Daybreak und Trump - Entwickler von H1Z1 im Visier der Russland-Ermittlungen

Die russische Investorenfirma Columbus Nova, zu der das Entwicklerstudio Daybreak gehört, hat Zahlungen an Trumps Anwalt geleistet. Das ist für Daybreak und den US-Präsidenten gleichermaßen brisant.

von Christian Just,
11.05.2018 17:44 Uhr

Dunkle Wolken über H1Z1-Entwickler Daybreak. Die Verbindungen zu Columbus Nova stehen im Fokus.Dunkle Wolken über H1Z1-Entwickler Daybreak. Die Verbindungen zu Columbus Nova stehen im Fokus.

Der amerikanische Sonderermittler Robert Mueller ist mit der Untersuchung von möglichen Verbindungen des US-Präsidenten Donald Trump nach Russland betraut. Er soll herausfinden, ob Trump geheime Absprachen mit Russland traf, um die Präsidentenwahl 2016 zu seinen Gunsten zu beeinflussen.

Wir hatten bereits berichtet, dass sich H1Z1-Entwickler Daybreak möglicherweise im Visier von Muellers Ermittlungen befinden könnte. Eine Entlassungswelle bei Daybreak könnte mit Zahlungsschwierigkeiten zusammenhängen, die auf US-Sanktionen gegen den russischen Oligarchen Viktor Vekselberg zurückgehen, dem das Konglomerat Renova Group gehört. Zu Renova gehört wiederum Columbus Nova. Also die Firma, die 2015 Sony Online Entertainment samt H1Z1 und anderen Titeln aufkaufte und in Daybreak umbenannte.

Die Geschichte umschreiben?

Offenbar wollte Daybreak im Nachgang die Verbindungen zu Vekselberg und Columbus Nova verschleiern, indem sie Pressemitteilungen löschten und versuchten, die Wikipedia-Seite von Daybreak zu ändern. Der Käufer aus dem Jahr 2015 war laut Daybreak nicht Columbus Nova, sondern der Geschäftsmann Jason Epstein.

Dieser sei zur Zeit des Kaufs lediglich Senior Partner bei Columbus Nova gewesen und nach seinem Ausscheiden dort weiterhin der Hauptaktionär von Daybreak geblieben. Frühere Pressemitteilungen von Daybreak und Columbus Nova sprechen allerdings eine andere Sprache, dort wurde Columbus Nova klar als Muttergesellschaft ausgewiesen. Auch die Mitarbeiter sollen nichts von Epstein als Besitzer gewusst haben.

Viele Fragezeichen

Ein anonymer Daybreak-Mitarbeiter auf Management-Ebene äußerte, er sei überrascht und verwirrt gewesen, als es hieß, Daybreak befinde sich im Besitz von Jason Epstein. Ein anderer äußert, sein Kenntnisstand war, dass Daybreak einer russischen Tech-Firma gehörte, der Epstein vorsaß. Zwischen der Firma und der Einzelperson sei nie eine klare Unterscheidung getroffen worden.

Wie Kotaku berichtet, seien zudem bereits Monate vor den Entlassungen bei Daybreak Gerüchte im Raum gestanden. Einige räumten ihre Schreibtische schon vor der offiziellen Ankündigung.

Aktuelle Berichte behaupten, Columbus Nova habe 500.000 Dollar an Trump-Anwalt Michael Cohen gezahlt. Das Geld soll wiederum im Vorfeld der Wahl 2016 als Teil des Schweigegeldes für die Pornodarstellerin Stormy Daniels geflossen sein, mit der Trump eine Affäre gehabt haben soll. Entsprechend steht der Verdacht im Raum, der russische Oligarch Vekselberg – der Verbindungen zum russischen Präsidenten Vladimir Putin haben soll – habe geholfen, eine potenziell Wahlkampf-schädigende Aussage der Pornodarstellerin zu unterbinden.

Das ist auch insofern heikel, weil die Summe vom Trump-Team als Wahlkampfspende hätte deklariert werden müssen. Da dies nicht geschehen ist, besteht der Verdacht illegaler Wahlkampffinanzierung.

Es wird sich zeigen, ob das eingefrorene Vermögen des Oligarchen ernstliche Schwierigkeiten für Daybreak bedeutet. H1Z1 hat seit dem Early-Access-Start von PUBG stetig an Spielern verloren und war vor Kurzem auf ein Free2Play-Modell umgestiegen.

H1Z1 - Trailer zur Free2Play-Umstellung 0:30 H1Z1 - Trailer zur Free2Play-Umstellung


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