Hand aufs Herz: Wir alle scrollen bei Filmen oder TV-Serien auf der Couch öfter beiläufig durch das Handy, als uns wahrscheinlich bewusst oder lieb ist. Und mittlerweile produzieren Streamingdienste wie Netflix sogar Projekte, die sich diesen Sehgewohnheiten anpassen.
Doch davon will Tony Gilroy nichts wissen. Im Gespräch mit IndieWire gibt der Serien-Chef der bisher besten Star-Wars-Serie zu verstehen, dass er an sich selbst einen ganz anderen Anspruch stellt: Seine Projekte sollen die Aufmerksamkeit des Publikums fordern, aber auch sich verdienen.
Andor ist nichts, um nebenbei aufs Handy zu schauen
Dafür nennt er Andor als konkretes Beispiel, mit dem Gilroy guten Gewissens hausieren gehen kann. Die TV-Serie auf Disney Plus erntete nicht nur bei Kritikern, sondern auch Zuschauern Höchstwertungen - ihr wird sogar nur wenige Monate nach ihrem Ende aktiv nachgetrauert.
Irgendwas hat Tony Gilroy damit also richtig gemacht. Der Regisseur, Produzent und Drehbuchautor ist sich aber auch nicht zu schade, sein eigenes Schaffen selbstkritisch zu betrachten:
Jeder muss die Entscheidung für sich selbst treffen, ob man für jemanden schreibt, der währenddessen auf sein Handy starrt [...]. Ich möchte das nicht. Ich will nicht einfach nur Wasser treten. Jedes noch so kleine Detail soll wichtig sein. Und gleichzeitig ist es meine Verantwortung, dass ich meinen Teil des Deals einhalte und es [für den Zuschauer] einfach mache, dranzubleiben. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das immer geschafft habe. [...]
Im Laufe der Jahre bin ich mir meiner Beziehung zum Publikum sehr bewusst geworden. Es gab Zeiten, da war ich für den Zuschauer zu hip. Ich arbeite sehr schnell und musste ebenso lernen, das Publikum nicht zu sehr mit komplizierten Inhalten zu überfordern. Ich möchte nicht, dass der Zuschauer mentale Energie für Dinge verschwendet, die nicht wichtig sind und möglicherweise von den wichtigen Dingen ablenken.
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Andor - offizieller Trailer zu Staffel 2 der Star-Wars-Serie
Während Tony Gilroy für Andor mit Lob und Anerkennung überschüttet wurde, gab es übrigens sogar eine Zeit, in der er hoffte, dass die Serie krachend scheitern würde. Noch vor Corona und als Andor insgesamt fünf Staffeln bekommen sollte, überwältigte ihn das schiere Ausmaß an Arbeit, das ihm und seinem Team damit bevorstand.
Dass Andor überhaupt zustande kam, rechnet er der Lucasfilm-Chefin Kathleen Kennedy hoch an. Laut Gilroys eigener Aussage hat ihm Kennedy nicht nur den Weg gewiesen, sondern auch das gebührende Maß an kreativer Freiheit zugestanden, die Andor zu der Serie machten, wie sie heute auf Disney Plus läuft.
Jetzt ist es mit Andor nach Staffel 2 vorbei und Tony Gilroy hat sich offiziell aus dem Star-Wars-Universum verabschiedet - er hat aktuell nicht vor, für ein weiteres Krieg-der-Sterne-Projekt zurückzukehren.
Für die neue Saga nach Episode 9 will sich aber nun Simon Kinberg an Andor ein Beispiel nehmen. Er arbeitet im Moment an einer neuen Star-Wars-Trilogie, die den Grundstein für ein völlig neues Kapitel des Sci-Fi-Franchises legen soll.
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