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Assassin’s Creed Shadows: So sehen die Schauplätze im echten Leben aus

In AC Shadows besucht ihr viele berühmte Schauplätze im historischen Japan. Unser Autor Jesko hat sich bei seiner letzten Japan-Reise umgeschaut und zeigt euch, wie es dort heute aussieht.

Assassinin Naoe macht in Assassins Creed Shadows die alte Hauptstadt Kyoto unsicher. Unser Autor Jesko hat sich vor Ort für euch umgeschaut. Assassinin Naoe macht in Assassin's Creed Shadows die alte Hauptstadt Kyoto unsicher. Unser Autor Jesko hat sich vor Ort für euch umgeschaut.

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Seit Videospiele grafisch imstande sind, die reale Welt einigermaßen realitätsgetreu nachzubilden, versuchen Entwickler, virtuelle Ebenbilder echter Orte zu schaffen. Auch die Assassin's-Creed-Reihe mit ihrem Fokus auf historischen Szenarien hat sich immer wieder an realen Schauplätzen versucht.

Mit einem wohligen Schauer erinnern wir uns etwa an unsere ersten Ausflüge nach Florenz in Assassin's Creed 2, den Blick auf die Pyramiden von Gizeh in Assassin's Creed Origins oder den ersten Todessprung von der Kathedrale Notre Dame in AC Unity.

Video starten 1:55 Assassin's Creed Shadows nimmt euch im neuen Trailer mit ins malerische alte Japan

In Assassin's Creed Shadows, dem neuesten Serien-Ableger, verschlägt es uns ins feudale Japan der Sengoku-Zeit. Im Jahr 1580 ist das Land vom Bürgerkrieg gezeichnet. Mächtige Feldherren kämpfen gegeneinander um Macht und Einfluss; überall sprießen deswegen Burgen und Festungen förmlich aus dem Boden. Viele Tempel werden dagegen niedergebrannt.

Unser Autor Jesko hat während des Studiums in Japan gelebt und kann euch berichten, wie es heute um die historischen Stätten bestellt ist, die ihr in Shadows zu sehen bekommt. Er stellt euch zwölf Orte aus dem Spiel vor und zeigt euch, wie es dort aktuell aussieht.

Jesko Buchs
Jesko Buchs

Jesko hat in Trier, München und Tokyo neben Journalismus auch ein wenig Japanologie studiert. Seitdem er in der sechsten Klasse zum ersten Mal mit Anime in Kontakt kam, war seine Liebe zu Japan geweckt. Im Master absolvierte er ein Auslandssemester an der Waseda Universität und lebte für ein halbes Jahr in der japanischen Hauptstadt. Pauschalreisen verabscheut er; Jesko organisiert seine Touren lieber selbst.

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Wo spielt Shadows überhaupt?

Die Karte von Assassin's Creed Shadows bildet das Kansai-Gebiet in Zentraljapan ab. Sie umfasst die mittelalterlichen Provinzen Tamba, Harima, Wakasa, Omi, Yamashiro, Settsu, Iga, Yamato und Kii. Da diese Gegend die Keimzelle des japanischen Staatswesens und seines Kaiserhofs darstellt, wird das Kansai-Gebiet auch als die Wiege der japanischen Kultur bezeichnet.

Zur Zeit von Assassin's Creed Shadows spielten sich beinahe alle wichtigen politischen Ereignisse in dieser Region ab. Tokyo wurde erst im Jahr 1869 zur japanischen Hauptstadt.

Burg Osaka

Im Spiel Die Burg Osaka im ausgehenden 16. Jahrhundert. Ihr pechschwarzer, fünfstöckiger Bergfried dominiert das Stadtbild.

In der Realität Heute wird das Stadtbild von Osaka eher von Wolkenkratzern dominiert. Die Burg ist eine nette Randnotiz. Foto: Jesko Buchs

Die Burg von Osaka ist eine der zentralen Sehenswürdigkeiten Japans und fehlt in keinem Reiseführer. Entsprechend lang sind auch die Touristenschlangen dort. Erbaut wurde die Burg auf den Ruinen des ehemaligen Klosters Ishiyama Hongan-ji, dessen Mönche dem Feldherren Oda Nobunaga lästig geworden waren.

Nachdem er die Mönche 1580 bezwungen hatten, wurde der Tempel niedergebrannt und Odas treuer General Toyotomi Hideyoshi errichtete am selben Standort eine prächtige Festung. Entsprechend erleben wir die Festung in Assassin's Creed Shadows mitten im Bau. Zudem erstrahlt die Burg im Spiel in ihrem ursprünglichen, hölzernen Glanz. Die heutige Stahlbeton-Variante stammt aus dem Jahr 1931.

Sakai: Daisenryo Kofun

Im Spiel In AC Shadows liegt in den Grabkammern des Daisenryo-Kofuns ein geheimes Assassinen-Versteck.

In der Realität Auch in echt ist das Daisenryo-Kofun von drei Wassergräben umgeben. Heute liegt es mitten im Stadtgebiet von Sakai. Bild: Google Maps.

Das schlüssellochförmige Daisenryo-Kofun ist ein gigantisches Hügelgrab in der Nähe von Osaka. Im japanischen Altertum war es üblich, verstorbene Kaiser in solchen Tumuli zu bestatten, die von einem oder mehreren breiten Wassergräben umgeben wurden. Auf den Hängen und Plattformen wurden Haniwa genannte Tonfiguren platziert, die Soldaten, Pferde oder andere zeitgenössische Objekte darstellten.

