Darkest Dungeon: The Butcher's Circus - Verdient der Gratis-DLC so viel Wut?

Darkest Dungeon hat mit The Butcher's Circus einen kostenlosen Steam-DLC erhalten. Die Fans lieben die Idee, sind aber trotzdem unzufrieden. Wir klären, warum und ob das Addon sich trotzdem lohnt.

von Elena Schulz,
31.05.2020 15:56 Uhr

Statt gegen KI-Gegner geht es im neuen DLC gegen andere Spieler. Statt gegen KI-Gegner geht es im neuen DLC gegen andere Spieler.

Das mittlerweile über vier Jahre alte Darkest Dungeon hat überraschend einen neuen DLC bekommen - und den gibt's sogar kostenlos! Seit dem 28. Mai könnt ihr auf Steam gratis den neuen PvP-Modus »The Butcher's Circus« (auf Deutsch "Zirkus der Metzgerin") herunterladen und spielen, sofern ihr das Hauptspiel besitzt.

Eigentlich klingt eine kostenlose Erweiterung so lange nach dem Release nach einer guten Sache für die Fans - zufrieden sind viele aber trotzdem nicht. Dabei kommt die Idee des DLCs bei den meisten gut an, wenn man von den Steam-Reviews ausgeht. Trotzdem hagelt es Kritik für den PvP-Zirkus. Warum das so ist und ob ihr trotzdem mal reinspielen solltet, klären wir in diesem Artikel.

Passend zum kostenlosen DLC-Release lässt sich Darkest Dungeon übrigens zurzeit komplett gratis Probe zocken. Wir haben euch alle Infos dazu und zu allen anderen aktuellen Gratis-Spielen zusammengefasst:

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Was steckt im kostenlosen DLC?

  • The Butcher's Circus lässt euch ein neues Spielareal betreten - den Zirkus der Metzgerin.
  • Unabhängig vom Hauptspiel könnt ihr dort Matches gegen andere Spieler bestreiten. Dazu wählt ihr Helden aus und stärkt sie über Artefakte. Sie können in den Gefechten fallen, bleiben aber anders als im Singleplayer nicht tot.
  • Ihr zieht abwechselnd - wer beginnt, wird per Münzwurf entschieden. Die Reihenfolge eurer Helden wählt ihr selbst, habt für jeden Angriff aber nur solange Zeit, bis eure Fackel herunterbrennt.
  • Wer zuerst alle gegnerischen Helden ausgelöscht hat, der gewinnt.
  • Das Spielprinzip bleibt Darkest Dungeon treu: Jeder Held bringt eigene Angriffsfähigkeiten für Nahkampf und/oder Fernkampf mit. Hinzu kommen Statuseffekte wie Gift oder Stress, die die Kämpfer beeinträchtigen.
  • Belohnungen gibt es immer, egal ob ihr gewinnt oder verliert - Sieger erhalten aber besondere Rewards. Außerdem steigt ihr im Rang auf.

Ihr zieht abwechselnd mit eurem Gegner. Die Reihenfolge der Helden dürft ihr selbst entscheiden. Ihr zieht abwechselnd mit eurem Gegner. Die Reihenfolge der Helden dürft ihr selbst entscheiden.

Was ist das Problem mit dem Gratis-PvP?

Während das Hauptspiel Darkest Dungeon zurzeit bei 89 Prozent positiven Steam-Reviews steht (bei über 60.000 Kritiken), schafft es das Gratis-Addon es düsteren Rollenspiels gerade einmal auf eine ausgeglichene Bewertung. Von 276 Reviews fallen nur 63 Prozent positiv aus und selbst die kritisieren mitunter das Gleiche wie die negativen Pendants, wenn auch mit anderer Gewichtung.

