Ich hatte euch in einem Artikel gebeten, mir Fragen rund um TV und Heimkino zu stellen – ihr habt richtig abgeliefert und mich damit zwei Tage beschäftigt. Das hat richtig Spaß gemacht. Danke dafür.
Weil es da draußen viele andere Leser und Heimkino-Fans mit ähnlichen Fragen und Problemen gibt, trage ich in diesem Artikel die wichtigsten Antworten zusammen – damit nichts verloren geht und sich niemand durch die Kommentarspalte wühlen muss.
TV mit dem Rechner starten
Die erste Frage war so simpel wie oft gestellt. Sie stammt von unserm User V3CT0R und der wollte wissen: Kann man eigentlich den TV zusammen mit dem Rechner starten?
Eine brennende Frage bei TVs am Rechner ist halt immer: Gibts endlich eine Möglichkeit, den TV mit dem Rechner zu starten (halt wie ein normaler PC-Monitor)?
Ich nutze selbst einen TV als Monitor und kann bestätigen: Ich muss den Ein-/Aus-Schalter der Fernbedienung jedes Mal händisch drücken. Doch warum ist das so?
Fernseher schalten sich in der Regel nicht automatisch ein, wenn sie ein Signal auf einen HDMI-Slot bekommen. Das funktioniert nur, wenn der Eingang den CEC-Standard besitzt (Consumer Electronics Control). Das muss wiederum vom PC unterstützt werden, was meistens nicht der Fall ist.
Man kann CEC am PC nachrüsten mit einem entsprechenden Adapter. Es gibt auch Intel-NUC-Systeme, die CEC anbieten. Das muss allerdings erst im BIOS aktiviert werden.
Bleiben wir noch kurz bei TVs und Computern.
TV als Monitor, aber ohne Farbsäume
Spitzenreita sorgt sich um Farbsäume, wenn man OLED-Monitore oder einen OLED-TV als Monitor nutzt. Er hatte gleich mehrere Fragen.
Meine Frage betrifft jetzt nicht direkt TVs, sondern OLED-Monitore. Ist das nach wie vor ein Problem, dass bei der Darstellung von Schrift Farbsäume entstehen, die durch die Subpixelmatrix zustande kommen? Müsste das nicht auch auftreten, wenn man einen OLED-TV als Monitor benutzt? Liegt das wirklich nur daran, wie die Pixel angeordnet sind und warum ordnet man sie dann nicht so an, wie zb. bei IPS?
Tatsächlich ist dieser Punkt einer der vier Erkenntnisse, die ich nach einem Jahr mit einem OLED-TV als Monitor hatte.
Ich habe gelernt: Ohne einen Monitor-Modus geht gar nichts. Der von mir genutzte Philips OLED807 besitzt ein entsprechendes Preset, ohne dass ich den TV als Monitor nicht benutzen könnte (der LG C2 aus dem Jahr 2022, den ich zuvor genutzt habe, hat das auch).
Links der Monitor-Modus, rechts der Standard-Modus. Ohne das entsprechende Preset sind die Augen nach kurzer Zeit gereizt.
Wird Schrift unscharf, dann spricht man von »Fringing«. Das hat mit der Abtastrate zu tun und wie das Verhältnis von Chrominanz (Farbinformationen) und Luminanz (Helligkeitsinformationen) dazu steht. Das Subsampling-Format wird so dargestellt: 4:4:4.
Wichtig für euch ist: Wenn ihr einen TV als Monitor nutzen wollt, achtet auf das Subsampling-Format 4:4:4. Das haben die meisten Fernseher, außer Einsteigermodellen.
Beste Soundbar für den TV
Einen anderen Kampf focht Tharanos mit seinem TV aus. Er hat sein Logitech-Z906-System an den Fernseher angeschlossen, das ihn immer wieder mit Aussetzern ärgert. Deshalb hat er einen Ersatz im Blick.
