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Seite 2: Batman: The Dark Knight - Der beste Flattermann

Warum denn so ernst?

Die Geschichte von The Dark Knight schließt direkt an die Geschehnisse des Vorgängers Batman Begins an. Wayne Manor wird nach einem verheerenden Feuer wiederheraufgebaut, Bruce lebt derweil in seinem Penthouse in Gotham und wenn er nicht gerade sein Image als arroganter Playboy pflegt, jagt er in Gestalt seines Alter Ego Batman die entflohenen Häftlinge aus Arkham und schmachtet seiner Jugendliebe Rachel nach.

Macht auch hinter Gittern eine gute Figur: Heath Ledger als Joker. Macht auch hinter Gittern eine gute Figur: Heath Ledger als Joker.

Die wird im neuen Film übrigens nicht mehr von Tom Cruises Ehefrau Katie Holmes, sondern von Maggie Gyllenhaal gespielt. Der Rolle der leidenschaftlichen Staatsanwältin tut der Darstellerinnenwechsel sichtlich gut.

Die Chefrolle der Anklage muss Gyllenhaals Rachel trotzdem dem neuen Oberstaatsanwalt Harvey Dent (Aaron Eckhart) überlassen. Dent ist die zentrale Schlüsselfigur des Films, um seine Gunst streiten die Bösen wie die Guten. Für die gewaltgeplagten Bürger Gothams, allen voran für Lieutenant Jim Gordon (Gary Oldman), ist Dent die Lichtfigur, der weiße Ritter, der sie vor dem organisierten Verbrechen schützen wird. Selbst Batman sieht in Dent den wahren Retter der Stadt, nicht ganz uneigennützig, denn seine Beziehung zu Rachel hat nur dann eine Chance, wenn er seinen teflonverstärkten Zweitanzug an den Nagel hängt. Alles gut in Gotham also? Nicht ganz, denn Dent treibt die Mafia mit seinen Massenverhaftungen in die Ecke und in ihrer Panik wendet sich der versammelte Abschaum der Stadt an einen Clown im lila Anzug: Bühne frei für den Joker!

Der Joker entlässt sich selbst aus dem Knast. Der Joker entlässt sich selbst aus dem Knast.

»Sehe ich etwa so aus als hätte ich einen Plan?« Grotesk zum Clown geschminkt, sitzt Heath Ledger im Krankenschwester-Outfit am Bett von Harvey Dent. Seine Maske ist längst zerlaufen, doch der rote Lippenstift formt die Narben an seinem Mund noch immer zu einem breiten Grinsen. Jack Nicholson trüg dieses Grinsen bereits 1989 in der ersten Batman-Verfilmung von Tim Burton. Doch Ledgers Joker hat nichts mit der aufbrausenden Clownsfigur von damals zu tun, dass macht schon die Kamera deutlich. Sie ist immer nah an seinem Gesicht, zeigt nur selten seine ganze Figur. Er schnalzt und klackt beim Sprechen, zieht die Schultern hoch. Manchmal ist er fast zurückhaltend und scheu. Keine Spur von Charisma. Dieser Joker ist keine physische Erscheinung wie Batman. Im Kampf Mann gegen Mann hat Ledgers Figur keine Chance. Aber die braucht er auch nicht, denn der Joker ist das Chaos. Und das lässt sich nicht kontrollieren. Butler Alfred fasst es passend zusammen: »Manche Menschen wollen die Welt einfach nur brennen sehen.«

Gothams Bürgermeister (Nestor Carbonell) und Lieutenant Jim Gordon (Gary Oldman) beim Gefangenenbesuch. Gothams Bürgermeister (Nestor Carbonell) und Lieutenant Jim Gordon (Gary Oldman) beim Gefangenenbesuch.

Nie ließ ein Gegnerspieler den Batman so leicht so machtlos wirken. Dabei will der Joker den dunklen Ritter nicht einmal töten, er schützt im Verlauf der Handlung sogar seine Identität. Der Joker braucht Batman, nicht den Mann aber das Symbol. Anders als in Tim Burtons Verfilmung gibt es deshalb auch keine persönliche Beziehung zwischen den beiden Figuren. Stattdessen rennt Batman von Falle zu Falle, kommt immer zu spät und muss letztendlich seine eigenen Spielregeln brechen. Batman wird zum Ein-Mann-Überwachungsstaat und Lucius Fox muss schockiert mit ansehen, wie seine Technologie zu viel Macht in die Hände eines einzelnen legt - in seine eigenen. Am Ende hat der Joker gewonnen. Und Heath Ledger grinst dazu.

Natürlich wäre The Dark Knight kein amerikanischer Superheldenfilm, wenn es nicht auch einen Funken Hoffnung gäbe. Ausgerechnet an den Bürgern der Stadt, an der vermeintlich hilflosen, stumpfsinnigen Masse, beißt sich der Joker mit seinem Chaosideal die Zähne aus. Die normalen Menschen spielten in den Batman-Filmen bisher immer eine untergeordnete Rolle.

Rachel (Maggie Gyllenhaal) kommt dem Joker näher. Rachel (Maggie Gyllenhaal) kommt dem Joker näher.

Doch dieser Batman funktioniert nur in der Wechselwirkung mit denjenigen die er beschützen will, denn Bruce Wayne hat seine selbsterschaffene Figur endlich zu dem gemacht, als das er sie in Batman Begins angekündigt hatte: zu einem Symbol, zu einer Projektionsfläche. Batman existiert in einer modernen Medien- und Informationsgesellschaft, seine Taten inspirieren auch wenn ihm selbst am Ende nur die Rolle des Sündenbocks bleibt.

»Man muss die Menschen für ihr Vertrauen belohnen«, sagt Morgan Freeman als Lucius Fox an einer Stelle und fasst damit auch das politische Statement des Films zum Thema Sicherheit und Freiheit zusammen. Im großen Finale kämpft Batman gegen den Joker, soviel können wir verraten, dass wird niemanden überraschen. Doch zur selben Zeit werden auch zwei Gruppen von verängstigten Menschen vor eine katastrophale Wahl gestellt. Diese Szene ist der wahre Höhepunkt von The Dark Knight.

Quickinfos

Originaltitel: The Dark Knight, USA 2008
Regie: Christopher Nolan
Darsteller: Christian Bale, Michael Caine, Heath Ledger, Gary Oldman, Maggie Gyllenhaal und Morgan Freemann
Länge: 152 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Kinostart: 21.08.2008

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