Heinrich könnte ganz schön viele Leben verbessern, wenn er in Kingdom Come: Deliverance 2 denn spenden dürfte. Schließlich sammelt er im Laufe seines Abenteuers eine unheimliche Menge an Groschen ein, besonders wenn er gefallenen Gegnern die Rüstung abnimmt und sie vertickt.
Das wäre auch dringend nötig, wenn man sich die zahlreichen Bettlerinnen und Bettler anschaut, die im mittelalterlichen Kuttenberg auf milde Gaben hoffen. Schon im ersten Spiel waren die geflohenen und plötzlich heimatlosen Skalitzer ein zentrales Thema, und auch im zweiten Teil wird immer wieder deutlich, wie viele Menschen durch den Krieg und andere Katastrophen entwurzelt wurden.
In vielen Rollenspielen gibt’s eine simple Mechanik, mit der man via Tastendruck weniger glücklichen Figuren eine Münze geben kann. Nicht so in Kingdom Come 2, obwohl man in vielen Quests Gegenstände an NPCs geben kann – die technischen Grundlagen wären also schon längst da. Und so lassen sich die spendablen Fans natürlich auch gar nicht weiter aufhalten.
Die besten Ideen
Immer mal wieder wird das Thema in der Community diskutiert, aktuell etwa bei Reddit. Der Thread-Ersteller bringt es knackig auf den Punkt:
Ich kann vielleicht irgendwie verstehen warum sie [gemeint ist Entwickler Warhorse] entschieden haben, das nicht zu ermöglichen, aber es ist schade, dass ich ihnen nur die Köpfe mit einem Streitkolben einkloppen kann, ihnen aber kein Geld für einen Krug Bier geben darf.
Groschen-Drop: Am naheliegendsten ist natürlich, den Leuten einfach ein paar Münzen aus dem Inventar hinzuschmeißen. Denn tatsächlich enthält Kingdom Come 2 eine ausgeklügelte Mechanik, durch die Menschen und Tiere mit abgeworfenen Gegenständen interagieren. Hund Köter mampft Fleischstücke vom Boden, Pferde knurpsen Karotten und NPCs heben Dinge nicht nur auf, sondern verwenden sie manchmal auch - zum Beispiel einen passenden Hut.
Doch nicht immer heben bettelnde NPCs das hingeworfene Geld auch wirklich auf. Damit das klappt, müsst ihr möglichst nah ran und offenbar auch nicht zu großzügig werden, denn Gegenstände mit hohem Wert scheinen NPCs mit niedrigem sozialen Status eher zögerlich zu behandeln. Bei der nächsten Taschenkontrolle gäbe es da sicher auch Fragen.
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Es klappt natürlich auch mit simplen Schuhen oder Essen. Somit kann Heinrich zumindest ein bisschen Gutes tun. Manchmal hört man den NPC sogar etwas sagen wie »Oh, das könnte nützlich sein!«.
Freundliches Umhauen: Es ist auch möglich, NPCs schleichend bewusstlos zu würgen und ihnen anschließend eine Spende in die Taschen zu schieben. Was natürlich eine recht brachiale Art der Nächstenliebe darstellt. Geht aber, also wollten wir es zumindest kurz erwähnen. Wenn euch jemand erwischt, werdet ihr wenig überraschend direkt eines Verbrechens angeklagt. Das geht netter mittels eines Fan-Werks.
Eleganter mit Mod: Mittels der Mod »Talk to the beggars« darf Heinrich sich mit den Bettlern unterhalten und ihnen dann auch Essen oder Geld überreichen. Das verbessert sogar den Ruf in der Umgebung, ist also auch spielmechanisch nützlich. Ganz im Geiste des Rollenspiels könnt ihr alternativ auch gemein in den Gesprächen sein, was euren Ruf dann natürlich runterzieht.
Die Mod gibt’s zum kostenlosen Download bei:
Mod-Ersteller Honza bittet darum, mögliche Fehler mit Questgebern oder Sprachausgaben zu melden, damit er sie schnell beheben kann.
Warum genau das Feature nicht eingebaut wurde, obwohl es zweifellos zur Immersion beigetragen hätte und technisch kein Problem sein dürfte? Gut möglich, dass bei den Entwicklern Zeitgründe dagegen sprachen, oder dass sich dadurch die Ruf-Mechanik zu einfach aushebeln lassen würde. Auch denkbar, dass es zu Problemen mit der komplexen Ingame-Wirtschaft geführt hätte.

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