[...] Naja hatte jetzt überlegt auf ne Soundbar umzusteigen vllt so im Preisbereich von 300 bis 400 Euro, eventuell sogar 500 Euro. Welche kannst du empfehlen? Gibt ja welche von teufel, LG selber und so. Danke ^^
Ich habe das Budget von 500 Euro direkt ausgereizt und ihm die Nubert nuPro AS-2500 empfohlen. Das ist für mich eine der besten Soundbars, die ich bisher gehört habe und in meinem Test hat sie mit 4,5 Sternen fast die maximale Punktzahl erreicht.
- Großes Chassis
- Hochwertige Verarbeitung (auch bei der Fernbedienung)
- Zweimal 3-Wege-System
- Alle Kabel im Lieferumfang enthalten
- Einfaches Handling
- Unverschämt guter Klang für eine Soundbar mit sehr klaren Höhen und Stimmen
- Side-Firing-Lautsprecher wären besser für Surround-Sound
- Keine Streaming-Optionen außer Bluetooth
Wer die Augen offen hält, findet die Teufel Cinebar 11 immer mal wieder im hauseigenen Teufel-Shop Angebot für rund 300 Euro. Mit der Vorgängerversion war ich persönlich immer recht zufrieden, den Kollegen von Chip fehlen bei der aktuellen Iteration unter anderem Internet-Konnektivität, AirPlay und Chromecast und ein besserer Raumklang.
Wer nach noch günstigeren Alternativen sucht, dem lege ich meinen Artikel ans Herz, indem ich erkläre, warum sich sogar eine Soundbar für wenig Geld als Upgrade lohnt.
Kleines Schlafzimmer, großer TV?
Um die Bildschirmdiagonale ging es unserem Nutzer machero. Der würde sich nämlich gerne einen TV ins Schlafzimmer holen, doch das Zimmer fällt relativ klein aus. Was tun?
Welche Bildschirmdiagonale wäre die richtige, wenn man einen TV im kleinen (!) Schlafzimmer haben möchte, wo die Wand schon bereits 20cm hinter dem Bettende / Fussende beginnt. Es geht darum aus dem Bett Filme schauen zu können, und die entsprechende Wand dafür ist halt schon fast gleich am Bettende. Denke mal ein Samnsung Frame (Pro) wäre vielleicht ganz gut dafür geeignet ?
Ein Samsung The Frame bietet sich insofern an, als dass man ihn an die Wand hängen kann – aber das geht mit vielen anderen Modellen auch.
Im Grunde kann ein TV nicht zu groß sein. Dass sich jemand über einen zu großen Fernseher ärgert, habe ich bisher noch nicht erlebt. Natürlich ist das persönlicher Geschmack und in einem kleinen Schlafzimmer wirkt ein 65-Zöller vielleicht ein bisschen wuchtig.
Dann fiel mir die Lösung ein: Eine Wandhalterung mit Teleskoparm. Der TV muss nicht zwingend groß sein, sondern nur groß wirken. Mit einer Teleskophalterung lässt sich der Fernseher einfach näher zum Bett ziehen – und wieder zurückfahren, wenn man fertig ist.
Darauf gekommen bin ich, weil ich im November letzten Jahres über einen Redditor geschrieben habe, der es genau so gemacht hat.
Link zum Reddit-Inhalt
Um die Größe ging es auch bei gleich drei Fragen bezüglich TVs und Beamern.
Groß, größer, Beamer
Da alle drei Fragen von Mark-Andre, BezeWladi und Imhothep in dieselbe Richtung zielen, habe ich sie in einer Kategorie zusammengefasst.
Mark-Andre stört sich am extremen Clouding seines 85-Zoll-TVs von Sony und wollte wissen, ob die Konkurrenz bei diesen Größen ein besseres Ergebnis abliefert.
[...] Der Sony ist in der Bedienführung perfekt aber das Clouding geht gar nicht. Gibt es von LG, Hinsense oder TCL etwas vergleichbares oder einen Sony, der eben kein extremes Clouding hat. Derzeit schiele ich allerdings in der Tat auf den Hisense Qled 100“. [...]
Leider hatte ich schlechte Nachrichten für unseren Nutzer: Besitzer von TVs dieser Größe werden wohl immer mit einer Art von Clouding auskommen müssen.
