Erst gestern ging es hier um einen Bericht aus Südkorea, nach dem Blizzard die Entwicklungsrechte für ein neues StarCraft an den Publisher Nexon abtreten will. Seitdem sind ein paar Dinge passiert, die ein neues StarCraft-Spiel noch deutlich wahrscheinlicher machen, und dieses Mal kommen die Hinweise direkt von Blizzard selbst.
1. Die offizielle Website spielt verrückt
Seit dem 3. September flackert die offizielle StarCraft-Seite: Bilder und Textblöcke glitchen für Sekundenbruchteile hin und her, Videoplayer springen über den Bildschirm und wieder zurück.
Dass das Ganze gewollt ist und kein technischer Fehler, ist offensichtlich. Und Blizzard hat für solche Spielereien eine lange Tradition: Bereits 2016 lief über Monate ein Alternate Reality Game und endete auf der BlizzCon mit der Enthüllung der Overwatch-Hacker-Heldin Sombra.
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2. Acht versteckte Funksprüche und das Jahr 2575
Die Community hat sich natürlich in den Quellcode der Seite gestürzt, und über die Entwicklerkonsole sind bislang acht versteckte Nachrichten aufgetaucht. Aufgemacht sind sie als Funksprüche zwischen verschiedenen Parteien und reichen von medizinischen Berichten über Frachtlisten bis zu jemandem, der ohne die nötigen Zugangsdaten irgendwo hineinkommen will.
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Die spannendste Nachricht richtet sich an den Roxara Moon Mining Complex: Darin heißt es, eine Einheit namens Theta Squadron sei auf dem Weg dorthin, ein Frachter werde vorausgeschickt, und die Ladung sei für die Forschung so wichtig, dass schon die kleinste Unachtsamkeit die gesamte Operation gefährden könnte. Datiert ist das Ganze auf den 8. August 2575.
Beides sind eindeutige Lore-Hinweise:
- Roxara kennen Serienveteranen aus der Kurzgeschichte Changeling, die Blizzard-Autor James Waugh 2009 auf der StarCraft-2-Website veröffentlichte. Darin stapft ein Trupp Marines namens Zeta Squad in CMC-300-Panzerung über eine Mond-Bergbaukolonie und bekommt es dort mit einem Changeling zu tun.
- Legacy of the Void schließt die StarCraft-2-Trilogie rund um das Jahr 2505 ab, 2575 läge damit etwa 70 Jahre später. Das wäre reichlich Platz für eine komplett neue Ausgangslage.
3. Eine Stunde, die im Zeitplan einfach fehlt
Blizzard hat Anfang September den Programmplan für die BlizzCon 2026 veröffentlicht, und auf der Main Stage klafft am ersten Tag eine Lücke von einer Stunde. Zwischen allen anderen Programmpunkten liegen jeweils nur 15 Minuten Pause.
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Was passiert in dieser Stunde? Dass die Community sofort StarCraft hineinliest, ist wenig überraschend, zumal Blizzard im offiziellen Ankündigungstext ausdrücklich schreibt, dass einige Programmpunkte bis zur Eröffnungszeremonie unter Verschluss bleiben. Auch auf dem Hallenplan fehlt von StarCraft jede Spur.
Und dann sind da noch die Kleinigkeiten: Blizzard verschenkt zur BlizzCon einen 15-tägigen Koop-XP-Boost für StarCraft 2, es gibt StarCraft-Twitch-Drops am Event-Wochenende, und Anfang des Jahres bekam das 16 Jahre alte Spiel noch einen umfangreichen Balance-Patch. Für sich genommen ist jeder dieser Punkte recht belanglos, aber zusammengerechnet tut sich bei der Marke doch so einiges.
4. Shooter, Echtzeitstrategie oder beides?
Die große Frage bleibt, was da eigentlich kommen könnte: Für einen Shooter spricht so ziemlich alles, was seit 2024 durchgesickert ist.
Damals hieß es, Blizzard brüte intern über einem StarCraft-Shooter unter der Leitung von Dan Hay, dem früheren Executive Producer der Far-Cry-Reihe, der seit 2022 im Unternehmen ist.
Anfang 2026 legte Jez Corden von Windows Central nach: Er habe die Sache über eigene Quellen bestätigt und rechne damit, dass StarCraft die BlizzCon 2026 anführe, und zwar als Third-Person-Shooter. Dazu passen Stellenausschreibungen aus diesem Jahr, in denen Blizzard einen Lead Designer für einen unangekündigten AAA-Open-World-Shooter auf Basis der Unreal Engine sucht, dazu einen Ingenieur mit Schwerpunkt Fahrzeugsimulation.
Für ein klassisches StarCraft 3 spricht vor allem der Bericht der südkoreanischen Tageszeitung Chosun Ilbo, über den wir gestern geschrieben haben: Nexon stehe kurz davor, die Rechte für einen vollwertigen Nachfolger zu bekommen. Nur ist Nexon eben kein Studio, das für Hardcore-Echtzeitstrategie bekannt wäre, sondern für Free2Play-Live-Service-Titel wie The First Descendant.
Vermutlich schließt das eine das andere aber gar nicht aus. Zwei Projekte in zwei Genres bei zwei verschiedenen Firmen wären für ein Universum, das seit 2010 keinen neuen Serienteil gesehen hat, keinesfalls zu viel des Guten.
Klarheit gibt es voraussichtlich am 12. September: Dann startet die BlizzCon 2026 im Anaheim Convention Center, die Eröffnungszeremonie beginnt bei uns um 19:30 Uhr. Übertragen wird kostenlos auf YouTube, Twitch und Battle.net, und auf GameStar.de werden wir ebenfalls live berichten.
Was wäre euch lieber, ein StarCraft? Ein StarCraft-Open-World-Shooter, ein klassischer Echtzeitstrategienachfolger oder am liebsten beides? Schreibt es uns gerne in die Kommentare.

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