Assassin’s Creed Valhalla verzichtet auf Seeschlachten & das ist wunderbar

Meinung: In Assassin’s Creed Valhalla verzichtet Ubisoft zum ersten Mal seit langem auf Seeschlachten. Eine gute und richtige Entscheidung, wie Mary findet.

von Marylin Marx,
14.07.2020 17:30 Uhr

In Assassin's Creed Valhalla dient unser Drachenboot nur der Fortbewegung. Seeschlachten gibt es keine. In Assassin's Creed Valhalla dient unser Drachenboot nur der Fortbewegung. Seeschlachten gibt es keine.

Als Assassin's Creed Valhalla vor einiger Zeit endlich enthüllt wurde hatte ihr ehrlich gesagt nur einen Gedanken: Bitte nicht schon wieder Schiffe! Ich habe nie verstanden, warum alle so sehr auf diese schwimmenden Nussschalen abfahren und kann mir wirklich nichts langweiligeres vorstellen, als stundenlang über das offene Meer zu schippern.

Okay, stimmt nicht ganz. Noch langweiliger finde ich Schiffskämpfe. Denn im Gegensatz zu blitzschnellen Feuergefechten oder einer gepflegten Prügelei mit Fäusten bin ich bei Seeschlachten die meiste Zeit damit beschäftigt, irgendwie mein Schiff in Position zu bringen, um dann genau eine Salve schwere Kanonenkugeln im gegnerischen Rumpf zu versenken. Habe ich das irgendwann geschafft, ist der Kahn aber schon so weit vorbei geschippert, dass ich eine ausholende Wende fahren muss und das Spiel beginnt von vorne.

Die Autorin

Mary graut es vor Seeschlachten, Unterwasserlevel und Angel-Minispielen. Assassin's Creed hatte sie sehr lange den Rücken gekehrt, als sie nach dem dritten Teil schon keine Schiffskämpfe mehr wollte und dann Black Flag angekündigt wurde (mal ehrlich, Piraten gegen Ninjas…). Dass Altair im ersten Teil nicht schwimmen konnte, war für sie mehr Segen als Fluch.

Umso positiver überrascht bin ich, dass Assassin's Creed Valhalla zwar das Drachenboot als Fortbewegungsmittel einführt, zum ersten Mal seit langem aber wieder auf Seeschlachten verzichtet. Preiset Ägir! Der Verzicht auf dieses Feature ist aber nicht nicht für mich als Schiffs-Verweigerer eine gute Nachricht, sondern auch für alle, die sonst gerne in Assassin's Creed in See gestochen sind.

Eine Ära geht endlich zu Ende

Blicke ich auf die letzten sieben Assassin's Creed-Spiele der Hauptserie zurück, müssen wir uns in fünf von ihnen auf dem Wasser duellieren. Selbst im staubigen Origins, in dem wir uns vor der Wüste kaum retten können, werden mir Seeschlachten untergejubelt. Vielen Dank auch. Dabei passen die eigentlich so gar nicht ins Setting. Lediglich Assassin's Creed Unity und Syndicate kommen ohne aus.

Ich habe nie verstanden, warum Seeschlachten schon beinahe als Must-Have-Feature für jedes neue Assassin's Creed angesehen wurden. Immerhin will ich als Assassine meine Gegner leise und hinterrücks mit der versteckten Klinge erdolchen oder in blitzschnellen Actionszenen zeigen, was das harte Kampftraining für Früchte trägt. Seeschlachten, geben mir nichts von beidem. Es braucht keine Assassinen, um Kanonenkugeln über das Meer zu schießen.

Preview zu Assassin's Creed Valhalla   287     13

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Endlich wieder festen Boden unter den Füßen

Dass Assassin's Creed Valhalla auf Seeschlachten verzichtet ist daher für mich ein riesiger Pluspunkt und passt hervorragend ins Setting. Immerhin waren die Wikinger ähnlich wie ich nie große Fans von Seeschlachten. In den seltensten Fällen vertäuten sie ihre Schiffe mit denen des Gegners und schufen so eine schwimmende Kampfplattform, auf der sie sich dann nach allen Regeln der Kunst die Köpfe einschlugen.

Der Großteil der Schlachten wurde aber an Land geführt und genau so handhabt es Valhalla auch. Anders als in Black Flag, wo wir erst die Geschütztürme einzelner Festungen über den Seeweg ausschalten mussten, gehen wir in Valhalla direkt an Land um die Burg auf unseren eigenen zwei Beinen zu überrennen.

Die Burg nehmen wir nicht auf dem Seeweg, sondern ganz klassisch zu Fuß ein. Die Burg nehmen wir nicht auf dem Seeweg, sondern ganz klassisch zu Fuß ein.

Der Fokus aufs Wesentliche

Der Wegfall der Seeschlachten ist in meinen Augen aber nicht nur ein Gewinn für alle Landratten, wie ich eine bin. Ein Feature weniger bedeutet auch, dass mehr Raum für den Rest zu schaffen. Ubisoft muss nicht mehr an zwei Fronten kämpfen, sondern kann sich voll und ganz auf das Kampfsystem an Land fokussieren.

Diese Entscheidung trägt bereits Früchte. Neben einer größeren Vielfalt in unserem Waffenarsenal, gibt es auch endlich wieder mehr individuelle Gegenertypen, die uns auf verschiedene Arten das Leben schwer machen. Einige von ihnen hat Ubisoft bereits im neuesten Gameplay-Trailer vorgestellt:

Assassin's Creed Valhalla zeigt im Trailer 6 Minuten Gameplay - und diesmal wirklich 6:00 Assassin's Creed Valhalla zeigt im Trailer 6 Minuten Gameplay - und diesmal wirklich

Bisher macht Assassin's Creed Valhalla vieles richtig, allerdings sind noch viele Fragen ungeklärt. Ich hoffe wirklich, dass der Wegfall von schwimmenden Kämpfen Ubisoft dazu zwingt, sich anderen Baustellen wie etwa der berühmt berüchtigten Ubisoft-Formel zu widmen.

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Aktuell freue ich mich aber sehr auf ein Assassin's Creed, indem ich nicht mehr einen schwimmenden Kahn auf meinem Bildschirm anschreien muss.

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