Mit Black Hawk Down ist nun die dritte und letzte Säule des neuen Delta Force erschienen: Die Story-Kampagne soll das Paket aus Warfare-Multiplayer (quasi ein Battlefield Light) und Operations-Modus (quasi ein Escape from Tarkov Light) komplettieren.
Und wie der Rest des Pakets ist Black Hawk Down entgegen aller Erwartungen und Prognosen nun doch Free2Play – der DLC steht ohne Extrakosten zum Download zur Verfügung, setzt aber die Installation des Hauptspiels voraus.
Doch das sollte nicht die einzige Überraschung bleiben. Denn wer einen echten Singleplayer-Modus erwartet, wird von Black Hawk Down bitterlich enttäuscht sein.
Was ist mit dem Multiplayer-Test?
Zum Start der Open Beta im Dezember 2024 haben wir den Multiplayer-Modus für 64 Spieler getestet - allerdings noch keine engültige Wertung vergeben. Der Extraction-Modus ist in unserem Test-Procedere bislang nicht berücksichtigt worden.
Das ist nicht der Irak, das hier ist wesentlich komplizierter
Black Hawk Down erzählt in sieben Kapiteln die Handlung des gleichnamigen Filmklassikers von Ridley Scott nach. Entsprechend wechselt das Setting von den eher futuristisch angehauchten Schlachtfeldern des Hauptspiels in das Mogadischu des Jahres 1993. Hier ein kurzer Eindruck:
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Black Hawk Down: Die kostenlose Shooter-Kampagne zeigt im Release-Trailer ihre schicke Unreal-Grafik
Wie in der Vorlage eskaliert eine UN-Friedensmission und es kommt zu erbarmungslosen Gefechten zwischen somalischen Milizionären und einem Verband aus Army Rangers und Delta Force. Die Rückbezüge auf den Film sind allgegenwärtig: Orte und Einsatzabläufe wurden teils eins zu eins nachgebaut, sämtliche Cutscenes sind präzise nachgestellte Szenen.
Im Gegensatz zum ursprünglichen Black-Hawk-Down-Spiel von NovaLogic, bleibt es aber bei diesem einen Schauplatz: Fahrzeugeinsätze in der irakischen Wüste, Sabotage-Missionen in alten Sowjet-Bunkern oder die Verhaftung von kolumbianischen Drogenbaronen wie damals gibt es nicht.
Colonel, die schießen auf uns
Stattdessen kämpfen wir uns als Elitesoldat durch die staubigen Straßen der somalischen Hauptstadt und erledigen eine lineare Sequenz von Missionszielen – Delta Force bietet uns zwar ab und zu großzügige Bewegungsfreiheit innerhalb der Levels, ist aber im Kern so durchgeskriptet wie eine CoD-Kampagne.
Das trifft auch auf die Spielzeit zu: Nach etwa drei bis vier Stunden ist Black Hawk Down theoretisch wieder vorbei. Oder wäre vorbei, wenn wir nicht sehr regelmäßig ins Gras beißen und mangels Checkpoints wieder von vorn anfangen müssten. Und das passiert oft.
Denn anders als in Call of Duty, sind bereits zwei oder drei Treffer unabhängig vom Kaliber direkt tödlich. Und das gilt nicht nur für die in Heerscharen auftretenden Feinde, sondern auch für unsere Spielfigur! Mangels einstellbarem Schwierigkeitsgrad, kann also jeder Schusswechsel potenziell auch unser letzter sein.
Das zwingt uns automatisch zu methodischem und koordiniertem Vorgehen. Zusammen mit dem relativ niedrigen Bewegungstempo, fühlt sich Black Hawk Down deshalb zuweilen wie ein Hardcore-Shooter an und weckt Erinnerungen an Six Days in Fallujah oder Ready or Not.
Ihr Delta-Jungs solltet lernen, im Team zu spielen!
Doch während uns diese Titel immer KI-Kollegen zur Seite stellen, wenn wir allein spielen, werden wir in Black Hawk Down unfreiwillig zur Ein-Mann-Armee.
Und dann wird Black Hawk Down zur absoluten Qual: Während wir verzweifelt versuchen, die absurden Gegnermassen abzuwehren, geht uns langsam aber sicher die Munition und das Verbandszeug aus. Rückendeckung? Nachschub? Luftunterstützung? Begleitern Befehle geben? Alles Fehlanzeige.
Erbarmungslos stürmen Gegner mit AKs auf uns zu, dutzende Granaten schlagen um uns herum ein und über Funk erreicht uns der Befehl, gefälligst mal die Fahrzeug-Kolonne aus vier Jeeps effektiv zu schützen. Das tun wir völlig allein, denn die KI-Soldaten der Army sind reine Kulisse und taugen höchstens als Kanonenfutter. Sie bleiben sogar stur vor der Tür stehen, wenn ein Gebäude erstürmt werden soll.
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Delta Force: Der Trailer zur Story-Kampagne Black Hawk Down erinnert an den gefeierten Film von 2001
Da fliegt nicht nur die Glaubwürdigkeit des Settings direkt aus dem Fenster, sondern auch sämtlicher Spielspaß hinterher: Nachdem wir uns solo mehrere Stunden an den ersten beiden Missionen die Zähne ausgebissen hatten, wechselten wir auf den Koop – denn nur für den ist Black Hawk Down ganz offensichtlich gemacht. Wer im Singleplayer erfolgreich sein will, braucht Nerven aus Stahl, Reflexe wie Shroud höchstpersönlich und sollte mit Logik erst gar nicht anfangen.
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