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Fazit: AMD Ryzen 7 1800X - Gelingt AMD das Comeback?

Fazit der Redaktion

Nils Raettig: Es war schon ein besonderer Moment, die ersten Tests mit dem neuen Ryzen 7 1800X von AMD durchzuführen. Im CPU-Bereich bin ich es jetzt schon seit so vielen Jahren gewohnt, dass AMD mit weitem Abstand hinter den schnellsten Intel-Prozessoren liegt – ein potenziell konkurrenzfähiger AMD-Prozessor wäre da eine höchst willkommene Abwechslung. Nach den ersten Benchmarks in Battlefield 1 sah es auch in Sachen Spiele-Performance sehr gut für den 1800X aus, mit jedem weiteren getesteten Spiel hat sich dann aber doch etwas mehr Ernüchterung bei mir breitgemacht.

Natürlich ist der Leistungssprung gegenüber den FX-Prozessoren bemerkenswert und die Performance sehr gut für einen Spiele-PC. Zumal wir das in der Regel früher einsetzende GPU-Limit bewusst durch die Kombination aus sehr schneller Geforce GTX 1080 und hohen statt maximalen Details möglichst weit hinausgezögert haben, in der Regel hat die Grafikkarte mehr Einfluss. In Full HD muss sich der Ryzen 7 1800X aber meist klar der Intel-Konkurrenz geschlagen geben, auch wenn sie nur über vier Kerne verfügt – und Full HD ist nach wie vor die am weitesten verbreitete Auflösung bei Spielern.

Der Performance-Vergleich zwischen DirectX 11 und DirectX 12 in Rise of the Tomb Raider deutet an, dass aktuelle Spiele noch nicht optimal mit der Zen-Architektur umzugehen wissen. Der 1800X liegt hier schon unter DirectX 11 ein gutes Stück hinter den Intel-Prozessoren, unter DirectX 12 wächst der Abstand noch weiter an. Daher ist natürlich auch nicht auszuschließen, dass Ryzen bei einer anderen Spieleauswahl deutlich besser dastehen könnte. Aus Spielersicht stellt sich aber unabhängig davon die Frage, wie schnell sich die von AMD selbst thematisierten »Zen-spezifischen Optimierungen« von den Entwicklern in aktuellen und in kommenden Titeln umsetzen lassen.

Man kann nur hoffen, dass sich der zusätzliche Programmieraufwand in Grenzen hält, sonst hätte man hier mit dem Henne-Ei-Problem zu kämpfen: Trotz des erfolgreich angelaufenen Vorverkaufs von Ryzen wird schließlich vorerst nur ein kleiner Teil der Spieler eine Ryzen-CPU besitzen, gleichzeitig kennen die Entwickler die seit Jahren ähnlich gebliebene Intel-Architektur bereits sehr gut.

Die mit dem neuen CPU-Testsystem angedeutete Entwicklung, dass Spiele tendenziell mehr als vier Kerne immer besser ausnutzen, könnte Ryzen dennoch in die Karten spielen, zumal Intel-Prozessoren mit acht Kernen momentan noch sehr teuer sind. Auch die Anwendungsleistung und die Energieeffizienz von Ryzen sind absolut konkurrenzfähig zu Intels erheblich teureren Prozessoren mit mehr als vier Kernen – Käufer werden also in jedem Fall von dem erstarkten AMD-Angebot profitieren, denn Intel wird sicher die Preise aktueller CPUs senken müssen; und sehr wahrscheinlich auch den mutmaßlichen Müßiggang der letzten Jahre für schnellere Fortschritte aufgeben.

AMD macht mit den Ryzen-CPUs also vieles richtig, aus Spielersicht scheint der ganz große Wurf aber (noch) nicht gelungen - zumindest was die aktuelle Situation in Spielen angeht. Mit Blick auf die Zukunftssicherheit sind acht Kerne und sechzehn Threads voraussichtlich dennoch die bessere Alternative bei ähnlichem Preis im Vergleich zu einem aktuell schnelleren Quad-Core.

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