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Seite 2: Black Hawk Down im Test: Die Gratis-Kampagne von Delta Force ist eine böse Überraschung

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Wir sind ‘ne Elite-Einheit, kein armseliger Haufen Reservisten

Erst mit einem halbwegs vollen Trupp aus drei oder am besten vier gut koordinierten Spielern entfaltet Black Hawk Down sein echtes Potenzial. Und plötzlich entsteht auch eine ganz andere Stimmung!

Anstatt verzweifelt ums pure Überleben zu kämpfen, saugen wir die dichte Kriegsatmosphäre auf: Die zur Ära passenden Waffen wie die Colt M16A2 oder das M249 SAW (natürlich alle authentisch mit Kimme und Korn, Red Dots waren noch nicht verbreitet), rattern satt und befriedigend, das Trefferfeedback ist wuchtig und nachvollziehbar und die Animationen detailverliebt. Die Passage an der dröhnenden Minigun eines Black Hawks ist pures Adrenalin.

Scharfschützen lauern oft weit entfernt und in erhöhten Positionen. Ein Treffer kann den Einsatz beenden! Scharfschützen lauern oft weit entfernt und in erhöhten Positionen. Ein Treffer kann den Einsatz beenden!

Per Voicechat ruft man sich gegenseitig feindliche Sniper-Positonen zu, Sanitäter teilen bei Bedarf ihren Vorrat an Medkits. Schnell entsteht ein unheimlich packendes Wir-Gefühl, während man sich vorsichtig durch rauchende Ruinen und unübersichtliche Wellblechsiedlungen vorantastet.

Dabei gibt  Black Hawk Down audiovisuell ein stimmungsvolles Bild ab: Rauch steigt bedrohlich aus lodernden Trümmern auf, panische Funksprüche mischen sich ins MG-Feuer und in den Nachteinsätzen tauchen taktische Taschenlampen, Leuchtspurgeschosse und Magnesiumgranaten die Umgebung in geisterhaftes Licht. Gänsehaut!

»Was ist mit ihm passiert?« »Hat das Seil verfehlt, Sir«

Doch selbst im Koop fallen bald Risse im Design der Kampagne auf. Denn Black Hawk Down ist zwar schwer und fordert uns heraus, aber aus den falschen Gründen. Die Feinde verhalten sich meistens extrem erratisch und dumm, werden aber durch ihre schiere Masse zur Bedrohung. Allein in der allerersten Mission pusten wir im Alleingang mehr als 100 Gegner aus den Latschen!

Hin und wieder bemannen wir Vehikel als Bordschütze. Dann sind schnelle Reflexe gefragt! Hin und wieder bemannen wir Vehikel als Bordschütze. Dann sind schnelle Reflexe gefragt!

Noch frustrierender wird’s, wenn unsere Kontrahenten zielgenau durch geschlossene Türen feuern, uns durch Wände hindurch erspähen und Alarm auslösen oder Verstärkung einfach in bereits gesäuberten Räumen spawnt. Mehrfach haben wir ein Stockwerk penibel abgegrast und wurden dann im Treppenhaus doch wieder von hinten angegriffen – das kostet viel Atmosphäre.

Die Platzierung der Feinde ist dabei strikt festgelegt, wodurch wir bei mehrfachen Anläufen irgendwann einfach die Positionen der KI auswendig lernen und den so den knüppelharten Schwierigkeitsgrad austricksen – sicher nicht im Sinne des Erfinders und absolutes Gift für den Wiederspielwert der ohnehin schon kurzen Story.

Gegen Spiele wie Warhammer Darktide, Helldivers 2 oder Left 4 Dead 2, wo sich keine Mission zweimal genau gleich spielt, wirkt Black Hawk Down hier wie ein veraltetes Relikt aus einer Zeit, in der wir Shooter auf Schienen spielten.

Gute Imitation, ich erkenne mich sogar wieder

Der vermeintliche taktische Anspruch von Black Hawk Down entpuppt sich außerdem weitgehend als Nebelkerze. Stattdessen haben die Entwickler den Schwierigkeitsgrad durch fragwürdige Entscheidungen einfach nur künstlich nach oben gedreht. Hier sind ein paar Fragen, die sich dabei sofort aufdrängen:

  • Warum können uns Gegner auf engstem Raum vermöbeln, wir haben dagegen keinerlei Nahkampf-Option (obwohl es im Hauptspiel eine Melee-Taste gibt)?
  • Warum wird uns ein vielfältiges Klassensystem vorgegaukelt, das letztlich dann aber nur minimale Änderungen zulässt und eine winzige Auswahl an Waffen umfasst?
  • Warum muss die Support-Klasse Magazine aus ihrem eigenen Vorrat hergeben, anstatt aus einem separaten Pool zu schöpfen?
  • Warum können wir trotz chronischem Munitionsmangel keine feindlichen Waffen aufheben oder uns an Versorgungspunkten der US Army neu ausrüsten?

In Sachen Balance ist Black Hawk Down eine Katastrophe - ob im Koop oder nicht. Dass das System zum Einladen von Freunden trotz klarer Koop-Stoßrichtung oft nicht funktioniert und die Performance selbst auf Monster-PCs schnell in Wanken geraten kann, spricht ebenfalls Bände.

Die Inszenierung der Kampagne orientiert sich nahezu 1 zu 1 an der Filmvorlage von 2001. Die Inszenierung der Kampagne orientiert sich nahezu 1 zu 1 an der Filmvorlage von 2001.

Unterm Strich ist auch das Missionsdesign relativ dünn und überspielt mit seiner dramatischen Inszenierung, dass es nur wenig echte Interaktionsmöglichkeiten gibt, außer halt einfach Horden von Rebellen wegzuballern.

Black Hawk Down wirkt nicht zu Ende gedacht (und entwickelt). Mit mehr Zeit und Ressourcen hätte daraus vielleicht ein würdiger Nachfolger zu den Delta-Force-Spielen von damals werden können. So reicht es nur als kleiner Koop-Snack für besonders Hartgesottene.

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