Atomic Heart hat angeblich große Probleme - Gerücht: Entwicklung des Shooters sei »orientierungslos«

Das »russische Bioshock« Atomic Heart beeindruckt in Trailern, doch hinter den Kulissen soll es erhebliche Schwierigkeiten bei Entwickler Mundfish geben.

von Peter Bathge,
30.01.2019 16:40 Uhr

Der Ego-Shooter Atomic Heart verzaubert durch einzigartiges Design und große Ambitionen. Doch Entwickler Mundfish hat angeblich große Probleme. Wir erklären, worum es geht, und geben eine Einschätzung der Lage ab.Der Ego-Shooter Atomic Heart verzaubert durch einzigartiges Design und große Ambitionen. Doch Entwickler Mundfish hat angeblich große Probleme. Wir erklären, worum es geht, und geben eine Einschätzung der Lage ab.

Unbestätigten Gerüchten zufolge läuft bei der Entwicklung von Atomic Heart nicht alles rund; der Ego-Shooter erregt mit seiner fantasievollen Gestaltung Aufsehen in großen Teilen der Spieler-Community, zuletzt veröffentlichte Entwickler Mundfish ein zehn Minuten langes Gameplay-Video.

Was ist passiert?

Der Artikel eines Bloggers (englische Zusammenfassung) spricht von aus anonymen Quellen herangetragenen Informationen über Probleme beim russischen Entwickler Mundfish. Demzufolge habe der Autor mit einigen der Mitarbeiter über den Ego-Shooter gesprochen. Eine Bestätigung der Angaben gibt es nicht, weshalb diese Meldung als Gerücht einzuschätzen ist. Zum russischen Original-Beitrag.

Was sind die größten Probleme?

  • Angeblich gibt es keine festen Design-Richtlinien für Atomic Heart, die Macher seien orientierungslos. Dem Bericht zufolge setzen einzelne Entwickler ohne große Planung spontan Ideen aus anderen Spielen wie die Nahkampf-Finisher aus Doom um. In welche Richtung sich Atomic Heart entwickeln soll, sei aber unklar, der Fokus schwanke zwischen einem geradlinigen Doom, einer Variante von Arkane Softwares Prey und einem mit Dark Souls vergleichbaren Ansatz.
  • Die Entwicklung wurde dem Bericht zufolge vor fünf Monaten komplett neugestartet, womit angeblich Rückschritte in Sachen Gameplay und Komplexität einhergingen.
  • Mundfish habe zuletzt eine größere Anzahl an Beschäftigten entlassen. Von den verbliebenen Entwicklern kennen sich demzufolge nur wenige mit der Programmiersprache C++ und der für Atomic Heart verwendeten Unreal Engine 4 aus, an solchen Experten herrsche in Russland allgemein Mangel. Viele Aufgaben würden daher an Außenstehende übertragen (Outsourcing).
  • Der CEO von Mundfish habe keine Erfahrung in der Videospielbranche.
  • Für den ersten Trailer zu Atomic Heart habe Mundfish stark getrickst, er zeige keine echten Spielszenen. Das jüngsten Gameplay-Video sei dagegen echt, allerdings habe man hier bewusst Szenen ausgewählt und zusammengeschnitten sowie zu Präsentationszwecken einen sehr linearen Pfad gewählt.

Atomic Heart - Screenshots ansehen

Neue Infos zu Atomic Heart

  • Den einzigartigen Look von Atomic Heart hat zu großen Teilen angeblich eine einzige Person zu verantworten: der Künstler Artyom Galeev. Galeev habe die Idee für das Spiel vor vielen Jahren gehabt und immer weiter ausgebaut.
  • Quellen zufolge, die laut dem russischen Blogger lieber anonym bleiben wollen, könnte Atomic Heart zum Release in mehreren Episoden erscheinen. Eine Folge solle demnach eine Spielzeit von etwa fünf Stunden umfassen.

Wie schätzen wir die Lage ein?

Den Bericht über die Entwicklungsprobleme bei Atomic Heart sollte man mit Vorsicht genießen: Nichts davon ist aktuell bestätigt und wir konnten die Vertrauenswürdigkeit des Original-Bloggers bislang nicht überprüfen.

Davon abgesehen raten wir aber zur Besonnenheit: Dass Spiele im Laufe ihrer Entwicklung Veränderungen erfahren oder die Entwickler andere Schwerpunkte setzen, ist nichts Ungewöhnliches. Genauso ist es unserer Erfahrung nach völlig normal, dass Videos vor Release nicht zwangsweise echtes Gameplay zeigen, das so 1:1 auch im fertigen Spiel möglich ist.

Stattdessen setzen Studios aufgrund der fehlenden Verfügbarkeit finaler Texturen oder Mechaniken oftmals darauf, den Zuschauern einen Eindruck davon zu vermitteln, wie das fertige Spiel einmal aussehen soll - quasi als Designstudie eines Work-in-Progress-Projekts.

Atomic Heart - 10 Minuten Gameplay zum vielleicht verrücktesten Shooter des Jahres 10:01 Atomic Heart - 10 Minuten Gameplay zum vielleicht verrücktesten Shooter des Jahres

Uns erscheint es zudem fragwürdig, dass man aus fehlender Videospielerfahrung des Geschäftsführers eines Studios Rückschlüsse auf die Qualität dessen Projekts ziehen kann. Ein CEO programmiert schließlich nicht mit; die Richtung der Entwicklung gibt allenfalls der Creative Director vor. Sollte bei Mundfish allerdings tatsächlich Ratlosigkeit darüber herrschen, was für ein Spiel Atomic Heart wird, dann könnte das auf eine Führungsschwäche auf dieser Ebene hindeuten.

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