Eigentlich ist es absurd. Alle Jahre wieder führen Publisher im Gaming neue Trends ein, nur um sich dann ein paar Jahre später damit zu bewerben, eben jene Trends wieder abzuschaffen. So wirbt ein Assassin's Creed Mirage plötzlich mit einer kleinen Open World, ein Call of Duty WW2 schaffte 2019 den ganzen Wallrun-Bumms ab – und jetzt gerade darf sich das neue Call of Duty: Black Ops 6 die Krone aufsetzen, euch endlich nicht mehr 30 Euro mehr aus der Tasche zu ziehen, damit ihr ein paar Tage früher losspielen könnt.
Seit Monaten erfasst das neue Early-Access-Vermarktungsmodell die Branche. Du zahlst großes Geld für die Deluxe-Vorbesteller-Edition eines Spiels, kannst dafür schon ein paar Tage vorher loslegen – so geschehen beispielsweise bei Star Wars Outlaws und Space Marine 2.
Jüngst ist zudem der Open-World-Flitzer Test Drive Unlimited: Solar Crown damit voll gegen die Wand gekracht, nachdem Vorbesteller 80 Euro für einen Vorabzugang gezahlt haben, der wegen Serverproblemen dann aber nicht zugänglich war:
13:25
Test Drive Unlimited - Mit Vollgas gegen die Wand, dank Advanced Access!
Black Ops 6 ohne jeglichen Vorabzugang
Jetzt wagt ausgerechnet Call of Duty den Rückzieher. In einer Mitteilung an die Kolleginnen und Kollegen von CharlieIntel positionieren sich Entwickler und Publisher unmissverständlich:
Link zum Twitter-Inhalt
Das Team konzentriert sich voll und ganz auf den 25. Oktober 2024. Wir sind sehr begeistert von all dem, was das Spiel über Kampagne, Zombies und den Multiplayer hinweg anbietet. Dieses Jahr haben wir uns entschieden, dass die gesamte Community zum selben Zeitpunkt in sämtlichen Modi loslegen kann, folglich kehren wir zurück zu einem einzigen großen Launch-Zeitpunkt am 25. Oktober. Deshalb gibt es auch keinen Early Access, lediglich den Countdown vor Release.
Damit bricht Call of Duty ein Muster auf, das es selbst seit Jahren vorantreibt. Im Fall von Modern Warfare 2 und 3 konntet ihr zur teuren Vault Edition greifen, um Vorabzugriff auf die Kampagne zu bekommen, bevor eine Woche später dann Multiplayer und Zombies folgten.
Aus Marketing-Gründen ergab das auf der einen Seite Sinn, weil der Launch so zu einem wochenlangen Event wurde (Warzone erschien nochmal später), auf der anderen Seite biss die gleiche Strategie MW3 letztes Jahr ordentlich in den Hintern: Weil alle in der ersten Woche nur Zugriff auf die Kampagne hatten, rückte das Scheinwerferlicht viel stärker auf deren Schwächen – und von denen gab es viele.
Ob die Kehrtwende damit zusammenhängt, bleibt natürlich erstmal Spekulation. Eventuell hängt die Entscheidung auch mit dem Day-1-Release des Spiels in Microsofts Game Pass zusammen. So oder so: Zumindest Call of Duty werdet ihr dieses Jahr nicht stückweise, sondern als Gesamtpaket bekommen. Ein richtiger Schritt? Schreibt es uns in die Kommentare.
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