Faschistische Unterdrückung als unterhaltsame Shooter-Vorlage?
Aus den Starbreeze-Zeiten wurde dazu die Vorliebe für düstere Stoffe mitgebracht: die schwedischen Entwickler geben freimütig zu, schlicht Freude an der Dunkelheit zu haben. Das liegt zum einen sicher daran (Achtung, Klischee!), dass es in Schwedens Norden aufgrund der geografischen Lage häufig finster ist, andererseits erlaubt es den Software-Tüftlern, mit Licht verschiedene Stimmungen zu erzeugen.
Darüber hinaus ist es den Entwicklern wichtig, dass Shooter-Mechaniken und Story Hand in Hand gehen und nicht voneinander getrennt werden wie bei anderen Shootern. Stupide Ballerei wird es von diesem Team wohl eher nicht geben.
Zu Gast in Schweden:Wir haben Entwickler Machine Games besucht
Es ist wohl eine Mischung all dieser Gründe, weshalb Machine Games der Spagat zwischen ernster Kriegsthematik auf der einen und völlig überzogener Over-the-Top-Action auf der anderen Seite besonders gut gelingt. Eigenen Angaben zufolge liebt man speziell diesen Mix zwischen Dingen, die eigentlich nicht real sind, gleichzeitig aber einen ernsten Unterton haben.
Im Fall des neuen Wolfenstein ist es der Umgang mit dem Nationalsozialismus, der in einer fiktiven Geschichte thematisiert wird. Die Entwickler zensieren sich dabei nicht selbst, sagen sie, sie achten nur darauf, was für die Spiele am Ende das Beste ist. Der Kontrast zwischen den Nazi-Schergen (in Deutschland »Das Regime«) in ihren Spielen und den überzeichneten Charakteren rund um B.J. Blazkowicz ist genau das, was die schwedischen Entwickler so lieben.
Perfide und witzig zugleich: Regime-Propaganda in der Wochenschau
Was wäre wenn?
Es sei eine Herausforderung, diese verrückte Action in eine ernsthafte Hintergrundgeschichte zu integrieren und der Schlüssel zum Erfolg der Spiele, betonen die Machine-Games-Entwickler immer wieder. Man sei sich dabei bewusst, dass die Spiele durchaus einen politischen Hintergrund hätten, allerdings seien sie kein Kommentar auf aktuelle Weltgeschehnisse. Was Machine Games auf keinen Fall wollen, ist die Nazi-Ideologie zu verniedlichen.
Ein Shooter-Gedicht?Wolfenstein 2 in der Preview
So beschäftigt man sich für Wolfenstein stattdessen mit der Frage, welche Implikationen ein faschistisch besetztes Amerika in den 60er Jahren erzeugt hätte? Hätte es das legendäre Festival in Woodstock je gegeben? Was wäre aus der Mondlandung geworden und wie wirkt sich ein Sieg der Unterdrücker auf die Kultur und das gesellschaftliche Klima aus? Wie würden die USA unter diesen Vorgaben aussehen?
Diese Fragen diskutierte das schwedische Team noch vor der Entwicklung des ersten Teils in Gesprächen mit id Software. Zu welchem Ergebnis diese Überlegungen geführt haben, sehen wir am dem 27. Oktober in Wolfenstein 2: The New Colossus.
Alle Artikel und Infos zu Wolfenstein 2 auf der Themenseite
6:13
Wolfenstein 2: The New Colossus - Preview-Video: Ein Spiel wie ein guter Film

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