AMD auf Sechs-Jahres-Hoch: Marktanteil steigt dank Ryzen

AMD holt sich weiter Marktanteile zurück. Besonders stark profitieren das Desktop-PC-, Laptop- und Client-Segment. Dort sind Zuwächse im zweistelligen Prozentbereich zu verzeichen.

von Alexander Köpf,
07.02.2020 15:40 Uhr

AMDs Marktanteile im Desktop-PC-Segment befinden sich auf dem höchsten Stand seit über sechs Jahren. In allen anderen Segmenten lagen die Kalifornier zuletzt sogar vor mehr als sieben Jahren auf dem heutigen Niveau, wie Zahlen des Marktforschungsinstituts Mercury Research (Paywall, via Twitter/Patrick Moorhead, siehe oben) belegen.

Starker Zuwachs bei PC- und Laptop-Komponenten

AMD konnte den Marktanteil für PC-Komponenten im vierten Quartal 2019 auf 18,3 Prozent steigern. Ein Jahr zuvor waren es noch 15,9 Prozent, im Vorquartal 18,0 Prozent. Zuletzt gelang AMD das im Q3 2014, zur Zeit der FX-Prozessoren auf Basis der Bulldozer-Architektur. Letztere gelten rückblickend als Fehlentwicklung und allgemein als Grund für AMDs sinkende Verkaufszahlen in den 2010er Jahren.

Einen besonders großen Marktanteil konnte AMD bei Laptop-CPUs zurückgewinnen. Stand Ende 2019 sind es 16,2 Prozent, Ende 2018 waren es noch 12,2 Prozent. Im zweiten Quartal 2013 konnte AMD zuletzt ein ähnlich großes Stück vom Kuchen für sich beanspruchen.

AMDs Marktanteile in der Übersicht (Stand Q4 2019):

  • 18,3 Prozent bei PC-Komponenten (+14,5 Prozent ggü. Vorjahr); höchster Stand seit Q3 2014
  • 16,2 Prozent bei mobilen Prozessoren (+32,8 Prozent ggü. Vorjahr); höchster Stand seit Q2 2013
  • 17,0 Prozent bei Client-Systemen (+26 Prozent ggü. Vorjahr); höchster Stand seit Q3 2013

Was sind die Gründe für AMDs Erfolg?

Um es kurz zu fassen: Der Erfolg rührt von den Ryzen-Prozessoren respektive der 2017 eingeführten Zen-Architektur. Bereits die erste Generation (Ryzen 1000) markierte einen Wendepunkt, wie Daten von Passmark (Bild unten) zeigen. Den größten Sprung machte AMD jedoch mit den Ryzen 3000, die Mitte 2019 auf den Markt kamen.

Wie misst PassMark
PassMark wertet keine aktuellen Verkaufszahlen, sondern die mit der eigenen Software erstellten Benchmark-Ergebnisse aus. Zudem gehen nur x86-Prozessoren auf Windows-Systemen in die Wertung ein.

Die Grafik verdeutlicht den Aufwärtstrend bei AMD seit Einführung der Ryzen-Prozessoren im Jahr 2017. (Bildquelle: PassMark) Die Grafik verdeutlicht den Aufwärtstrend bei AMD seit Einführung der Ryzen-Prozessoren im Jahr 2017. (Bildquelle: PassMark)

Noch ist keine Trendwende in Sicht

Ende 2020 werden AMDs Ryzen 4000 auf Basis von Zen 3 und dem fortschrittlichen 7-nm-EUV(Extreme Ultraviolet)-Verfahren für den Desktop erwartet. Für Notebooks wurden Ryzen-4000-APUs (Zen 2) bereits auf der CES 2020 angekündigt. Dazu werden auch die beiden Next-Gen-Konsolen PlayStation 5 und Xbox Series X, die ebenfalls Ende 2020 in den Regalen stehen sollen, mit AMD-Prozessoren bestückt.


Kommentare(59)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.

Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen oder schließen