Wehe, es lästert nochmal jemand über die Jugend von heute. Als ich 20 Jahre alt war, konnte ich gerade erst meine Socken selbst waschen – und der US-Amerikaner Kane Parsons verwirklicht bereits einen eigenen Kinofilm, der aktuell über 180 Millionen Dollar einspielt.
Backrooms. Ein Horrorfilm über einen Möbelverkäufer, der im Untergeschoss seines Geschäfts durch eine Wand glitcht und in mysteriösen, endlosen Hinterzimmern landet, in denen alles vertraut, aber dann doch irgendwie merkwürdig aussieht. Zu große Stühle, Schuhe, die im Boden feststecken, merkwürdige Geräusche, als wäre man in einen Holzschnitt von M.C. Escher geplumpst.
Backrooms ist eine filmgewordene Graswurzelbewegung. 2019 postete irgendwer im Netz ein merkwürdig schauriges Bild eines sterilen Möbelgeschäfts, die Community bauschte es mit Texten, weiteren Bildern, Videos und Co. zu einer waschechten Creepypasta auf. Die schaurige Idee dahinter: Was, wenn du wie in einem verbuggten Computerspiel aus unserer Realität rausglitchen könntest und plötzlich im Hinterzimmer der Wirklichkeit landest, einer unkuratierten Rümpelkammer, in der mehr als nur unsinnige Stühle und Tische lauern.
Der damals 16-jährige Parsons sattelte 2022 noch als reiner YouTuber mit einem Found-Footage-Kurzfilm auf das Backrooms-Phänomen auf. Das Ergebnis: 86 Millionen Aufrufe. Und jetzt, vier Jahre später, lässt der Kinofilm selbst Big-Budget-Produktionen wie The Mandalorian and Grogu im Regen stehen.
Und damit ist Backrooms nicht allein.
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Keine Zeitenwende, aber Zeit für eine Wende
Man muss natürlich aufpassen. Im Internet wird Hollywood gerne mal pauschal für kreativ bankrott erklärt, vor allem während der großen Superhelden-Jahre von 2015 bis in die Pandemie hinein, als ein Marvel-Blockbuster nach dem anderen die Kinoleinwände dominierte. Die Wahrheit ist natürlich vielschichtiger. Zu jedem Zeitpunkt finden sich alle möglichen kreativen Projekte und auch an Superhelden-Blockbustern werkeln unheimlich kreative Menschen.
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