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Ubisoft schiebt Assassin's Creed Shadows aufs Abstellgleis, dabei hätte das Spiel viel Besseres verdient

Assassin’s Creed Shadows wird wohl keinen zweiten DLC bekommen. Dass Ubisoft nicht mehr aus dem Japan-Abenteuer machen will, ärgert unseren Autor Jesko über alle Maßen.

Unser Autor hat über 150 Stunden in Assassins Creed Shadows verbracht und würde sich auch noch über weitere 50 freuen. Unser Autor hat über 150 Stunden in Assassin's Creed Shadows verbracht und würde sich auch noch über weitere 50 freuen.

Assassin’s Creed hat seit einigen Tagen neue Chefs. Im Zuge der konzernweiten Umbaumaßnahmen bei Ubisoft wurde Jean Guesdon zum neuen Head of Content für die Assassinen-Serie ernannt. Er leitet die übergeordnete kreative Ausrichtung der Marke.

Am 4. März hat sich der neue Kreativ-Boss erstmals persönlich mit einem Update zum Stand der Marke zu Wort gemeldet. Dabei wurde unter anderem endlich das Black Flag Remake offiziell angekündigt, von dem das ganze Internet ohnehin schon seit Monaten wusste.

Doch statt Freude überwiegt bei mir als großer Shadows-Fan nach den Ankündigungen des vorgestrigen Abends die Enttäuschung. Denn Guesdons Wortwahl in Bezug auf das Japan-Abenteuer könnte nicht vernichtender sein:

»Shadows tritt nun in seine letzte Support-Phase ein. Wir werden die Dinge mit kleineren, weniger häufigen Updates auslaufen lassen.«

Damit ist das Schicksal von Assassin’s Creed Shadows besiegelt. Fans, die bis zuletzt noch auf einen zweiten großen Story-DLC gehofft hatten, werden enttäuscht. Ubisoft lässt das Spiel ohne wirklichen neuen Content unspektakulär ausplätschern.

Ich finde: Dieses Schicksal hat Shadows nicht verdient. Denn das Japan-AC war einer der besten Serienteile seit langem und hat trotzdem noch so viel Potenzial unerschöpft gelassen.

Jesko Buchs
Jesko Buchs

Jesko liebt das alte Japan und alles, was damit zu tun hat. Entsprechend hat er Assassin’s Creed Shadows für die GameStar bereits seit der Ankündigung begleitet und auch den ersten DLC getestet. Mittlerweile hat er so viele Stunden in Shadows verbracht, dass er die Spielwelt bereits auswendig kennt. Abseits vom virtuellen Japan trainiert Jesko mit Kyudo übrigens eine echte traditionelle Samurai-Kampfkunst.

Das Setting, das alle wollten

Die Geschichte von Shadows fing vielversprechend an. Denn mit dem feudalen Japan bescherte Ubisoft uns endlich das Szenario, das viele Spieler sich schon immer für die Assassinen-Reihe gewünscht hatten. Seit Ubisoft mit wechselnden Settings experimentierte, stand ein Ninja-AC ganz oben auf der Wunschliste der Fans.

Dann kamen jedoch mehrere Kontroversen: An beiden Hauptfiguren - einer weiblichen Shinobi und einem afrikanischen Samurai - gab es Kritik; es wurden Vorwürfe laut, dass Ubisoft die japanische Kultur respektlos behandle.

Und dann musste Shadows auch noch zwei Mal verschoben werden, weil man intern noch nicht mit der Qualität des Spiels zufrieden war und mehr Zeit für den Feinschliff benötigte. Auch unser Tester Dimi befürchtete daher bis zum Launch das Schlimmste.

Video starten 1:54 Assassin's Creed Shadows beweist im neuen Trailer, warum es das schönste AC aller Zeiten wird

Zu gut fürs Abstellgleis

Spielerisch war Shadows dann jedoch verdammt überzeugend. Im Vergleich zu den vorherigen Teilen baute es den Stealth-Part spürbar aus und schlug auch bei der Story endlich wieder einen ernsthaften Ton an. Jedes unserer Auftragsziele kam mit einer glaubhaften Motivation daher und war nicht nur ein Abziehbild-Bösewicht. Und mit jedem folgenden Update wurde Shadows sogar noch besser.

