The Legend of Zelda: Breath of the Wild
Entwickler: Nintendo
Publisher: Nintendo
Release: 3. März 2017
Fabiano UslenghiIch spreche mal ganz offen mit euch: Ohne Breath of the Wild gäbe es womöglich diesen Artikel hier gar nicht. Aber als wir uns in der Redaktion Gedanken über die besten offenen Spielwelten aller Zeiten machten - da kam natürlich auch Breath of the Wild auf. Ich habe sogar versucht, nur für dieses Spiel eine Ausnahme zu erwirken und bei den 100 besten Open Worlds mal Konsolenspiele zuzulassen. Erfolglos. Doch wenn schon nicht in unserer PC-Liste, dann eben hier. Denn als seriöse Spieleredaktion kann man es sich einfach nicht erlauben, Breath of the Wild zu ignorieren, wenn man über offene Spielwelten spricht.
Kein anderes Spiel der letzten fünf Jahre hat so einen gewaltigen Einfluss darauf gehabt, was wir unter einer offenen Welt verstehen. Hier wurde endlich die altbekannte Grundmechanik hinterfragt. Breath of the Wild hat der ganzen Welt gezeigt, wie viel Potenzial und clevere Spielideen die Freiheit einer offenen Welt noch parat hält. Sobald wir mit Link ins malerische Hyrule entlassen werden, geht es nur noch darum, neue Wege zu finden, mit denen wir mit der Welt interagieren.
Dabei reisen wir von grünen Ebenen in die Wüste und über Berge bis in einen Vulkan. Und zwar nicht nur zu Fuß oder auf einem Pferd. Nein, nein. In Breath of the Wild wird geklettert. Und zwar schier grenzenlos. Wenn es einen Felsen gibt, der uns trotzt, dann nur weil Link noch zu schnell die Puste ausgeht oder der Regen die Wand glitschig werden lässt. Haben wir genug vom Krackseln, dann benutzen wir eben unseren Gleiter und Segeln durch die Luft. Oder wir finden heraus, dass es sich auf einem Schild wunderbar durch den Schnee brettern lässt. Mein persönlicher Favorit bleibt aber die Zeitkanone. Einfach einen Gegenstand einfrieren, draufschlagen, besteigen bevor der Timer abläuft und dann dabei zusehen, wie Link samt Objekt einmal über die ganze Karte katapultiert wird.
Und da sind wir erst beim Fortbewegen. Auch in den Kämpfen können wir immer wieder neue Mechaniken entdecken, das Gras anzünden, Bäume rollen lassen oder einen Feind erst einfrieren und dann in einem tiefen See ertrinken lassen. Nicht grundlos wird das Konzept inzwischen sogar von großen Publishern wie von Ubisoft bei Immortals Fenyx Rising fast eins zu eins kopiert. Nintendo hat mit Breath of the Wild das Konzept einer Open World schlichtweg revolutioniert.
2:58
Moin Michi - Folge 65 - Ich will hier nicht weg!
Trivia:
- Einer der schönsten Orte in dem ohnehin schon zauberhaften Spiel ist der sogenannte Satori Berg. Dass ausgerechnet dieser Ort so wundervoll gestaltet wurde, hat einen einfachen Grund. Er wurde nach dem Nintendo CEO Satoru Iwata benannt, welcher im Jahr 2015 tragischerweise verstarb.
- Breath of the Wild zog viel Inspiration aus Skyrim. Laut Produzent Eiji Aonuma habe er beim Spielen jedoch nicht überlegt, was sie für Zelda übernehmen könnten, sondern auf was sie sich vorbereiten sollten und was Spieler von solchen Spielen wohl erwarten.
Shadow of the Colossus
Entwickler: Japan Studio, Team Ico
Publisher: Sony
Release: 18. Oktober 2005
Mary MarxShadow of the Colossus ist wohl das beste Beispiel für weniger ist mehr. Anders als in vielen anderen Open-World-Spielen, gibt es hier keine Städte, Dungeons oder gar andere Menschen zu entdecken. Auch neben den 16 Kolossen, die wir im Spiel erschlagen müssen, treffen wir auf keine anderen Gegner.
Was erstmal wie das ödeste Spiel aller Zeiten klingt, entfaltet aber genau durch diesen Minimalismus eine unglaubliche Atmosphäre. Die zerfallenen Ruinen, die nackten Steinklippen und die Ruhe, die nur dem Klopfen der Hufe unseres Pferdes gebrochen wird, entwickeln ein unglaubliches Gefühl von Melancholie, Einsamkeit und Isolation, während wir durch die Welt immer weiter zu unserem nächsten Gegner schreiten.
