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Seite 2: Assassin's Creed Unity - Koop-Fazit - Alle zusammen, jeder für sich

Teamplay hat Seltenheitswert

Weil dedizierte Server fehlen, kommt es ab und zu zur Host-Migration. Weil dedizierte Server fehlen, kommt es ab und zu zur Host-Migration.

Die Missionen verlaufen kurzweilig, wenn auch nicht so originell wie manche der Pariser Geschichten im Solo-Spiel. Die Überfälle stellen hingegen wirklich herausfordernde Schleich-Aufgaben dar. Obendrein locken reichlich Belohnungen für den Abschluss all dieser Koop-Aufträge: Geld, Talentpunkte und allerlei Ausrüstungsgegenstände. Spielerisch verlaufen diese Einsätze jedoch recht chaotisch.

Zwar gibt es einige Teamplay-Elemente in Form diverser Koop-Talente, wir teilen etwa unser Adlerauge-Radar mit anderen Spielern, heilen einander oder verteilen Vorräte, doch bei unserem Test pfiffen die meisten Assassinen auf solche Funktionen. Stattdessen sprinteten sie in Windeseile von einem Missionsziel zum nächsten. Das war nicht in jedem Fall schlimm, manche Missionen lassen sich mit dieser Herangehensweise prima lösen.

Auch große Gegnergruppen besiegen wir in der Gruppe rasch. Einzig Scharfschützen oder Aufgaben mit Zeitlimit stellen eine echte Herausforderung dar. Auch große Gegnergruppen besiegen wir in der Gruppe rasch. Einzig Scharfschützen oder Aufgaben mit Zeitlimit stellen eine echte Herausforderung dar.

Doch insbesondere bei den Überfällen nervt es, wenn die Mitspieler zu impulsiv handeln. Umso mehr Spaß macht es dann auch, wenn ein Team gut zusammenspielt, mehrere Ziele synchron ausschaltet und dabei unbemerkt bleibt. Mit zufälligen Mitspielern ist das aber ein seltener Glücksfall, auch weil das Spiel hier keine gute Anleitung gibt. Wer sich eine wirkliche Koop-Höhepunkte erhofft, der braucht zwei Dinge - Übung und feste Mitspieler.

Ein Mehrspieler-Modus für Solo-Spieler

Nur wer den Missionsverlauf der Einsätze erlernt, wer gut mit seinen Mitspielern kommuniziert und koordiniert vorgeht, wird den Koop-Spielarten von Assassin's Creed Unity Dauerspaß abgewinnen können. Für alle anderen Spieler ist der Modus eine kurzweilige, aber auch etwas verwirrende und frustrierende Möglichkeit, sich rasch neue Ausrüstung freizuspielen.

Hier bewachen wir eine Demonstration. Einer lauert oben, einer inmitten der Passanten. Hier bewachen wir eine Demonstration. Einer lauert oben, einer inmitten der Passanten.

Die Tatsache, dass die Koop-Belohnungen so üppig ausfallen und dass sie fest mit der Solo-Kampagne verknüpft sind, ist am Ende auch ein zweischneidiges Schwert. Dieses System sorgt dafür, dass die meisten Solo-Spieler den Koop-Modus ausprobieren werden. Gleichzeitig dürfte gerade dieses System dafür sorgen, dass wir bei der automatischen Spielersuche wieder und wieder an Egoisten geraten, die Missionen schnellstmöglich ablaufen, um rasch an ihre Belohnung zu kommen.

Am Ende ist der Koop von Unity eine wirklich ordentliche Dreingabe, nur etwas unglücklich gelöst ist er und er lässt uns spekulieren, was da in kommenden Serienteilen noch auf uns wartet. Werden zukünftige Assassin's Creed-Ableger vermehrt auf MMO-Elemente setzen? Der große Clou an Unitys Koop ist ja, dass wir erstmals mit anderen menschlichen Spielern durch die offene Welt der Solo-Kampagne turnen, was abgesehen von einigen Lags und dem Fehlen dedizierter Server technisch ganz ordentlich funktioniert.

Am meisten Spaß macht der Koop-Modus, wenn die Spieler in der Nähe voneinander bleiben und sich gegenseitig den Rücken decken. Bei öffentlichen Runden ist die Chance darauf jedoch gering. Am meisten Spaß macht der Koop-Modus, wenn die Spieler in der Nähe voneinander bleiben und sich gegenseitig den Rücken decken. Bei öffentlichen Runden ist die Chance darauf jedoch gering.

Ob Ubisoft diese Idee wohl weiter spinnt und uns in Zukunft ein Assassin's Creed vorsetzt, das so ähnlich wie das Ubi-Rennspiel The Crew funktioniert? Also mit einer großen, offenen Spielwelt, in der jeder Spieler sein eigenes Abenteuer erlebt, aber immer wieder anderen Spielern begegnet und sich denen jederzeit anschließen kann? Wir werden es in ein paar Jahren wissen. Heute wissen wir aber, dass der Koop-Modus von Unity eine nette Sache ist - nicht mehr und nicht weniger. An unserer Spielspaßwertung ändert er nichts. Und wie so oft bei Online-Spielarten kommt es am Ende drauf an, was man draus macht.

Fazit

Sebastian Stange: Als ich Unity Anfang November, also noch vor Release, im Rahmen eines Testevents durchspielte, da funktionierte die Koop-Komponente des Spiels noch nicht. Aber ich kam dennoch nicht dran vorbei. Immer wieder wurde ich drauf gestoßen, dass es diese Spielarten gibt und dass es sich lohnt, sie auszuprobieren. Jetzt konnte ich das endlich tun und stelle fest: Ja, die Koop-Geschichte lohnt sich, und das besonders für den Solo-Spieler. Wer sich hier echtes Zusammenspiel, ausgeklügelte Strategien und motivierenden Dauerspaß erwartet, der muss aktiv dafür sorgen, indem er seine Freundesliste mit Gleichgesinnten füllt und sich zu solchen Partien verabredet.

Am Ende wirkt dieser Koop-Modus für mich aber wie ein Experiment, das nicht ganz zu Ende gedacht wurde. Um langfristig dran zu bleiben, fehlt mir ein motivierendes Ziel, um ihn komplett zu ignorieren ist er zu wichtig für den Fortschritt meiner Spielfigur. Immerhin stellt er mich spielerisch vor keine allzu großen Probleme. Auch mit einer Gruppe von Egoisten kann ich die meisten Aufträge prima abschließen. Wer sich Mühe gibt, kassiert bessere Boni. Mit dem Kompromiss kann ich leben.

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