Anno 1800 und die Mikrotransaktionen - »Es soll sich nicht wie ein Free2Play-Spiel anfühlen«

Laut einem leitenden Blue-Byte-Mitarbeiter steht noch nicht fest, ob und in welchem Umfang Anno 1800 Mikrotransaktionen und einen Ingame-Shop beinhalten wird. Im Zweifelsfall bevorzuge man jedoch kosmetische Items, die es für echtes Geld zu kaufen gibt.

von Peter Bathge,
05.09.2018 12:32 Uhr

Können Spieler in Anno 1800 gegen echtes Geld Ingame-Items erwerben? Laut Blue Byte steht eine Entscheidung noch aus, man bevorzugt jedoch kosmetische Mikrotransaktionen.Können Spieler in Anno 1800 gegen echtes Geld Ingame-Items erwerben? Laut Blue Byte steht eine Entscheidung noch aus, man bevorzugt jedoch kosmetische Mikrotransaktionen.

Wird Anno 1800 Mikrotransaktionen und einen Ingame-Shop bieten? Das ist laut Entwickler Blue Byte noch nicht final entschieden. Einem GameStar-Interview mit Brand Manager Marcel Hatam zufolge konzentriere sich das Team derzeit voll auf die Fertigstellung des eigentlichen Spiels, dessen Release kürzlich auf den 26. Februar 2019 festgelegt wurde. Mit festen Zusagen hielt sich Hatam zurück, bestätigte aber, dass sich das Team zusammen mit Publisher Ubisoft natürlich auch Gedanken um dieses Thema mache.

"Ob das dann Mikrotransaktionen sein werden, weiß ich noch nicht. [...] Egal, was wir machen werden, von der Monetarisierung her: Uns ist super wichtig, dass die Spieler das Gefühl haben, dass es fair ist und sie wirklich einen Mehrwert bekommen. [...] Wir wollen nicht, dass die Leute das Gefühl haben, sie spielen ein Free2Play-Spiel."

Update vom 07.09.2018: Inzwischen hat sich Blue Byte im Twitch-Stream von Anno 1800 zur Mikrotransaktions-Debatte geäußert.
Update vom 09.09.2018: Gerüchteweise suchen die Entwickler das Gespräch mit den Anno-1800-Testspielern und wollen Feedback zu Ingame-Shop & Co. einholen.

Die als Spiele für Schönbauer bekannte Anno-Serie enthielt schon immer prestigeträchtige Dekorationsobjekte zum Aufhübschen der eigenen Siedlung. Könnten Mikrotransaktionen in Anno 1800 gezielt solche Elemente zum Kauf anbieten statt sie allen Spielern frei zur Verfügung zu stellen? Brand Manager Marcel Hatam von Blue Byte hält das für eine schwierige Entscheidung.

"Klar, ist natürlich nicht einfach, trotzdem würden sich kosmetische [Mikrotransaktionen, Anm. d. Red.] immer anbieten. Schlichtweg, weil wir eben nicht wollen, dass ein Spieler sich einen Vorteil erkaufen könnte, gerade auch im Multiplayer-Modus. Der Spieler soll niemals die Möglichkeit haben, sich eine starke Flotte oder Ähnliches zu erkaufen, das passt einfach nicht zu Anno, das passt nicht zu so einem Vollpreisprodukt."

Anno 1800 - Screenshots aus der Gamescom-Demo ansehen

Im Interview gibt Marcel Hatam auch einen Ausblick auf die Zukunft von Anno 1800. Den Austausch mit den Fans über das Portal Anno-Union wolle man auch nach Ende der Entwicklung fortführen - auch wenn es um mögliche Anno-1800-DLCs oder Addons für das Aufbaustrategiespiel geht: »Wir würden natürlich auch gerne noch nach Launch den Anno-Union-Gedanken weitertragen. Dass wir eben schauen, was sich die Community wünscht, wenn wir nach Release noch Content nachliefern.«

Auf Anno-Union will man dann auch die Art der Monetarisierung im Spiel bekanntgeben, sobald in dieser Frage eine Entscheidung gefallen ist. »Transparenz mit der Community ist uns unheimlich wichtig«, beteuert Marcel Hatam.

Mit Anno 1800 stößt die Serie erstmals ins Zeitalter der Industrialisierung vor. Das neue Setting bringt allerlei ungewohnte Features wie Elektrizität und Arbeiterwohl ins Spiel. Gleichzeitig spielt sich Anno 1800 aber angenehm vertraut. Neue Einblicke ins Gameplay und frische Videoszenen aus dem Spiel findet ihr im Video-Interview mit Marcel Hatam von Blue Byte:

Anno 1800 ist »kein politisches Spiel« - Interview zu Sklavenarbeit, Mikrotransaktionen und anderen Verbrechen im Aufbauspiel PLUS 9:25 Anno 1800 ist »kein politisches Spiel« - Interview zu Sklavenarbeit, Mikrotransaktionen und anderen Verbrechen im Aufbauspiel


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