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Seite 2: Contrast im Test - Ein Schatten seiner Selbst

Flache Schattenspiele

Das reicht immerhin, um sie zum zentralen Punkt des Spielprinzips von Contrast zu machen. Per Knopfdruck lassen wir Dawn selbst zu einem Schatten werden und über die sich bewegenden Schatten von Nebencharakteren sowie diversen Gegenständen klettern.

Die Schatten diverser Gegenstände erlauben Dawn, Abgründe zu überbrücken oder entfernte Plattformen zu erreichen. Die Schatten diverser Gegenstände erlauben Dawn, Abgründe zu überbrücken oder entfernte Plattformen zu erreichen.

Ähnlich dem Puzzlespiel Echochrome können wir mit 3D-Dawn die Objekte so verschieben, dass der Schatten einen zuvor noch unüberwindbaren Abgrund verdeckt und so unser Weiterkommen ermöglicht - meist um eine entfernte Lichtkugel einzusammeln, die uns an anderer Stelle Türen öffnet oder Gegenstände reparieren lässt.

Der Anspruch von Contrast ist dabei eher gering; meist drücken wir nur einen Knopf zum Interagieren, verschieben ein paar Blöcke und springen über ungefährliche Abgründe - vorausgesetzt, wir können ausnahmsweise mal zwischen Plattform und Hintergrund unterscheiden.

Das ist bei der geringen Spielzeit von drei Stunden eigentlich etwas, über das wir durchaus noch hinwegsehen könnten. Wäre da nicht das komplett unvorhersehbare Verhalten unserer Spielfigur Dawn. Für eine Akrobatin spielt sie sich steif, fällt oft unpassend aus der Schatten- zurück in die 3D-Welt und hält sich nur an den Kanten fest, die Compulsion Games für richtig hält.

Gepaart mit Bugs wird die Varieté-Vorstellung von Contrast häufig zu einer Frust-Vorstellung: An einigen beleuchteten Stellen will sich Dawn auch nach heftigem Tastendruck nicht in einen Schatten verwandeln; an anderer Stelle ändert sich das Lichtverhältnis ohne Grund mit jedem Schritt - und verzögert so unser Weiterkommen.

Stil über Substanz

Die Spielwelt von Contrast wirkt stellenweise surreal. Ein Motiv, das wir uns noch öfter und konsequenter gewünscht hätten. Die Spielwelt von Contrast wirkt stellenweise surreal. Ein Motiv, das wir uns noch öfter und konsequenter gewünscht hätten.

Über den riesigen Problemhaufen in Contrast täuscht auch der an Tim Burton angelehnte Film-Noir-Stil nicht hinweg. Ein paar Lichtblicke bringt er dennoch mit: Klassische Motive wie Femme Fatale und Gangster schaffen Atmosphäre, die warme Lichtkulisse sowie schöne (aber karg animierte) Reflexionen besänftigen unser Gemüt, und der speziell für das Spiel komponierte Jazz-Soundtrack weiß zu gefallen.

Schade bloß, dass man den im Spiel nur selten richtig wahrnimmt - viele Level bleiben gänzlich still oder arbeiten mit einer unpassenden Geräusch-Kulisse, die eine nicht vorhandene Menschenmasse simulieren soll. Da bleibt als einsamer Leckerbissen lediglich der von Jazz-Künstlerin Laura Ellis eingesungene Titel »Kat's Song«, für den wir aber nicht einmal das Menü verlassen müssen.

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