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Seite 2: Cyberpunk 2077: Was wir uns vom frisch angekündigten Nachfolger wünschen

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Schluss mit Open World

Phil Elsner: Lassen wir mal kurz Cyberpunk 2077 im Speziellen außen vor: Ich habe keine Zeit für (und auch keine Lust mehr auf) absurd riesige Open Worlds, die mich gefühlt tausende Stunden beschäftigen wollen. Generische Nebenquests lösen, Collectibles einsammeln, Checklisten abhaken, ewig durch Landschaften fahren, reiten oder laufen - ich habe es so satt.

Video starten 14:33 Open Worlds sind doof und niemand braucht sie

Ich wünsche mir kompaktere Spielwelten zurück, die dafür jeden Quadratmeter mit handgemachten Inhalten, spannenden NPCs und Geschichten füllen, ohne mich damit zu erschlagen. Hub-Welten funktionieren dafür meistens erstaunlich gut. Metro Exodus zum Beispiel vollführt einen perfekten Spagat zwischen Erkundung und Hauptstory: Ich bewege mich in einem klar begrenzten Level, das aber dafür bis in jede noch so kleine Einzelheit ausgearbeitet und stimmig ist. In Deus Ex kann ich in Ruhe ein Distrikt durchspielen, die Bewohner kennenlernen, Quests lösen - doch irgendwann bin ich damit fertig und ziehe weiter.

Das gibt den Orten Sinn und Zweck, macht sie mehr als nur zu einer schönen Kulisse und ermöglicht einen viel individuelleren Flair. Es gibt mir das Gefühl, weiterzukommen und das nächste Kapitel aufzuschlagen. Und noch wichtiger: Es führt mich immer wieder zum Pfad der Haupthandlung zurück! Ich wünsche mir deshalb, dass ein neues Cyberpunk diese Art von Hub-Struktur statt einer noch größeren Open World wählt.

Statt totaler Freiheit wünsche ich mir thematisch kuratierte Viertel wie Chinatown, Untergrundlabore, Hauptquartiere mächtiger Corporations oder Schrottplätze am Stadtrand - alle mit einem bestimmten Setting, massenhaft spannender Details und einem ganz klaren Ziel für die Geschichte. Das würde in meinen Augen mehr Cyberpunk-Atmosphäre erzeugen, als es mit der Open-World-Gigantomanie weiter zu übertreiben.

Phil überkommt beim Anblick riesiger Open Worlds eher Grauen als Erkundungslust. Phil überkommt beim Anblick riesiger Open Worlds eher Grauen als Erkundungslust.

Neue Storys braucht die Stadt

Gloria H. Manderfeld: Wer das Cyberpunk-RPG aus dem Jahr 1988 kennt, dem kam die Hauptgeschichte von Cyberpunk 2077 erschreckend bekannt vor. Was mit der genialen Hackerin Alt Cunningham geschieht und wie Johnny Silverhand versucht, seine verschwundene Geliebte wiederzufinden, lest ihr bereits in einer Hintergrundstory im Grundregelwerk. Klar, ein paar neue Elemente hat CD Project Red auch hinzugefügt, aber die Hauptgeschichte hat mich jedenfalls nicht sonderlich überrascht.

Bei einer Neuauflage von Cyberpunk 2077 geht es also für mich nicht ohne eine komplett neue Story, die mit neuen Charakteren erzählt wird und sich vom alten Korsett längst bekannter Helden lösen kann. Schließlich macht eine Stadt wie Night City so vieles möglich - die rasante Anime-Serie Edgerunners zeigt, wie spannend es werden kann, wenn der Runner von nebenan plötzlich im Mittelpunkt steht.

Mein Traum wäre es immer noch, würden Herkunft, Vorkenntnisse und generelles Verhalten der Hauptperson wie beim ersten Dragon Age einen wirklich starken Einfluss darauf haben, wie NPCs im Spiel auf meinen Charakter reagieren - Bioware hat es damals geschafft, unsere selbstgebastelten Helden und Heldinnen nahtlos in die epische Hauptstory einzupassen. Etwas mehr davon und eine unvorhersehbare, neue Geschichte und ich wäre mit Cyberpunk 2.0 extrem glücklich!

Mut zum Mut

Géraldine Hohmann: Hey, lasst uns mal kurz offen reden: Die Liste an Dingen, die ein neues Cyberpunk besser machen könnte als sein Vorgänger, ist lang. Richtiges Rollenspiel, eine interaktivere Spielwelt, ein spaßiges Nahkampfsystem, eine bessere Kommunikation vor Release, keine aus dem Himmel stürzenden brennenden Autos, ein solider Release-Zustand. Und alles davon wünsche ich mir natürlich für einen würdigen Nachfolger.

