Neues Assassin's Creed war Ubisoft wohl »zu politisch«, sollte wieder in Amerika spielen und wurde wegen seines Szenarios eingestellt

Laut einem Bericht soll sich das Unternehmen aufgrund des politischen Klimas in den USA gegen das Bürgerkriegs-AC entschieden haben.

Auch die Kontroverse um Yasuke aus AC: Shadows soll einer der Gründe für die Einstellung des Projekts gewesen sein. Auch die Kontroverse um Yasuke aus AC: Shadows soll einer der Gründe für die Einstellung des Projekts gewesen sein.

Ubisoft soll laut einem Bericht von Game File (Paywall) ein neues Assassin's Creed mit Bürgerkriegs-Thematik geplant haben. Wegen der angespannten politischen Lage in den USA und der Kontroverse um den schwarzen Samurai Yasuke in AC: Shadows sei das Projekt jedoch noch in der Konzeptionsphase eingestellt worden.

»Zu politisch in einem zu instabilen Land«

Game File habe mit insgesamt fünf derzeitigen und ehemaligen Mitarbeitern von Ubisoft gesprochen, die anonym bleiben wollen.

Demnach sollte sich das eingestellte Assassin's Creed um einen ehemaligen Sklaven drehen, der nach Ende des amerikanischen Bürgerkriegs (1861 bis 1865) im Westen der USA der Assassinen-Bruderschaft beitritt. Anschließend wäre er wieder in die Südstaaten zurückgekehrt, wo er den gerade entstehenden Ku-Klux-Klan (KKK) konfrontiert hätte.

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Der Großteil des Spiels hätte sich also direkt nach dem Bürgerkrieg in der Zeit der Reconstruction abgespielt, die sich über einen Zeitraum von knapp zehn Jahren erstreckt. Währenddessen sollten die aus den USA ausgetretenen Südstaaten wieder in die Union eingegliedert und die Folgen der Sklaverei beseitigt werden. Gegen letzteres lehnten sich Gruppierungen aus weißen Bürgerinnen und Bürgern (wie der KKK) auf und versuchten mittels Gewalt die alte »Rassenordnung« wiederherzustellen.

Das Spiel soll sich im Juli 2024 noch in der Konzeptionsphase bei Ubisoft Quebec befunden haben. Das Team habe sich laut des Berichts gefreut, mit dieser Thematik zu arbeiten und die Idee des Projekts sei zunächst von der Leitung abgenommen worden. Später entschied man sich jedoch aus Sorge vor einer Kontroverse für die Einstellung.

Als Grund sei vom Unternehmen zum einen die Gegenreaktionen im Internet auf die Enthüllung von Yasuke, einem historisch inspirierten schwarzen Samurai, als Protagonist in AC: Shadows genannt worden.

Einige Stimmen warfen Ubisoft damals vor, westliche Diversitätspolitik auf Japan zu übertragen oder Geschichte zu verfälschen. Viele Historiker und Spieler verteidigten die Entscheidung jedoch, da Yasuke historisch belegt ist und eine authentische, aber selten erzählte Geschichte biete.

Zum anderen sei das politische Klima in den USA zu spannungsgeladen gewesen. Das Spiel sei »[zu] politisch in einem zu instabilen Land, um es kurz zu machen«, kommentiert eine von Game Files Quellen.

Eine weitere resümiert: »Ich war schrecklich enttäuscht, aber von der Leitung nicht überrascht. Sie treffen immer mehr Entscheidungen, um den politischen ›Status Quo‹ aufrechtzuerhalten und beziehen keine Stellung, gehen kein Risiko ein und sind nicht einmal kreativ.«

Eine weitere Quelle äußerte gegenüber Game File, dass auch die schwierige finanzielle Lage bei Ubisoft zu der Entscheidung geführt habe. Demnach war das Unternehmen nicht bereit, unter diesen Umständen ein Risiko einzugehen.

Game File und der Journalist Stephen Totilo gelten gemeinhin als vertrauenswürdige Quellen. Ubisoft lehnte auf unsere Nachfrage jedoch eine Stellungnahme zu der Thematik ab.

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