AMD holt kräftig auf: Daten von Passmark belegen Aufschwung durch Ryzen-Prozessoren

Zahlen aus der Online-Datenbank von Passmark zeigen einen Kurswechsel auf dem Desktop-Prozessoren-Markt zu Gunsten von AMD.

von Alexander Köpf,
13.10.2019 17:09 Uhr

Mit Ryzen konnte AMD zu Intel aufschließen und je nach Anwendung sogar überholen. Mit Ryzen konnte AMD zu Intel aufschließen und je nach Anwendung sogar überholen.

2017 war ein Wendepunkt in AMDs Firmengeschichte. Nachdem der Marktanteil an Desktop-Prozessoren gegen Ende 2016 auf einem historischen Tiefstand angekommen war, machte der Chip-Designer seit dem Release der ersten Ryzen-1000-CPUs sukzessive Boden auf Intel gut.

Erstmals seit zwölf Jahren hält AMD nun sogar wieder mehr als 30 Prozent am CPU-Markt. Das verrät ein aktueller Chart aus Passmarks Online-Datenbank CPUBenchmark.net.

Von Athlon bis Ryzen

Zuletzt lag AMD im vierten Quartal 2007 über der 30-Prozent-Marke (genau 31,8 Prozent), danach schwankten die Marktanteile bis ins erste Quartal 2014 zwischen 25 und 29 Prozent, ehe im Q3 2016 der bisherige Tiefstand von 17,5 Prozent gemessen wurde.

Erste Benchmarks zu AMDs Ryzen 5 3500X - Sechskerner in der 150-Euro-Preisklasse

Nach langer Talfahrt geht die Tendenz wieder Richtung AMD. (Bildquelle: CPUBenchmark.net) Nach langer Talfahrt geht die Tendenz wieder Richtung AMD. (Bildquelle: CPUBenchmark.net)

Anfang 2006 sah die Welt aber noch ganz anders aus. Damals hielt AMD mit den legendären Athlon-64-Prozessoren beinahe die Hälfte der Marktanteile. Und auch die Jahre zuvor war AMD ein ernstzunehmender Gegner, der über 40 Prozente aller bei Passmark eingetragenen (und in die Wertung einfließenden) Prozessoren stellte.

Erst mit Intels Core-2-Prozessoren änderte sich dieses Bild drastisch, da AMD mit den Phenom-CPUs nicht an die erfolgreiche Athlon-Generation anknüpfen konnte. Ab 2011 trat AMD dann ins Zeitalter der FX-Prozessoren auf Basis der Bulldozer-Architektur ein.

Gegen Intels Core-i-Prozessoren sahen die bald als Misserfolg geltenden FX-Chips jedoch kein Land, daran änderte auch die durch die Dual-Core-Module vermeintlich hohe Kernzahl nichts.

CPU-Vergleich mit Benchmarks - Kaufberatung Prozessoren

Mit Zen 2 legte AMD die Messlatte auch für Intel sehr hoch, auch weil Intel seit Jahren Probleme mit dem Fertigungsprozess hat. Mit Zen 2 legte AMD die Messlatte auch für Intel sehr hoch, auch weil Intel seit Jahren Probleme mit dem Fertigungsprozess hat.

Am Tiefpunkt angelangt, konnte AMD ab 2017 mit der Zen-Architektur das Ruder auf dem CPU-Markt noch einmal herumreißen, die Tendenz geht seither Richtung AMD.

Mit den überaus erfolgreichen Ryzen 3000 machte AMD zuletzt (von Q2 2019 auf Q3 2019) sogar einen Satz von rund 35 Prozent (von 23,1 auf 31,2 Prozent Marktanteil).

Was sind die Zahlen wert?

Allerdings gilt es zu bedenken, dass sich Passmark ausschließlich auf Zahlen aus der eigenen Datenbank beruft und keine Metaanalysen betreibt. Besagte Zahlen wiederum beziehen sich nur indirekt auf aktuelle Verkaufszahlen, da Passmark lediglich auswertet, wie viele Benchmarks mit welcher CPU erstellt und auf CPUBenchmark.net hinterlegt werden.

Zudem werden für den betreffenden Chart nur x86-Prozessoren gewertet, die in Windows-PCs zum Einsatz kommen, andere Betriebssysteme und Konsolen fließen nicht mit ein.

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81 Prozent der im September 2019 bei Mindfactory über die Theke gegangenen Prozessoren waren von AMD. (Bildquelle: reddit/u/ingebor) 81 Prozent der im September 2019 bei Mindfactory über die Theke gegangenen Prozessoren waren von AMD. (Bildquelle: reddit/u/ingebor)

Dennoch haben die Daten von Passmark eine nicht unerhebliche Aussagekraft: AMD legt weiter zu und Intel kommt zumindest auf dem Desktop-Prozessoren-Markt zusehends in Bedrängnis.

Das belegen nicht zuletzt auch vermeintliche Aussagen von Intel selbst, ebenso wie erst kürzlich bekanntgewordene Preissenkungen bei Intels High-End-Desktop (HEDT)-Prozessoren - Cascade Lake-X kostet so nur noch rund die Hälfte der Vorgänger aus der 9ten Core-i-Generation.

Dazu kommen noch regelmäßig aktualisierte Verkaufszahlen vom deutschen Online-Händler Mindfactory, die ein gleichermaßen klares Bild zeigen.


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