Battlefield 5 - Ruinieren Waffen-Upgrades das Spiel? Update: DICE reagiert!

Die Beta von Battlefield 5 macht uns besonders in einem Punkt Sorgen: Wird das Upgrade-System der Waffen zum Balance-Problem?

von Philipp Elsner,
10.09.2018 16:36 Uhr

Update: DICE hat auf die Kritik an den Waffen-Upgrades von Battlefield 5 reagiert und am 5. Oktober 2018 weitreichende Änderungen angekündigt, um das System fairer und ausgeglichener zu gestalten.

Original-Beitrag: Auf den ersten Blick hat sich bei Battlefield 5 im Vergleich zu den Vorgängern nicht viel verändert. Doch beim Spielen der Beta spürt man: das Spielgefühl hat sich drastisch gewandelt. Durch das fehlende 3D-Spotting müssen wir wieder mehr auf die eigentliche Spielumgebung achten und feuern nicht mehr nur überall auf rot leuchtende Dreiecke.

Eine kürzere »Time to Kill« und die erlernbaren Streuungsmuster machen das Schussgefühl befriedigender und nachvollziehbarer. Und das Attrition-System sorgt durch begrenzte Munition für mehr Teamplay im Squad und schiebt einzelnen Sniper-Campern einen Riegel vor.

Doch bei all den spannenden Innovationen, droht ausgerechnet das Upgrade-System für Waffen und Fahrzeuge zum Balance-Debakel zu werden - zumindest, wenn die Upgrades aus der Beta auch so in die Release-Fassung übernommen werden. Der Kern des Problems: Die Upgrades sind eben genau das - objektive Verbesserungen einer Waffe, die dem Spieler einen klaren Vorteil im Kampf verschaffen.

Schlechtmöglichste Waffen zum Start

Zum Freischalten einer neuen Waffe muss man die entsprechende Klasse spielen und kann sie dann ab einem bestimmten Level ausrüsten. Jede Waffe wird dann wiederum separat über das Upgrade-System im Company-Menü verbessert. Bei jedem Stufenaufstieg kann man einen Punkt in einer Art Talentbaum investieren.

In der Folge wird die Waffe durch Grind statistisch stärker und erhält zum Beispiel schnellere Kugelgeschwindigkeit, höhere Präzision, ein größeres Magazin oder weniger Rückstoß. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass jede Waffe in ihrem schlechtmöglichsten Zustand startet.

Ein neuer Spieler hat also in einer 1-gegen-1-Situation bei gleichem Skill kaum eine Chance gegen einen ebenbürtigen Gegner, der die gleiche Waffe nutzt, sie aber schon länger spielt. Dann entscheidet nicht das Können, sondern investierte Spielzeit.

Auch Fahrzeuge verfügen über einen Upgrade-Baum mit jeweils zwei möglichen Verläufen. Auch Fahrzeuge verfügen über einen Upgrade-Baum mit jeweils zwei möglichen Verläufen.

Das ist insbesondere in einem Service-Spiel wie Battlefield 5, das Spieler durch den Meta-Modus »Tides of War« lange bei der Stange halten will, ein fatales Signal. Denn für Anfänger, die das Spiel erst nach Release kaufen und gegen massenhaft Gegner mit statistisch besseren Waffen antreten müssen, ist Frust vorprogrammiert.

Noch dazu kommt, dass man weder Waffen noch die Upgrades im laufenden Spiel aufrüsten oder anpassen kann. Stattdessen muss man das Spiel zwangsläufig verlassen und die Änderungen umständlich im Menü vornehmen.

Das Schlimmste aus Battlefront 2

Battlefield 5 borgt sich damit bei Star Wars: Battlefront 2 ausgerechnet eine der umstrittensten Mechaniken, nämlich die Star Cards. Auch hier levelt man die Fähigkeiten und Gadgets der Klassen durch Spielzeit auf bessere Versionen hoch - und das ohne jeden Nachteil.

Die große Krux dieses Upgrades-Systems ist, dass durch den Kauf einer Verbesserung in Battlefront 2 wie auch in Battlefield 5 keine negativen Effekte auftreten, die der Spieler ausgleichen muss. Das aus Battlefield 3 und Battlefield 4 bekannte Attachment-System kannte dieses Problem nicht, denn jedes Gadget brachte einen Vorteil und einen Nachteil mit sich.

Statt Aufsätzen mit Vor- und Nachteilen, schalten wir in BFV simple Verbesserungen frei. Am Ende ist die Waffe weitaus mächtiger.Statt Aufsätzen mit Vor- und Nachteilen, schalten wir in BFV simple Verbesserungen frei. Am Ende ist die Waffe weitaus mächtiger.

So konnte ein Griff zum Beispiel den horizontalen Rückstoß eines Gewehrs reduzieren, verstärkte aber zugleich den vertikalen. Wer dagegen Slug-Munition für seine Shotgun auswählte, musste für seine erhöhte Reichweite mit weniger Schaden über kurze Distanzen bezahlen, und so weiter.

Spieler, die einen Aufsatz für ihre Waffe nutzten, waren automatisch dazu gezwungen, die Nachteile selbst auszugleichen - der Skill machte den Unterschied.

Unser Appell an DICE

Battlefield 5 muss wieder zurück zu diesem Prinzip "Sidegrades statt Upgrades". Waffenverbesserungen sind toll und sinnvoll, wenn sie dem Spieler verschiedene Wahlmöglichkeiten und Raum zur Spezialisierung geben.

Sie sind aber plump und schaden der Balance, wenn ein Veteran einem Neuling nicht nur die Kenntnis von Maps und Waffen voraushat, sondern seine Knarre auch noch rein statistisch besser schießt. Denn das ist nämlich nur eins: unfair.

Unser direkter Apell an DICE ist also: ändert dieses System! Denn ihr hattet im Laufe eurer Battlefield-Serie schon bessere Mechaniken für Waffen-Customization. Sollte das System aus der Beta so auch zum Release vorhanden sein, ist in unserem Test eine Abwertung wegen Balance-Problemen so gut wie sicher.

Zum Release mit 8 Maps: Die Launch-Schauplätze von Battlefield 5

Battlefield 5 - 6-Minuten-Trailer mit Infos zu Battle-Royale, Singleplayer & Seasons 6:28 Battlefield 5 - 6-Minuten-Trailer mit Infos zu Battle-Royale, Singleplayer & Seasons


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