50% aufs erste Jahr – nur für kurze Zeit!

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Ich habe mir aus Versehen ein Steam-Spiel mit 17 Reviews gekauft und dabei einen echten Schatz entdeckt

Steffi wirft manchmal unbedacht extrem seltsame Spiele in ihren Warenkorb. So wanderte die Life-Sim Being Left The F*** Alone Simulator unabsichtlich in ihre Bibliothek. Zum Glück.

Sims und Stardew Valley sind tolle Spiele, aber passen einfach nicht in Steffis Lebensmodell. Eine völlig unbekannte Life-Sim hat es ihr aber angetan. Sims und Stardew Valley sind tolle Spiele, aber passen einfach nicht in Steffis Lebensmodell. Eine völlig unbekannte Life-Sim hat es ihr aber angetan.

Manche Spiele sprechen mich mit ihrem Titel auf einer fast schon spirituellen Ebene an. So auch der Being Left The Fuck Alone Simulator – wünschen wir uns das nicht alle manchmal? Ich habe keine Ahnung, wie ich jemals über dieses winzige Pixelspiel bei Steam gestolpert bin, aber ich fand den Namen lustig genug, um es in meinen Warenkorb zu werfen.

Den behandle ich wie eine zweite Wunschliste, weil meine richtige Wunschliste überquillt. Beim nächsten geplanten Spielekauf hatte ich dann vergessen, dass ja auch noch diese Life-Sim im Körbchen lag – naja, über die zwei Euro fuffzig muss man sich nicht groß ärgern.

Statt direkt einen Refund zu beantragen, habe ich erstmal kurz reingeschaut. Und dabei eine angenehme Überraschung erlebt: Die erste Life-Sim seit Sims 2, die mich richtig glücklich macht.

Denn wo mich die modernen Genre-Könige wie Sims 4 oder Stardew Valley automatisch stressen – es gibt zu viel zu tun und ich hab zu wenig Zeit, die ich ihnen widmen könnte – verschafft mir Being Left The Fuck Alone Simulator ein kleines bisschen Frieden.

Stephanie Schlottag
Stephanie Schlottag

Redakteurin Steffi ist für viele Genres zu begeistern, aber mit Lebenssimulationen hat sie so ihre Schwierigkeiten. Deshalb darf es da ruhig mal ein paar Nummern kleiner zugehen - solange das Spiel ihr ein wohliges Gefühl vermittelt.

Einfach mal Ruhe haben

Das simple Spiel erzählt natürlich keine umfangreiche Geschichte und die Mechaniken sind auch denkbar einfach: Ich kann Sachen anschauen, sie antatschen und mich durch mein Haus bewegen. Immer wieder ploppen Textfenster mit teils lustigen, teils poetischen Worten auf. Darüber wird die gesamte Story vermittelt.

Zum Beispiel, wenn ich ein Wasserglas aufnehmen will und mir ein Text verrät, dass meine liebe Katze daraus geschlabbert hat, weil es da natürlich viel besser schmeckt als aus ihrer eigenen Wasserschüssel. Das kann ich exakt so aus dem echten Leben bestätigen, das macht mein Rudel Stubentiger genauso.

In Being Left The Fuck Alone Simulator gibt es kein Game Over, keinen Spielertod und keine Sackgassen. Das Ziel ist es, alle interaktiven Dinge und Orte zu entdecken. Es agiert nach der klassischen Adventure-Logik. Manchmal liegt ein Telefon halt im Waschbecken, und wenn man mit dem Klo interagiert, naja, was passiert dann wohl.

Währenddessen düdelt die ganze Zeit wundervoll entspannte Musik im Hintergrund – und mehr brauche ich gar nicht, um genau das zu tun, was das Spiel von mir will. Die echte Welt ein oder zwei Stunden aussperren. Nicht grübeln. Nicht nach Dopamin jagen. Einfach entspannen und ein bisschen über die versteckten Scherze lächeln. Ich mag das. Normal gebe ich mich sehr gesellig, aber immer öfter will ich im echten Leben einfach nur meine Ruhe haben. Da passt das Spiel perfekt ins Konzept.

Video starten 0:58 Being Left The F***Alone Simulator ist viel gemütlicher, als der Name vermuten lässt

Gerade mal 17 Nutzer-Rezensionen hat das Spiel nach vier Jahren Steam-Existenz, und es wird zeitlebens wohl nie groß darüber hinauskommen. Aber 94 Prozent sind positiv, zum Beispiel die hier von Tomboy Foxgirl, die es perfekt trifft:

Ich hatte nicht erwartet, beim Spielen zu weinen, aber ich habe tatsächlich geweint. Dieses Spiel ist eine Übung in Frieden, Selbstliebe und dem Lernen, andere offener zu lieben. Ich habe alle Spiegel-Affirmationen gemacht, halb in der Erwartung, ein Achievement zu erreichen, aber was ich bekam, war viel wertvoller als das. Wenn man eine traumatisierte Person ist, die nach einem Funken Frieden in einem schwierigen Leben sucht, empfehle ich, dieses Spiel auszuprobieren. Selbst wenn man sonst nichts davon hat, ist die Musik wunderschön.

Ich wollte es euch den ungewöhnlichen Simulator mal vorstellen, weil es so ein angenehmer Zufallsfund war und mich daran erinnert hat, dass sich auch in der dritten und vierten Spielereihe immer noch ein paar Juwelen verstecken.

Wenn ihr beim nächsten Sale auf den Stufenwert für mehr Spielkarten kommen wollt, oder wenn ihr euch nach wirklich entschleunigender Entspannung sehnt, dann investiert ruhig den Preis einer kleinen Tasse Kaffee in diese Mini-Life-Sim. 

Falls es euch der entspannende Soundtrack des Spiels angetan haben sollte, der Künstler heißt The Aurora Principle.

Habt ihr schon mal völlig zufällig und / oder aus Versehen einen kleinen Geheimtipp entdeckt, der euch dann viel besser gefallen hat als gedacht? Wenn ja, nutzt doch gern gleich mal die Gelegenheit und erzählt uns in den Kommentaren davon! 

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