50% aufs erste Jahr – nur für kurze Zeit!

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94 Prozent positiv: Cairn erklimmt den Gipfel der Steam-Reviews, weil's darin um so viel mehr geht als nur um's Klettern

Das Kletterspiel trifft bei über 9.000 Spielerinnen und Spielern einen Nerv und Autorin Miffy ist überhaupt nicht überrascht.

In Cairn ersteigt ihr den Berg Kami und lernt dabei mehr als nur Klettern. In Cairn ersteigt ihr den Berg Kami und lernt dabei mehr als nur Klettern.

Spiele über's Klettern gibt es haufenweise. Manche von ihnen, wie Getting Over It, kitzeln den Ehrgeiz. Andere sind eine Teamwork-Übung für abenteuerlustige Kleingruppen, so wie Peak zum Beispiel.

Cairn geht aber in eine ganz andere Richtung. Hier geht es fast schon einsam zu, denn auf dem Weg nach oben werde ich nur von einem kleinen Roboter begleitet, der meine Sicherungshaken verwahrt und Müll recycelt.

Aber je weiter ich nach oben klettere, desto mehr wird mir klar: So ein Berg ist ganz schön lebendig. Während ich eigentlich vor der Welt fliehen möchte, lerne ich sie ganz neu kennen. Und mit ihr all die Schicksale, die ihren Eindruck auf ihr hinterlassen haben.

In Cairn geht's nicht nur darum nach ganz oben zu kommen. Es geht auch darum, zurückzuschauen. Während ich sorgfältig nach Griffen im Stein suche, finde ich immer wieder Hinweise auf die Geschichten, die sich hier ereignet haben. Und nicht alle davon sind gut ausgegangen.

Video starten 1:33 Cairn: In diesem Kletterspiel sollen wir herausfinden, warum Menschen ihr Leben im Gebirge riskieren

Aufstieg mit Höhen und Tiefen

Schon im letzten Jahr habe ich die Demo von Cairn in mein Herz geschlossen. Damals bin ich zwar nur den Trainings-Berg hochgekraxelt, der Geist des Spiels hat mich trotzdem schon gefesselt. Es war die Abwechslung zwischen An- und Entspannung. Dem Wunsch nach Herausforderung und gleichzeitg endlich mal abschalten zu können.

In der Vollversion darf ich aber jetzt endlich an den real Deal. Der Gipfel des Berges Kami wurde noch nie zuvor erklommen - zumindest ist noch niemand vom Versuch lebendig zurückgekehrt. Das will ich als Protagonistin Aava jetzt ändern.

Marie-Lena Höftmann
Marie-Lena Höftmann

Miffy war zwar schon immer eine Gamerin im Herzen, hat sich aber erst während sie »Irgendwas-mit-Medien« studierte für den Einstieg in die Videospiel-Branche entschieden. Ein Praktikum später fand sie sich als Freelancerin in der GameStar-Redaktion wieder und liebt es am meisten, sich durch die kleineren Spieletitel zu wühlen.

Dazu schnalle ich mir meinen üppig gefüllten Wanderrucksack auf den Rücken, umwickle Hände und Füße großzügig mit Klettertape und suche mir Schritt für Schritt die beste Route nach oben. Damit ich mich nicht all den Gescheiterten vor mir anschließe, sichere ich meinen Aufstieg mit Sicherungshaken, die mich im Falle eines Falls auffangen. Das geht allerdings nicht immer auf. Besonders, wenn man auf Halluzinogenen ist, weil man an freilaufenden Fröschen leckt:

Video starten 6:11 Cairn: Wir erklimmen eine Felswand, lecken an einem Frosch und ... naja, seht selbst

Läuft aber alles nach Plan, setze ich eine Gliedmaße nach der anderen. Da mein Aufstieg mehrere Tage dauern wird, muss ich mich gleichzeitig auch um Nahrung und Wasser kümmern. In regelmäßigen Abständen finde ich Boxen für Wanderer, die mit Reis, Instant-Nudeln und Medikamenten gefüllt sind. Manchmal muss ich aber kreativ werden.

Überlebenskunst will gelernt sein

Zum Glück lebten einst Menschen auf dem Kami, die sich Wohnungen in die Felswände geklöppelt und sogar Fische in Teichen gehalten haben, bei denen ich mich bedienen kann. Wo diese Menschen jetzt hin sind, weiß ich nicht, aber ich stöbere in ihren Hinterlassenschaften, um mehr aus ihrem Leben zu erfahren.

Manchmal liegen verlassene Camps anderer Kletterer auf meinem Weg oder ich treffe Ziegen, die mir freundlicherweise etwas Milch überlassen. In so einem Berg sind erstaunlich viele Ecken und Ritzen, die sich erkunden lassen und deutlich mehr als Moos und ein Rinnsal zu bieten haben. So entwirren sich immer mehr Geschichten, die mir nicht mitten auf die Nase gebunden werden. Stattdessen muss ich selbst das Puzzle zusammensetzen; oder eben nicht. Das liegt an mir.

So wird der Kami quasi zu einem Open-Berg-Spiel. Ich kann den Brotkrumen folgen, die ich durch alte Schatzkarten oder Briefe finde. Oder ich suche mir einen ganz eigenen Weg. Manchmal kehre ich sogar noch einmal um, um den einen Pfad abzuklappern, den ich zuvor ausgelassen habe. Und wenn ich doch mal das Gefühl habe, etwas zu verpassen, nehme ich mir die Route für das nächste Playthrough vor.

Ein Spiel über Selbstfindung

Auch Aava selbst lerne ich bei meinem Trip immer besser kennen. Während ihr Manager sie über Voicemails damit nervt, für die Presse präsent zu bleiben und den Aufstieg zu vermarkten, würde sie den Tumult am liebsten einfach hinter sich lassen. Über sie wurde nämlich schon eine Doku gedreht, und auf dem Weg nach oben treffe ich sogar einen Fan.

Was für andere ein Traum ist, wird für sie zur Tortur, will sie statt Ruhm doch einfach nur ihrer Leidenschaft nachgehen. Auch deshalb flieht sie vor sämtlichen sozialen Verpflichtungen und konzentriert sich nur auf den Kami und ich selbst. Aber vielleicht zeigt dieser Trip ihr ja irgendwann, wo ihr Platz in der Welt wirklich ist.

Darin finde sicher nicht nur ich mich wieder. Mit all den Erwartungen die der Alltag so an einen stellt, kann ich manchmal ganz schön ins Straucheln kommen. Aber nicht alle haben die Möglichkeit, dann einfach die Sachen zu packen und in die Pampa zu reisen. Manchmal muss es reichen, sich mit einem Spiel auszuklinken und die sozialen Batterien wieder aufzuladen. Cairn hat mir dabei sehr geholfen.

Es ist ein Spiel für Abenteurer. Ein Spiel für Leute, die Herausforderungen suchen. Ein Spiel für alle, die eine Pause brauchen. Oder für diejenigen, die einfach nur klettern wollen - naja, vielleicht ohne die Lebensgefahr.

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