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Clan-Sponsoring

Immer mehr Clans finanzieren sich mit ihrem Hobby Hardware und Turnier-Reisen. Manche Spieler erhalten bereits ein monatliches Gehalt. Wir sagen Ihnen, wie das funktioniert.

25.02.2004 11:25 Uhr

Report 04/2004: Clan-SponsoringReport 04/2004: Clan-Sponsoring

Die meisten Clans sind sich einig: »Beim so genannten E-Sport handelt es sich um eine richtige Sportart. Die Aktiven trainieren mehrere Stunden täglich, um sich später in Wettkämpfen miteinander zu messen«, sagen Oliver Paul und Ralph Buemmerstede von Ocrana, einem der ältesten Clans Deutschlands. Clans sind Zusammenschlüsse von Spielern, die sich mit anderen »Spiel-Vereinen« messen. Für prestige- und gewinnträchtige Turniere muss man jedoch schon mal um den halben Globus reisen. Doch wie soll ein Schüler seine Clan-Mitgliedschaft finanzieren? Sponsoring heißt das Zauberwort, ähnlich wie in Leichtathletik oder Radsport. Zwar werden wir vermutlich auch in den nächsten Jahren noch keine Clans mit Müllermilch-Logo aufmarschieren sehen - dazu fehlt es noch an Akzeptanz für die Computersportler. Doch immer mehr Hardware-Hersteller unterstützen die Teams mit Ausstattung und Geld. Kein Wunder, scharen sich doch zahllose Spiele-Fans und damit potenzielle Kunden um die Meister ihres Fachs und verfolgen die Ligen. Schließlich hat jeder Ahnung von seinem Lieblingsspiel und will sehen, welche Tricks die Profis beherrschen. Allein das letzte GameStar-Clanturnier verbuchte über 80.000 Abrufe des Live-Streams - eine beachtliche Zahl.

Zusätzlich in der Riege der Sponsoren: Bekleidungs-Shops wie Gamers Wear, Online-Magazine oder die Fernsehshow NBC-Giga. Giga ist jedoch ein Sonderfall, der von der Szene kritisch beäugt wird. Denn der Sender unterstützt mit pG (proGaming) nicht nur einen bekannten Clan, sondern betreibt auch eine eigene Liga. Das ist etwa so, als ob dem Hauptsponsor von Bayern München gleich noch die Bundesliga gehören würde.

Der richtige Einstieg

proGaming in Korea - beim finalen Turnier der WCG 2000.proGaming in Korea - beim finalen Turnier der WCG 2000.

Ocrana.D-Link, a-Losers.MSI, DkH.Mystify, mousesports.Levicom.Geforce - das sind nur einige Clans, die einen finanzkräftigen Partner aus der Industrie gefunden haben. Der Sponsor wird in der Regel nicht nur in den Namen des Clans aufgenommen, sondern auch auf der eigenen Website prominent verlinkt. Auf Veranstaltungen zieren zudem Logos und Firmenschriftzüge die Kleidung der Spieler.

Wie aber überzeugt man eine Firma, dass es sich lohnt, einen Teil ihres Geldes in junge Menschen zu investieren, die scheinbar nichts weiter tun, als sich mit brutalen PC-Spielen zu vergnügen? Holger Scherff von den a-Losers.MSI kennt das Problem: »Man muss den potenziellen Partnern erst mal erklären, was E-Sport eigentlich ist, bevor man über eine mögliche Kooperation spricht.« Keinesfalls funktionieren lapidar aufgesetzte Mails. Im Kasten »So klappt's mit dem Sponsor« haben wir einen Leitfaden für die erste Kontaktaufnahme zusammengestellt.

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