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Seite 2: Dying Light: The Following im Test - Vier Schritte zum Parade-Addon

Schritt 3: Die Stärken erben

Ein gutes Addon sollte die Stärken des Hauptspiels erben und clever für sich umsetzen. Das ursprüngliche Dying Light setzt auf eine Kombination aus brutalem Nahkampf, flinker Parkour-Kraxelei und rigidem Rollenspiel-System. Denn nur wenn wir permanent neue Ausrüstung bauen, Fähigkeiten entwickeln und Taktiken ertüfeln, können wir die flinken Zombies besiegen. Die größte Stärke des Spiels ist das Flow-Gefühl, das sich aus diesen ganzen Mechaniken ergibt. Wir sind permanent in Bewegung, jeder Ausflug durch Harran bringt irgendein Ergebnis - und sei es auch nur ein wertvolles Päckchen Kaffee.

Dying Light: The Following - 10 Minutan Gameplay mit Entwickler-Kommentar 11:02 Dying Light: The Following - 10 Minutan Gameplay mit Entwickler-Kommentar

The Following greift dieses flotte Gefühl von Fortschritt und Bewegung auf, setzt es allerdings in einem viel weitläufigeren Land um. Das erfordert ein Umdenken: Parkour ist nur noch in dichten Dörfern und der Kleinstadt wirklich wichtig, stattdessen rasen wir mit dem Buggy durch die Pampa, springen an interessanten Orten aus dem Wagen und erledigen unsere Aufgaben, bevor uns die Zombies zu sehr auf die Pelle rücken. Das Gefühl von Geschwindigkeit wird sehr gut in die neue Umgebung übertragen - nervig wird's nur, wenn wir unsere Karre mal zu weit entfernt stehen lassen. Dann wird die Rennerei zur lahmen Latscherei, denn Schnellreise gibt's noch immer nicht.

Außerdem funktioniert auch das Rollenspielsystem nach wie vor nahezu tadellos. Das Addon-Gebiet richtet sich an hochstufige Spieler - und selbst auf Maximallevel fordern die Kämpfe schon auf normalem Schwierigkeitsgrad. Übrigens: Wer alle Fähigkeiten freischaltet, kann jetzt in einem neuen Legendary-Skilltree weiterleveln und zusätzliche Stats und Waffen-Perks freischalten. Sehr cool!

Schritt 4: Umfang bieten

Ein Addon unterscheidet sich vom DLC durch seinen Umfang - wir wollen keine Mini-Portion, sondern jede Menge neue Inhalte. Und hier liegt eine der größten Stärken von The Following. Techland hat es geschafft, in einem Jahr eine so große, neue Open World auf die Beine zu stellen, dass wir schlichtweg begeistert sind. Mit allen Nebenaufgaben, Loot-Möglichkeiten und Challenges ist man auch im Umland locker 20 Stunden beschäftigt, wenn nicht noch mehr. Und auch abseits der Quests lädt die Welt zum Erkunden ein, weil an jeder Ecke kleine Details eigene Geschichten erzählen - zum Beispiel entdecken wir einen Militärposten, der offenbar überfallen wurde. Das Spiel erklärt nicht mehr, aber die herumlungernden Zombie-Soldaten sprechen ihre ganz eigene Sprache.

Dass die Missionen jetzt teils deutlich spannender gestaltet sind, kommt dem zugute. Denn dadurch hat The Following quasi keine Längen. Bereits zu Beginn müssen wir mit dem Buggy in Windeseile einer explodierenden Wasserleitung folgen, eine alte Pumpanlage aufbrechen, um den Druck abzudrehen. Sind wir zu langsam, wird der komplette Keller geflutet und wir müssen im trüben Wasser das richtige Ventil finden. An anderer Stelle verhandeln wir mit einigen Banditen, bis die uns plötzlich in den Rücken fallen - wir sitzen ganz schön in der Patsche, weil plötzlich jeder auf uns schießt, aber gleichzeitig sind wir froh über die Herausforderung. Selbst der Einbruch in die Postfiliale bei Nacht wird durch die ständige Gefahr so spannend in Szene gesetzt, dass sich uns die Nackenhaare aufstellen.

Dying Light: The Following ist zwar nicht perfekt, in vielen Punkten aber herausragendes Addon. Wer das Hauptspiel mag, kann hier bedenkenlos zugreifen - Besitzer des Season Pass kriegen das Ganze sogar automatisch. Einen Zahn müssen wir dem Spiel zum Abschluss aber ziehen: Die deutsche Synchronisation ist wie schon beim Hauptspiel ein Graus. Wir empfehlen dringend, die englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln zu aktivieren.

Dying Light: The Following - Trailer zu den Fahrzeug-Upgrades 1:39 Dying Light: The Following - Trailer zu den Fahrzeug-Upgrades

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