Willkommen in der Grind-Spirale
Okay, nicht alles an der Kampagne ist schlecht. Tatsächlich gibt es ein paar tolle Momente, Osiris' Geist-Begleiter Sagira ist charmant vertont und die Item-Belohnungen können sich sehen lassen. Nach drei Stunden hab ich aber alles gesehen. Dann schubst mich der DLC in eine penetrante Grind-Spirale, um den Content-Mangel zu kaschieren.
Fluch des Osiris bietet nicht viele neue Waffen, weswegen ich sie mir hart verdienen muss. Elf Prophezeiungen wollen erfüllt und dafür diverse Ressourcen gefarmt werden. Zwar gehörte Grinden schon immer zu Destiny dazu, Fluch des Osiris lässt aber jegliche Kreativität vermissen und verfällt sogar in alte Destiny 1-Muster, in denen ich stundenlang im Kreis Kisten abklapperte. Dabei lohnt sich der Zeitaufwand nicht einmal, denn warum sollte ich meine geliebte Mitternacht ohne Namen gegen ein neues Osiris-Scout-Gewehr mit schlechteren Perks eintauschen?
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Allgemein erinnert Fluch des Osiris eher an eine Mini-Erweiterung wie Haus der Wölfe oder Dunkelheit lauert von Destiny 1, statt an ein richtiges Addon wie König der Besessenen. Bislang bin ich vom Umfang und der Kampagne alles andere als begeistert. Ob sich das Geld trotzdem lohnt, klären wir aber erst im Test, sobald der Mini-Raid veröffentlicht wurde.
Johannes' Fazit
Sparpaket mit hohem Preis
Johannes Rohe
@DasRehRohe
Im Gegensatz zu Mirco, dem Destiny-Fan der ersten Stunde, bin ich als PC-Spieler erst durch Destiny 2 mit dem Sci-Fi-Universum in Berührung gekommen (ich zocke allerdings mit den Kollegen auf der PS4). Mit weniger als 100 Stunden auf der Spielzeit-Uhr werde ich von vielen Hardcore-Fans außerdem noch als Noob belächelt. Doch selbst ich hatte vor dem Release von Curse of Osiris schon zwei Charaktere schon bis zum Maximum gelevelt und hatte seitdem kaum noch etwas zu tun.
Meine Hoffnung, dass sich diese Situation mit dem ersten DLC großartig ändern würde, hat sich - soweit sich das bis jetzt sagen lässt - zerschlagen. Den neuen Story-Content hatten wir, wie Mirco schon geschrieben hat, in wenigen Stunden durchgespielt. Danach wartet bis zum Release des Mini-Raids nur der Grind auf die neue Ausrüstung, der eintöniger und uninsprierter kaum sein könnte.
Viel schlimmer als die kurze Spielzeit empfinde ich aber das Gefühl, dass Bungie sich wo es ging Arbeit gespart hat: Der neue Planet ist winzig, Gegner und Schauplätze werden eifrig recycelt, eine Planetenquest fehlt und der Immerforst ist ein viel zu durchsichtiger Trick, um mit zufallsgeneriertem Content die Spielzeit zu strecken. Angesichts eines vergleichsweise hohen Verkaufspreises für den DLC von 20 Euro sind diese Sparmaßnahmen absolut fehl am Platz.
Aber noch ist ja nicht alles verloren. Heute (Freitag) Abend startet der neue Mini-Raid. Hier hat Bungie noch einmal die Chance, die anderen Probleme des DLCs vergessen zu machen, indem man frische Ideen und neuen Content liefert. Wenn der Raid jedoch auch enttäuscht, sollte man sich diesen DLC lieber sparen.

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