Apple vs. Lootboxen - Entwickler müssen Zufalls-Chancen künftig verraten

Ganz klein in den Entwickler-Richtlinien für den App Store hat Apple eine Bombe versteckt: Wer Lootboxen verkauft, muss vorher reinen Tisch machen, was genau drinstecken könnte.

von Maurice Weber,
21.12.2017 16:13 Uhr

Apple hat seine Richtlinien zu Lootboxen verschärft. Apple hat seine Richtlinien zu Lootboxen verschärft.

Ein Paukenschlag geht durch die Lootbox-Welt: Apple verlangt ab sofort, dass jedes Spiel im App-Store verrät, wie unsere Chancen auf jeden Item-Typ in den Boxen stehen. Die weitreichende Klausel erschien ganz unscheinbar als letzter Absatz von Punkt 3.1.1 in Apples Entwickler-Richtlinien:

"Apps, die 'Lootboxen' oder andere Mechanismen zum Kauf anbieten, die zufällige Items zur Verfügung stellen, müssen vor dem Kauf angeben, mit welcher Chance der Kunde jeden Item-Typ erhalten kann. "

Indem die Regeln jeden Typ von käuflichen Zufalls-Inhalten einschließen, dürften sie unter anderem auch klassische Boosterpakete in Sammelkartenspielen betreffen. Und bevor ihr euch jetzt denkt: Ist ja nur der App Store, davon haben wir PC-Spieler nichts - so einfach ist es nicht! Denn im App Store findet sich ja beispielsweise auch Hearthstone, das erfolgreichste PC-Kartenspiel aller Zeiten.

Blizzard hat bis jetzt allerdings erstaunliche Kreativität bewiesen, solche Regeln zu umgehen. In China stellt das Glücksspielgesetz schon seit dem ersten Mai 2017 ganz ähnliche Anforderungen an Lootboxen. Blizzard umgeht das allerdings, indem der Entwickler einfach nicht mehr direkt Overwatch-Lootboxen oder Hearthstone-Kartenpakete verkauft - sondern Pakete aus Echtgeld-Währung, bei denen es die Boxen als "Geschenk" obendrauf gibt. Ein ähnlicher Trick könnte nach aktuellem Wortlaut auch bei Apples Regeln funktionieren.

Warum Blizzard in der Lootbox-Debatte ohnehin alles andere als "die Guten" sind, erklärt Maurice in seiner Kolumne zur Lootbox-Epidemie.

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