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Seite 2: Clive Barker's Jericho

Dring in mich ein!

Was zunächst als recht durchschnittlicher Grusel-Shooter beginnt, nimmt schnell eine überraschende Wendung. Nach einem einschneidenden Erlebnis (dessen Details wir hier nicht verraten wollen) erlangt Ross die Fähigkeit, die Kontrolle über seine Mitstreiter zu übernehmen. Als körperloser Geist ergreifen Sie zunächst Besitz von Delgado, dem imposantesten Kämpfer der Jerichos. Der Bursche ist gute zwei Meter groß und rund 150 Kilo schwer, trägt ein Gatling-Maschinengewehr und einen merkwürdigen Stein-Obelisken über der rechten Hand.

In diesem Quader lebt ein Feuerdämon, mit dem sich Delgado vereinigt hat. Drücken Sie die E-Taste, öffnet sich der Obelisk, und das brennende Wesen schlängelt sich schick animiert um Ihren rechten Unterarm. Erspähen Sie nun einen Gegner, rast der Dämon los und hüllt ihn in Flammen ? so lange, bis Sie die E-Taste wieder loslassen. Ewig kann Delgado sein Haustier nämlich nicht herumhetzen: Ist der Geist unterwegs, beginnt Delgados Arm zu brennen, Sie nehmen Schaden. Eine coole Fähigkeit eines coolen Charakters, cool inszeniert. Das macht Spaß, auch wenn Sie den Dämon nicht direkt steuern können.

Sprich mit mir!

Nach und nach erlauben Ihnen auch die übrigen Kameraden Zugang zu ihren Körpern. Allerdings nicht, ohne dies mitunter flapsig zu kommentieren. Sobald Sie zum ersten Mal die Kontrolle über die lesbische Scharfschützin Abigail Black übernehmen, witzelt Delgado: »Nun siehst du mal, wie es ist, einen Mann in dir zu haben!« Die sieben Kämpfer ziehen sich immer wieder mit solchen Sprüchen auf, Delgado und seine Geliebte Billie Church, eine blitzschnelle Schwertkämpferin, flirten gelegentlich miteinander. Dadurch wirken die Charaktere in Jericho menschlich und sympathisch, insbesondere Dank ihrer hervorragenden englischen oder sehr guten deutschen Sprecher.

Die Liebe zum Detail, die die Entwickler in das Jericho-Team gesteckt haben, fehlt dafür an anderer Stelle: Die Levels sind absolut linear und mitunter recht monoton, die Gegner gehen nach immer gleichen Bewegungsschemata vor. Trotzdem zieht uns das Spiel schnell in seinen Bann: Hier kämpft ein eingeschworenes Team gegen die Heerscharen des Chaos, und das Chaos ist eben nicht immer schön. Aber immerhin klingt es gut, denn die Musikuntermalung bei Jericho ist ausgezeichnet ? mal treibend, mal schaurig.

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