Wir haben aus diesen Reviews die Haupt-Kritikpunkte an Darkest Dungeon: The Butcher's Circus zusammengetragen:

  • Verbindungsprobleme: Egal ob positiv oder negativ - in vielen Kritiken findet sich der Hinweis auf regelmäßige Verbindungsprobleme und lange Ladezeiten zwischen den Zügen. Besonders ärgerlich: Während man selbst als Verlierer noch Loot als Belohnung erhält, bekommt man keinerlei Reward, wenn das Match vorzeitig abgebrochen wird.
  • Abstürze im Offline-Modus: Installiert ihr den DLC, aktiviert ihr ihn für einen eurer Speicherstände im Hauptspiel. Als manche Spieler den zum regulären Spielen nutzten, traten bei ihnen seit der Aktivierung von The Butcher's Circus Abstürze auf, die es vorher nicht gab.
  • Fähigkeiten-Balance: Einige stören sich auch daran, dass die Helden der Gegner sehr schwer zu töten sind und kaum auf Bluten oder Gift reagieren, wenn sie kein Leben mehr haben. Stress als negativer Statuseffekt sei hingegen viel zu mächtig, was andere Strategien obsolet mache.
  • Zu hoher Glücksfaktor: Durch Prozent-Chancen für Aspekte wie kritischer Schaden spielt Glück eine Rolle bei Darkest Dungeon - auch schon im Singleplayer. Im Multiplayer sorgt das aber für mehr Frust, weil die Gegner so oftmals einfach durch Zufall mehr Schaden austeilen und Taktik eine geringere Rolle spielt.

Belohnungen gibt es eigentlich selbst für Verlierer. Bricht das Match ab, gibt es aber gar nichts. Belohnungen gibt es eigentlich selbst für Verlierer. Bricht das Match ab, gibt es aber gar nichts.

Trotzdem loben die meisten Fans auf Steam die Idee hinter dem DLC: Der PvP fühlt sich für viele wie eine ideale Ergänzung zu Darkest Dungeon an, in dem man das über Jahre im Singleplayer gesammelte Wissen einsetzen kann. Viele Reviews appellieren deshalb an die Entwickler, die Probleme möglichst schnell zu beheben. Teilweise versprechen die Nutzer auch, ihre Reviews dann in positive Kritiken umzuändern und betonen, dass ihnen das Spiel sehr am Herzen liege.

Wie das DLC-Gameplay in Aktion aussieht, könnt ihr euch im Let's Play von Youtuber ShuffleFM anschauen. Außerdem hält Elena unter dem Video ihre eigenen Erfahrungen beim Anspielen fest.

Unsere Einschätzung zum DLC:


Elena Schulz
@Ellie_Libelle

Ich habe bereits ein paar Matches gespielt und hatte bislang keine Verbindungsprobleme - immerhin scheinen sie also nicht immer aufzutreten. Trotz der düsteren Thematik und Optik ist Darkest Dungeon für mich ein Wohlfühl-Spiel, in das ich immer wieder zurückkehre, um ein paar Verließe zu erkunden und ein paar Runden zu spielen. Ich weiß hier genau, was mich erwartet und kann mich darauf einlassen - selbst, wenn ich es manchmal mit dem Leben meiner Helden bezahlen muss.

Der PvP unterstützt diese Herangehensweise noch viel besser als der Singleplayer. Denn hier muss ich nicht einmal um meine Helden bangen, weil ich eingerostet bin - sie sterben ja nicht dauerhaft. Und wenn ich verliere, spielt das keine große Rolle, da ich immer noch Belohnungen erhalte. Stattdessen kann ich mir ein Wunschteam aus meinen Lieblingsklassen zusammenbauen und mich einfach ins Gefecht stürzen. In meinem Fall klappte das Matchmaking auch immer innerhalb weniger Sekunden.

Außerdem gestalten sich die Kämpfe gegen andere Spieler deutlich anspruchsvoller als gegen die KI. Denn menschliche Gegner hauen eben genau da hin, wo es wehtut - zum Beispiel wenn sie meine Heilerin erst mit einer Keule betäuben und dann mit einer Pistole aus den Latschen pusten. Oder der dick gepanzerte Krieger heilt sich im letzten Moment, obwohl ich ihn schon fast tot gekloppt hatte - Mist! Und auch wenn die Entwickler hier und da noch am Balancing schrauben sollten, hatte ich immer wieder Lust auf noch eine Runde.

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