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Zu viele Kerne: AMD soll an Intels Lieferproblemen schuld sein

Laut Charlie Demerjian sind die steigenden Kernzahlen bei AMD-Prozessoren der Grund für Intels Engpässe bei 14-nm-Produkten.

von Alexander Köpf,
28.12.2019 10:38 Uhr

Um die aktuellen Probleme bei der Lieferung von 14-nm-Produkten in den Griff zu bekommen muss Intel laut Charlie Demerjian die 10- und 7-nm-Produktion bis Ende 2020 respektive 2021 vollumfänglich angekurbelt haben. Um die aktuellen Probleme bei der Lieferung von 14-nm-Produkten in den Griff zu bekommen muss Intel laut Charlie Demerjian die 10- und 7-nm-Produktion bis Ende 2020 respektive 2021 vollumfänglich angekurbelt haben.

Im abgelaufenen Jahr hat AMD die Grenzen für Desktop-Prozessoren neu ausgelotet. Bis Juli galten acht Rechenkerne für den Mainstream-Desktop als das höchste der Gefühle, ehe mit dem Ryzen 9 3900X und später mit dem Ryzen 9 3950X das Limit auf zwölf und sechzehn CPU-Cores angehoben wurde.

Auch Erzrivale Intel bekommt das deutlich zu spüren. Und das nicht nur in puncto Verkaufszahlen, wie aus einem Gespräch zwischen Charlie Demerjian, dem Gründer des Tech-Magazins SemiAccurate und der Investment-Firma Susquehanna hervorgeht (via Reddit).

AMD setzt Intel mit Kernzahlen unter Druck

Demnach sei die rasante Steigerung der Kernzahlen und die damit einhergehend größeren Chips der Grund für die anhaltenden Lieferproblemen bei Intel und im Speziellen der 14-nm-Produkte, die in Form von Skylake, Kaby Lake, Coffee Lake (Refresh) und demnächst Comet Lake bereits seit 2015 gefertigt werden.

Für sein Exascale-Project Aurora will Intel 2021 die ersten 7-nm-Chips in Form von Xe-GPUs in Masse produzieren - laut Demerjian müssen die 7-nm-Produkte dann aber auch für den Massenmarkt erscheinen. Für sein Exascale-Project Aurora will Intel 2021 die ersten 7-nm-Chips in Form von Xe-GPUs in Masse produzieren - laut Demerjian müssen die 7-nm-Produkte dann aber auch für den Massenmarkt erscheinen.

14-nm-Chips für den Mainstream-Desktop sollten laut Demerjian ursprünglich jedoch nicht mehr als vier Kerne bieten. Intels Sweet-Spot bei Chips läge zwischen 80 und 90 mm², die 60 Prozent der Verkäufe ausmachten.

Durch die von AMD beschleunigte Entwicklung seien die Chips bei Intel jedoch auf 6,8 und bald sogar 10 Kerne und 125 mm² angewachsen, was in der Folge die Produktionskapazitäten um ein Drittel reduzierte. Es können schlicht weniger Chips aus einem Wafer gewonnen werden und mehr als 10 Prozent Kapazitätssteigerung in einem Jahr sind für ein Unternehmen von der Größe Intels kaum realisierbar - immerhin ist Intel der größte Chiphersteller der Welt.

10 und 7 Nanometer müssen anlaufen

Demerjian hält aber auch Lösungen parat. Intel muss demzufolge die 10-nm-Fertigung bis Ende 2020 vollständig ankurbeln, das heißt auch für Desktop- und Serverprodukte, abseits von den bereits in 10 nm produzierten Ice Lake-Prozessoren für Low- und Ultralow-Voltage-Geräte. Bis Ende 2021 muss dann die 7-nm-Massenproduktion angelaufen sein.

Allerdings geht Demerjian davon aus, dass Intel diesen Zeitplan nicht einhalten können wird und weiter Marktanteile an AMD verliert.

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