Ein absolutes Kompressionswunder
Civilization 7 setzt hier auf geradezu wundersame Weise ein Zeichen gegen den ausufernden Speicherhunger moderner Spiele. Wie GameStar-Tech-Kollege Martin Brinkmann letztes Jahr bemerkte: Civ 7 braucht mehr Arbeitsspeicher als Festplattenplatz, nämlich 32 GB. Das sieht man nicht alle Tage!
Allerdings: Auch ein Civilization hat gewisse Ansprüche. Wie viele moderne Spiele macht es eine SSD zur Mindestanforderung. Falls in eurem PC heutzutage noch eine alte HD-Festplatte rödelt, habt ihr immer schlechtere Chancen, in den Genuss der aktuellsten Spiele zu kommen.
Denn die Ladetechnik von Spieldateien hat sich auch dank der aktuellen Konsolengeneration weiterentwickelt, sie hängt von der überragenden Geschwindigkeit der SSDs ab. Ohne entsprechende Hardware stottern Spiele, weil altmodische Festplatten die Daten nicht schnell genug in den Speicher schaufeln können.
Aber zurück zur Ordnergröße von Civilization 7: Selbst im Strategie-Genre ist derartige Genügsamkeit alles andere als Alltag. Vergleichen wir die Systemanforderungen doch mal mit einigermaßen aktuellen Strategiespielen, die bei Grafik, Umfang und technischem Aufwand Vergleichbares bieten.
So benötigt Anno 1800 bereits in der Ursprungsfassung 60 GB (die zahllosen DLCs nicht eingerechnet). Den gleichen Betrag, also das Dreifache des Civ-Minimums, geben die Entwickler von Cities: Skylines 2 in den Mindestanforderungen an. Das 4X-Strategiespiel Age of Wonders 4 hat dagegen bescheidene Ansprüche, wie bei Civ 7 werden hier nur 20 Gigabyte fällig.
1:35
Age of Wonders 4 bekommt immer noch DLCs, die natürlich die Platzanforderungen in die Höhe schrauben
Fazit: Es geht auch kleiner
Speicher ist heutzutage natürlich kein allzu rares Gut mehr, für um die 60 Euro findet ihr SSDs mit einem Terrabyte Platz. Da finden dann mit etwas Glück zehn Spiele gleichzeitig Platz. Überdies gibt's immer mehr Streaming-Optionen auch bei Videospielen, von Geforce Now bis zu Steam Remote Play.
Aber trotzdem finde ich das Civilization-Beispiel bemerkenswert. Für mich hat es gar Vorbild-Charakter. Selbst wenn Civ 7 am Ende schlechter ist als unser Vorabfazit: Die Systemanforderungen dürfen sich andere große Hersteller gerne abgucken. Denn sie zeigen mir, dass die gigantischen Downloads moderner Spiele kein Muss sind, dass sie im Gegenteil im Zaum gehalten werden können. Wenn es die Studios nur wollen.
Es wäre schön, wenn so etwas auf der Prioritätenliste von Entwicklern abseits des Civ-Herstellers Firaxis wieder ein paar Ränge nach oben wandern würde. Den DSL-Opfern unter uns zuliebe.
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