Gerade deshalb ärgert es mich so, dass hier jetzt einfach Schluss sein soll. Schließlich haben in den vergangenen Jahren auch schlechtere Assassin’s Creeds noch deutlich länger Content bekommen - ja, ich schaue dich an, Valhalla. Das umstrittene Wikinger-AC wurde nach seinem Launch Ende 2020 über zwei Jahre lang mit Updates und DLCs versorgt.

Klar, damals war der Geldhahn beim französischen Publisher auch noch offen. Das ist er nach Ubisofts schlechten letzten Geschäftsjahren und der grundlegenden Umstrukturierung mit Partner Tencent jetzt nicht mehr - zuletzt wurden gar sechs Projekte komplett eingestellt.

Aber dass es nun ausgerechnet Assassin's Creed Shadows trifft, ärgert mich als alten AC-Fan und Japan-Liebhaber über alle Maßen. Shadows ist schlicht zu gut, um einfach so fallen gelassen zu werden. Und das sehe nicht nur ich so - schließlich ist Shadows laut einer Umfrage unter den GameStar-Leser eines eurer liebsten Assassin’s Creeds.

Der DLC, der niemals war

Zudem war vor dem Start von Shadows offenbar deutlich mehr Post-Launch-Content angedacht. Im Interview verriet mir Associate Game Director Simon Lemay-Comtois Anfang 2025, dass man für etwa zwei Jahre neue Inhalte geplant habe - vergleichbar mit den vorherigen Serienteilen Valhalla und Odyssey.

Mehreren Leaks zufolge hätte zum ursprünglichen Season Pass auch ein zweiter, umfangreicher DLC gehört, der uns in die heutige Region Mie geführt hätte. Ein erstes Concept Art zeigt den bekannten Futami Okitama Schrein in der Sadt Ise zur Kirschblüte und gibt einen einladenden Vorgeschmack auf eine Region, die wir nun wohl niemals in Shadows zu sehen bekommen.

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Dabei wäre Mie ein so interessantes Setting für einen DLC gewesen. Denn die Gegend beherbergt das höchste Heiligtum des japanischen Shinto-Glaubens. Dort wird mit der Göttin Amaterasu die Ahnherrin des japanischen Kaiserhauses verehrt. Ein hier angesiedelter DLC hätte viel Potenzial für einen Ausflug in die japanische Mythologie oder eine Verbindung zum Isu-Kosmos geboten.

Und auch einige andere offene Story-Fäden von Shadows hätten sich sicher noch über Vollendung gefreut. Gerade Yasukes persönliche Reise oder die Verbindung zwischen den Jesuitenpriestern und dem Templer-Orden hätten noch so viel erzählerischen Raum für eine Erweiterung geboten.

Und zuletzt hätte Shadows wohl auch deshalb noch einen DLC verdient, weil die erste Erweiterung Claws of Awaji strenggenommen nur die Hauptstory des Spiels zu Ende erzählte.

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Doch dann kam für Shadows alles anders. Der geplante Season Pass wurde im Zuge der Verschiebungen gestrichen. Budgets, die für spätere Updates zurückgehalten wurden, mutmaßlich verbraucht. Und das dürfte letztendlich der Knackpunkt sein. Denn aktuell streicht Ubisoft Kosten, wo es nur kann.

Im Geschäftsjahr 2025 wurden auch durch Kündigungen über 200 Millionen Euro eingespart, bis 2027 sollen noch einmal 100 Millionen dazukommen. Mehr Geld in Erweiterungen für ein Spiel zu stecken, das nicht die rekordverdächtigen Umsätze eines AC: Valhalla knackt, dürfte Ubisoft in der aktuellen Situation einfach nicht lohnenswert erscheinen.

Das Nachsehen haben am Ende Japan-Fans wie ich. Denn Shadows lässt auf diesem Weg viele Möglichkeiten seines genialen Settings ungenutzt.

Zugegeben: Noch ist die Hoffnung nicht verloren. Schließlich bekam auch Assassin's Creed Mirage noch über zwei Jahre nach Release ein dickes Story-Update. Das ließ sich Ubisoft aber französischen Medienberichten zufolge vom saudi-arabischen Staatsfonds (PIF) bezahlen.

Und wer weiß … vielleicht kommt ja auch die japanische Regierung noch auf die Idee, ein bisschen Geld für eine zweite Assassinen-Erweiterung locker zu machen. Solange das aber nicht passiert, scheint weiterer Support für AC Shadows leider unwahrscheinlich.

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