadows soll derweil im Januar 2026 vorgestellt werden. Eine zweite Erweiterung im Umfang von Claws of Awaji ist jedoch laut Game Director Lemay-Comtois für das zweite Jahr derzeit nicht geplant. Viel eher wird Shadows auch weiterhin im Rahmen kleiner Updates und Story-Drops fortgesetzt.
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