Aber warum hat Cyberpunk 2077 uns eigentlich von Anfang an mehr bewegt als die meisten Spiele der letzten Dekade? Warum ist es noch zwei Jahre nach Release ein heiß diskutiertes Thema und warum haben nach dem neuesten Patch so viele Menschen eine neue Liebe für das Rollenspiel entdeckt, das für manche von ihnen schon verloren schien? Weil es seit dem Tag seiner Ankündigung ein verdammt mutiges Spiel war. Und ich wünsche mir mehr als alles andere, dass CD Projekt diesen Mut nicht verliert. 

Video starten 5:10 Cyberpunk 2077: CD Projekt Red dankt seiner Community im neuen Trailer

Wenn ich mir vorstelle, wie die Entwickler sich seit dem Release von Cyberpunk 2077 gefühlt haben müssen, bekomme ich einen richtigen Kloß im Hals. Von der größten Rollenspielhoffnung seit Jahren zum Synonym für große Enttäuschung und nicht erfüllte Erwartungen. Und welche Rädchen im Getriebe am Ende auch dazu geführt haben, dass Cyberpunk 2077 seinen großen Ambitionen nicht gerecht werden konnte und so sehr der Crunch und die falsche Kommunikation zu verurteilen sind - dahinter stehen auch viele unschuldige Menschen mit einem unglaublichen kreativen Talent und großen Visionen. 

Deswegen hoffe ich inständig, dass diese Menschen mit ihrem neuen Team einen Neuanfang hinlegen können und sich ein weiteres Mal trauen, nach den Sternen zu greifen. Einen weiteren Versuch starten, das Genre zu verändern und die Grenzen des Storytellings zu sprengen. Natürlich ist es dieses Mal umso wichtiger, dass sie liefern, was sie sich vornehmen - und dass sie aus den Fehlern der Vergangenheit lernen, statt sich von ihnen einschüchtern zu lassen. 

Gebt mir mehr Cyberpunk!

Natalie Schermann: Ich liebe Cyberpunk 2077. Ja, auch ich hatte anfängliche Startschwierigkeiten wie verbuggte Quests, fehlende Tonspuren, sich in Luft auflösende Waffen und und und. Doch mit jedem Update wurde Night City lebendiger und aufregender. Und genau deshalb kehre ich voller Freude alle paar Monate zum Rollenspiel zurück und lasse mich von der einzigartigen Atmosphäre von Cyberpunk 2077 ummanteln. Ich steh einfach total auf den Vibe, wie die coolen Kids sagen würden.

Natalie bekommt nicht genug von Night City. Natalie bekommt nicht genug von Night City.

Doch so sehr ich die Stadt, die Charaktere und ihre Geschichten liebe, etwas hat mich von Anfang an gestört: Cyberpunk 2077 kratzt für mich stellenweise zu sehr an der Oberfläche. Wo ist diese knallharte Dystopie, diese dreckige Hoffnunglosigkeit und die Verzweiflung? Auch die Anime-Serie Edgerunners machte mir nochmal deutlich, wie gerne ich mir eine stärkere Auseinandersetzung mit beispielsweise Cyberpsychose gewünscht hätte. Als V kann ich meinen Körper ungestraft mit so viel Chrom vollpumpen, wie sich meine mit Eddies gefüllten Taschen leisten können.

Und genau hier hoffe ich, dass der Nachfolger aufhört, einfach nur Cyberpunk-Kulisse zu sein und anfängt, sich stärker mit dieser Art von Abhängigkeit und Problemen auseinanderzusetzen und mehr schwierige Fragen aufzuwerfen. Was macht eine derartige Veränderung mit der menschlichen Psyche? Wann hört der Mensch auf, Mensch zu sein? In kleinen Passagen finden sich diese Diskussionen schon in Cyberpunk 2077. Aber das Sequel hat hier das Potenzial nochmal so richtig aufzusatteln!

Jetzt seid ihr dran! Was wünscht ihr euch für den angekündigten Nachfolger von Cyberpunk 2077? Gebt ihr der Marke nach dem holprigen Release eine weitere Chance? Teilt eure Gedanken gerne mit uns in den Kommentaren.

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Cyberpunk 2077

Genre: Rollenspiel

Release: 10.12.2020 (PC, PS4, Xbox One, Stadia), 1. Quartal 2022 (PS5, Xbox Series X/S), 05.06.2025 (Switch 2)