Riesenfernseher locken vor allem mit ihrer Größe, nicht aber nicht mit derselben performanten Technik wie Oberklasse-Geräte. Dieses Problem wird sich wohl auch erst dann lösen, wenn Mini-LED in der breiten Masse angekommen ist. Da leuchten die Dioden einfach viel granularer, was gegen Clouding hilft.
Eine Alternative wäre natürlich OLED, die aufgrund der organischen Pixel gar nicht unter Clouding leiden können. Allerdings sind die in der Größe exorbitant teuer.
1:16
Was ist 4K und braucht ihr 8K?
Tatsächlich habe ich Mark-Andre einen Beamer empfohlen, wo wir zur zweiten Frage des Trios kommen: BezeWladi liebäugelt mit einem Projektor.
Ich überlege mir einen Beamer zu kaufen. Ich würde es gerne einfach an die Weiße Wand projezieren. Helligkeit ist auch kein Thema, da ich zu 90% nur abends fernsehe. Taugen die günstigeren Beamer was? 300-500€? Taugen Beamer grundsätzlich was?
Und wie immer hatte ich eine klare Antwort (*hust*): Kommt drauf an. Am Beamer-Budget scheiden sich nämlich die Geister.
Für 300 bis 500 Euro bekommt man durchaus einen ordentlichen Projektor, wenn auch mit Abstrichen. Kommentator Dozer1 ist mit seinem Nebula Capsule 3 beispielsweise zufrieden, wie er selbst sagt. Der kostet normalerweise 800 Euro UVP, er hat ihn günstiger geschossen.
Die Specs des Projektors verlangen im Vergleich zum TV aber Abstriche.
- Maximal Full-HD-Auflösung
- Akkulaufzeit von höchstens 2,5 Stunden
- 300 ANSI-Lumen verlangen unbedingt einen dunklen Raum
Außerdem braucht man bei Beamer in der Regel externe Audiogeräte, da der Klang oft noch schlechter als bei Fernsehern ist.
Kann man mit diesen Abstrichen leben, kommt man auch mit einem günstigen Beamer auf seine Kosten. Im Zuge dessen fragte Imhothep nach einer Leinwand – vor allem, ob man auf eine verzichten könnte.
mich würde mal intressieren, ob es für wände spezielle streichbeschichtungen gibt, die einfluss auf die reflektierung der obeffläche nehmen, wenn man auf eine leinwand verzichten möchte. [...]
Spezielle Beschichtungen gibt es nicht, aber je dunkler die Wandfarbe, desto weniger wird reflektiert. Deswegen streichen Heimkino-Fans ihren Raum auch gerne schwarz.
Wer kann, sollte sich zum Projektor noch eine Leinwand dazukaufen. Die kann je nach Beschichtung noch mal ein Quäntchen Bildqualität herausholen. Klar, Raufasertapete geht theoretisch auch, aber man lässt damit Qualität auf der Strecke liegen
Zum Schluss noch einige Shoutouts:
- Zusammen mit Tamblon77 sind wir weißen Streifen auf seinem Display auf die Schliche gekommen, was sogar in einem Reddit-Thread mündete.
- Piados wollte wissen, wie man sich am besten eine kabellose Surround-Anlage zusammenstellt und auf den WiSA-Standard setzen möchte.
- Wir haben Woldeus HDMI-Kabeln auf den Zahn gefühlt und festgestellt, dass sie womöglich zu alt für seinen Fernseher sind.
Einige der von euch angesprochenen Themen und Fragen werde ich im Laufe der kommenden Wochen auch noch einmal in einzelnen Artikeln aufgreifen. Besonders der User Kray hat mich auf die Idee gebracht, wie man Filme vor dem Rechner und ohne echtes Heimkino genießen kann.
Wünscht ihr euch solche »Ask Me Anything«-Artikel öfter? Wenn ja, zu welchen Geräten oder Gerätekategorien? Ach ja, wenn jetzt doch noch Fragen zum Fernseher aufgetaucht sind: Ab damit in die Kommentare!








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