Vor allem im PlayStation-4-Remake, das im Februar 2018 erschien und von Bluepoint Games entwickelt wurde, kommt die triste Landschaft nochmal richtig zur Geltung. Deshalb hat es sich seinen Platz in dieser Liste immer noch redlich verdient.
Trivia:
- Shadow of the Colossus war eigentlich mal als MMO geplant. Die Pläne wurden aber aufgrund des kleinen Entwicklerteams wieder verworfen
- Director und Lead Designer Fumito Ueda wollte eigendlich 48 Colossi ins Spiel bringen. Aufgrund von technischen Limitierungen und anderer Gründe wurden es am Ende noch nur 16.
Days Gone
Entwickler: Bend Studio
Publisher: Sony Interactive Entertainment
Release: 26. April 2019
Valentin AschenbrennerOkay, mit dem folgenden Text mache ich mich wahrscheinlich bei dem ein oder anderen Leser wahnsinnig unbeliebt. Denn ich muss zugeben, dass ich mit Days Gone bis heute nie richtig warm geworden bin. Und dabei habe ich es wirklich versucht: Über 20 Stunden hinweg quälte ich mich in der Rolle von Unsympath und Möchtegern-Daryl-Dixon Deacon St. John durch eine platte und vorhersehbare Story. Ich absolvierte die immer gleichen und repetitiven Missionen in der Hoffnung, dass ich irgendwann den Punkt des Spiels erreiche, an dem alles besser wird.
Der kam allerdings für mich nie. Und so gab ich mich geschlagen, als mein mühsam aufgerüstetes Motorrad einmal zu oft im Graben landete und ich meine über etliche Spielstunden hinweg verdiente Ressourcen in Reparaturen investierte, einfach nur, um weiterspielen zu können. Frustriert und genervt war das für mich das Ende meines Ausflugs in die Welt von Days Gone, fehlte mir doch schlichtweg der Schimmer am Horizont, der mich dazu ermutigt, mich weiter durchzubeißen.
Doch dass Days Gone definitiv seine Reize hat und damit eine treue Fangemeinschaft hinter sich vereint, möchte ich niemandem absprechen. Himmel, auf dem Papier klingt Days Gone selbst für mich nach dem perfekten Zombie-Spiel! Ohnehin als Fan nihilistischer Endzeitszenarien fühlte ich mich in der Open World von Days Gone definitiv wie Zuhause. Und so hielten mich auch die Aufträge der wenigen Überlebenden der Zombie-Apokalypse an der Stange, welche in ihren besten Momenten Stimmung wie in The Last of Us aufkommen ließen.
Sogar für die Bedrohung durch die lebenden Toten guckten sich die Entwickler von Days Gone ein paar nette Kniffe bei World War Z ab: In ihrer schieren Masse mutierten zu wahrem Albtraum-Material, wenn ich verzweifelt mit meinen spärlichen Ressourcen versuchte, einer regelrechten Welle aus Zombies Herr zu werden. Wisst ihr was? Gerade habe ich irgendwie doch wieder Bock auf Days Gone bekommen. Vielleicht gebe ich ja Deacon St. John spätestens zum anstehenden PC-Release eine zweite Chance - auch wenn ich wirklich gar keine Lust auf sein Gejammer über die tote Ehefrau habe …
Trivia:
- Die Untoten von Days Gone werden niemals als Zombies bezeichnet. Stattdessen verwenden die Überlebenden dieses Endzeit-Szenarios Begriffe wie "Freakers", "Swarmers" oder "Newts".
- Der Synchronsprecher von Deacon St. John ist in The Walking Dead zu sehen: In der Pilotfolge taucht Sam Witwer in der Rolle eines untoten Soldaten auf, den Rick Grimes (Andrew Lincoln) erschießt. Ursprünglich hatte der damalige Showrunner Frank Darabont eine umfangreiche Vorgeschichte für den Soldaten geplant gehabt. Sein Streit mit dem Sender AMC machte diese Pläne aber zunichte.
Stimmt über euren Favoriten ab
Wie in der Einleitung bereits angekündigt, dürft ihr jetzt über euren konsolenexklusiven Open-World-Favoriten abstimmen.
Wir freuen uns natürlich darüber, wenn ihr uns in den Kommentaren erklärt, warum euer gewähltes Spiel euer Favorit ist (erst recht, wenn ihr »Ein anderes« wählt!)
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