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Seite 2: Divinity: Dragon Commander im Test - Drachenadel verpflichtet

Ruf der Schlacht

Pro Zug dürfen wir nur an einer Schlacht selbst teilnehmen, den Rest lassen wir auswürfeln. Gegen Extragebühr schicken wir einen unserer vier Generäle mit. Auch deren Stärken beeinflussen wir durch unsere Führung. Die forsche Catherine etwa kämpft eifriger, wenn wir sie bei ihrer Kampagne für Frauenrechte unterstützen. Obendrein setzen wir vor dem Gefecht Spielkarten ein, die wir in Dialogen und durch bestimmte Gebäude auf der Strategiekarte verdienen. Damit schwächen wir feindliche Einheiten oder schicken ein paar zusätzliche Söldner ins Echtzeit-Gefecht.

Henry Auf den alten Kriegsveteranen Henry können wir uns verlassen, wenn es Waffenarbeit zu verrichten gibt. Blöd nur, dass er auch Probleme mit dem Holzhammer attackiert, für die vielleicht eine friedfertige Lösung besser gewesen wäre.

Edmund Als Bastard und Halbdrache sind wir in den Augen des reinblütigen Echsenherzogs Edmund gleich doppelt minderwertig. Seine Abscheu vor allem, was keine Echse ist, sorgt gerne mal für diplomatische Verwicklungen. Erst durch unsere Siege erringen wir schrittweise seinen (widerwilligen) Respekt.

Scarlett Die heißblütige Scarlett interessiert sich scheinbar für nichts anderes als Partys und Gemetzel, hat aber auch eine sanftere Seite, die wir erst mit der Zeit entdecken.

Catherine Catherine herrschte über ein Reich, in dem Frauen über Männern standen, bevor sie sich uns anschloss. An Bord der Raven kämpft sie für Gleichberechtigung, wir können ihr entweder entgegenkommen oder sie auflaufen lassen.

Auf einen umfangreichen Basisbau verzichtet Dragon Commander, stattdessen ringen wir um feste Bauplätze für Fabriken, Wirtschaftslager und Türme. So entbrennen schnell die ersten Feuergefechte, immer kracht es irgendwo, und weil die Ressourcen auf jeder Karte nach einer Zeit erschöpft sind, zieht sich kaum eine Schlacht lange hin. Die Einheitenvielfalt hält sich allerdings in Grenzen, alle Kriegsparteien führen dieselben dreizehn Truppentypen zu Lande, Wasser und Luft ins Feld.

Dafür dürfen wir unsere Armee spezialisieren, für jede Einheit erforschen wir auf der Strategiekarte verschiedene Aufwertungen und Spezialfähigkeiten. Wir haben aber nur die wenigsten davon je gebraucht: Klar könnten wir mit unseren Zeppelinen Feinde lähmen und dann Giftgas versprühen, aber ein Batzen Panzer reicht meist zum Sieg. Und wenn nicht, ist da ja immer noch der Drache.

Dracarys!

Den rufen wir jederzeit in der Nähe unserer Truppen auf den Plan. Sofort wird Dragon Commander zum Actionspiel, wir lenken unsere Flugechse mit WASD und entfesseln mit Maus und Zifferntasten Feuerbälle und Spezialfähigkeiten. Welche? Das bestimmen wir ebenfalls durch Forschung auf der Weltkarte. Unser Drache unterstützt ganz nach unserem Geschmack das eigene Heer mit Auren und Heilzaubern oder lässt es brennende Zerstörung regnen. So brausen wir mit Jetpack-Schub von Front zu Front, zerbröseln feindliche Roboter und haben als mächtiger Drachenfeldherr einfach einen Heidenspaß.

Wirklich mal eine Herausforderung sind nur die Angriffe auf gegnerische Hauptstädte, wo wir uns oft einer Übermacht stellen müssen. Wirklich mal eine Herausforderung sind nur die Angriffe auf gegnerische Hauptstädte, wo wir uns oft einer Übermacht stellen müssen.

Aber Vorsicht: Während wir am einen Ende der Karte einen Panzertrupp mit Feuerbällen beharken, verlieren wir leicht den Rest des Schlachtfelds aus den Augen. Und wer sich übernimmt, merkt schnell, dass der Drache gegen ein Geschwader aus Flugabwehrjägern alt aussieht. Er ist damit vor allem eine Präzisionswaffe, die wir an den richtigen Stellen einsetzen müssen, ohne dabei unsere Armee zu vernachlässigen.

Haben wir das mal gemeistert, geht den Echtzeitschlachten gegen die Computergegner aber bald die Luft aus. Alle Seiten führen immer ähnliche Armeen in die Schlacht und verfolgen das immer gleiche Ziel, alle Feinde von der Karte zu fegen. Und wo sich die KI auf der Strategiekarte noch ordentlich schlägt, kann sie auf dem Schlachtfeld keinen eigenen Drachen losschicken und stellt sich nicht gerissen genug an, um trotzdem eine ernste Bedrohung zu sein.

Ein Drache ist kein Drache

Deutlich spannender wird es mit menschlichen Mitspielern, entweder zusammen gegen die KI oder gegeneinander. Zur Wahl stehen einzelne Gefechte (dann starten wir mit einem von drei vorgefertigten Drachen und erforschen Einheiten-Aufwertungen direkt im Feld), aber auch Mehrspieler-Feldzüge auf der Weltkarte. Hier müssen wir zwar auf Diplomatie und Rollenspiel verzichten, aber die Echtzeitschlachten sind dafür kaum wiederzuerkennen, wenn mal zwei Drachen über das Feld brausen. Wer nicht ständig auf der Hut ist und Druck macht, hat schnell verloren. Obendrein dürfen wir im Mehrspielermodus und in den KI-Schlachten abseits der Kampagne den Spielablauf mit zahlreichen Einstellungen justieren und so für etwas abwechslungsreichere Partien sorgen. Beispielsweise legen wir fest, wie schnell Ressourcen gesammelt werden oder wie viel Zeit verstreichen muss, bis der Drache gerufen werden darf.

Unsere Truppen stürmen eine gegnerische Basis. Wenn wir gerade nicht als Drache unterwegs sind, steuert sich Dragon Commander wie ein klassisches Echtzeit-Strategiespiel. Unsere Truppen stürmen eine gegnerische Basis. Wenn wir gerade nicht als Drache unterwegs sind, steuert sich Dragon Commander wie ein klassisches Echtzeit-Strategiespiel.

Grafisch brennt Dragon Commander dabei ein nettes Effektfeuerwerk ab, die Einheiten und Landschaften könnten aber detaillierter sein. Umso gelungener sind dafür die Räumlichkeiten der »Raven«, die in wunderbar stimmigem Fantasy-Steampunk erstrahlen. Dazu gesellt sich ein bombastischer Soundtrack, der von angespannten Verhandlungen bis zu explosiven Schlachten jeden Moment passend untermalt.

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