Die Epoche von 300 bis 530 n. Chr wird in der japanischen Geschichte nach diesen Hügelgräbern auch Kofun-Zeit genannt. Mit der Einführung des Buddhismus in Japan verschwanden sie.

Im größten dieser Hügelgräber, das wir auch in Assassin's Creed Shadows besichtigen können, liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit der 16. japanische Kaiser Nintoku (313–399 n. Chr.) begraben. Betreten ist in der Realität entsprechend strengstens verboten.

Kyoto: Tempel des Goldenen Pavillons

Im Spiel Im Garten des Kinkaku-ji könnt ihr in AC Shadows ein paar verlorene Seiten finden und dafür einen Wissenspunkt erhalten.

In der Realität Die heutige Variante des Pavillions stammt von 1955. Ein psychisch kranker Mönch hatte das mittelalterliche Gebäude 1950 niedergebrannt. Foto: Jesko Buchs.

Über 1.000 Jahre lang, nämlich von 794 bis 1868, diente Kyoto als Sitz des kaiserlichen Hofes und war somit Mittelpunkt des japanischen Reiches. Zwar hatten die Kaiser nur im Altertum tatsächlich weltliche Macht, doch die Anwesenheit des Hofstaats machte Kyoto zu einem Zentrum von Kunst und Kultur. Im Gegensatz zu den modernen Metropolen Tokyo oder Osaka haben sich dort viele traditionelle Gebäude erhalten.

Der Kinkaku-ji (Tempel des Goldenen Pavillons) ist eines der markantesten Gebäude der altehrwürdigen Kaiserstadt. Erbaut im Jahr 1397 als Ausdruck der Pracht des Ashikaga-Shogunats wurde das ehemalige Palastgelände bald in einen Zen-Tempel umgewandelt.

Heute zählt der mit Blattgold verkleidete Pavillon zu den zentralen Sehenswürdigkeiten Kyotos und wird in jedem Reiseführer erwähnt; entsprechend voll ist es dort. Busladungen von Schulklassen und Touristen ergießen sich über die schmalen Pfade des Gartens und machen es schwer, die Schönheit des Pavillons angemessen zu würdigen - geschweige denn ein vernünftiges Foto zu machen.

Kyoto: Tempel des Silbernen Pavillons

Im Spiel Samurai Yasuke übt sich im Garten des Ginkaku-ji in den Schwertkampf-Kata.

In der Realität Gleiche Perspektive, andere Jahreszeit. Der Garten des Ginkakuji im Sommer 2018. Foto: Jesko Buchs.

Im Gegensatz zum Goldenen Pavillon ist sein Namensvetter nicht wirklich versilbert. Der Ginkaku-ji, beziehungsweise Tempel des Silbernen Pavillons wurde 1482 von Shogun Ashikaga Yoshimasa erbaut, um ihm als Altersruhesitz zu dienen.

Aus den Regierungsgeschäften hielt sich Yoshimasa weitestgehend heraus - sein Interesse galt den schönen Künsten. Allerdings schwächte sein Desinteresse an der Politik die Macht der Zentralregierung. Während Yoshimasas Regentschaft brach 1467 der Ōnin-Krieg aus; ein Bürgerkrieg, der über 100 Jahre andauern sollte und schließlich in die Ereignisse von Assassin's Creed Shadows mündete.

Kyoto: Kiyomizu-dera

Im Spiel Haupthalle und dreistöckige Pagode des Kiyomizu-dera com gegenüberliegenden Aussichtspunkt aus gesehen.

In der Realität Die Haupthalle des Kiyomizu-dera früh am Morgen. Nach 08:00 Uhr ist der Balkon bereits von Touristen überrannt. Foto: Jesko Buchs.

Der Tempel des reinen Wassers (japanisch: Kiyomizu-dera) wurde im Jahr 778 gegründet und schmiegt sich an die Hänge der Higashiyama-Hügel im Osten von Kyoto. Am bekanntesten ist der Tempel für seine mächtige Haupthalle, deren ausladender Balkon eine gute Aussicht über Kyoto bietet. Die auf Stützen ruhende Halle gilt als Meisterwerk traditioneller japanischer Architektur. Bei ihrem Bau wurde kein einziger Nagel verwendet.

Der Name des Tempels bezieht sich auf den unterhalb der Haupthalle gelegenen Otowa Wasserfall, der sich hier in drei separate Wasserläufe teilt. Jedem wird eine andere Bedeutung zugesprochen: Ein Wasserfall verspricht Erfolg, ein anderer die große Liebe, der dritte wiederum ein langes Leben. Allerdings sollte man nur aus einem der Wasserfälle trinken; alles andere gilt als gierig.

Uji: Byodo-in

Im Spiel Die Phönix-Halle des Byodo-in an einem Spätsommertag in AC Shadows.

In der Realität Auch im echten Leben ein wahrer Hingucker. Foto: Jesko Buchs

Das Städtchen Uji in der Nähe von Kyoto ist nicht nur bekannt für seinen hervorragenden Matcha-Tee, sondern auch für seine vielen historischen Gebäude. Das wohl bekannteste unter ihnen ist die prächtige Phönix-Halle des Tempels Byodo-in.

Die Halle hat eine schaurige Vergangenheit: Der Legende nach soll hier der erste aufgezeichnete rituelle Selbstmord (seppuku) eines Samurai stattgefunden haben. Im Jahr 1180 soll der Feldherr Minamoto no Yorimasa dort sein Leben beendet haben, um im Angesicht einer verlorenen Schlacht seine Ehre zu wahren.

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