Ein halbes Jahr mit Windows 11: Hat sich der Wechsel gelohnt?

Erfahrungsbericht: Ich nutze Windows 11 mittlerweile seit sechs Monaten, nachdem mir zuvor jahrelang Windows 10 treue Dienste geleistet hat. War der Wechsel eine gute Entscheidung?

von Nils Raettig,
01.04.2022 15:22 Uhr

Windows 11 ist seit Oktober 2021 auf dem Markt, der Release als Preview-Version erfolgte noch früher. Wie gut schlägt sich das Betriebssystem nach längerer Nutzung im Vergleich mit Windows 10? Windows 11 ist seit Oktober 2021 auf dem Markt, der Release als Preview-Version erfolgte noch früher. Wie gut schlägt sich das Betriebssystem nach längerer Nutzung im Vergleich mit Windows 10?

Eigentlich sollte Windows 10 das letzte Windows sein. Dennoch hat Microsoft im letzten Jahr ziemlich überraschend die neue Windows-Version 11 angekündigt und vergleichsweise kurze Zeit später veröffentlicht. Nach meinen ersten Gehversuchen mit einer Preview-Version und mittlerweile etwa sechs Monaten fast täglicher Arbeit mit dem Betriebssystem ziehe ich ein Fazit: Hat sich der Wechsel gelohnt?

Zu der passenden Antwort könnt ihr über diesen Link direkt springen. Vorab gehe ich zunächst noch auf zwei wichtige Fragen ein, die ihr euch im Vorfeld eines Wechsels möglicherweise stellt.

Wie leicht gelingt der Umstieg zu Windows 11?

Ich höre immer wieder Sorgen, dass der Wechsel zu Windows 11 zu aufwendig sei, was ich nicht bestätigen kann. Im Falle meines Arbeits-PCs habe ich Windows 11 einfach aus Windows 10 heraus per Update-Assistent installiert. Mit wenigen Ausnahmen war danach im Prinzip alles so wie vorher und ich konnte jedes Programm und Spiel wie gehabt nutzen. Wie der Wechsel konkret abläuft, erfahrt ihr hier:

Alle Infos zu Upgrade, ISO-Datei und Neuinstallation   30     6

Windows 11 installieren

Alle Infos zu Upgrade, ISO-Datei und Neuinstallation

Eine Umstellung war aber doch nötig: Die von mir genutzte Schnellstartleiste gibt es unter Windows 11 nicht mehr. Sie war in meinem Fall unter Windows 10 aber ehrlich gesagt ohnehin überfüllt. Als Alternative habe ich jetzt einfach die am häufigsten genutzten Programme an die Taskleiste angeheftet.

Auch auf diversen Testsystemen hat Windows 11 keinerlei Probleme gemacht, in Einzelfällen können sie aber durchaus vorkommen. Grundsätzlich empfehle ich daher, wichtige Daten vor dem Wechsel zu sichern. Sorgen um eure Programme und Spiele müsst ihr euch in meinen Augen aber nicht machen.

Stolperfalle Systemanforderungen

Wenn es um den Wechsel zu Windows 11 geht, steht außerdem stets der Elefant Systemanforderungen im Raum. Neben vergleichsweise hohen Anforderungen an die CPU hat vor allem das nun geforderte TPM-Modul in der Version 2.0 für viele Fragezeichen gesorgt.

Das ist zwar auf vielen Rechnern schon vorhanden, es muss aber oft erst im BIOS beziehungsweise UEFI des PCs aktiviert werden. Wie das geht und was genau sich hinter TPM verbirgt, erfahrt ihr im Artikel Windows 11: Was ist TPM 2.0 und wofür braucht ihr es?.

AMDs nur etwa fünf Jahre alter Ryzen 7 1800X gehört zu den vielen CPUs, die von Windows 11 offiziell nicht unterstützt werden. AMDs nur etwa fünf Jahre alter Ryzen 7 1800X gehört zu den vielen CPUs, die von Windows 11 offiziell nicht unterstützt werden.

Es ist zu guter Letzt auch mit nicht-unterstützter Hardware möglich, Windows 11 zu installieren, wie Microsoft selbst in einem Support-Eintrag erklärt. Ich habe auf eigentlich inkompatiblen Systemen bislang keine nennenswerten Nachteile festgestellt und etwa alle Windows-Updates ganz normal erhalten (auch wenn es in Zukunft ein nerviges Wasserzeichen für nicht unterstützte Hardware geben könnte).

Solange euer PC mit Windows 10 keine Probleme hat, dürfte das meiner Einschätzung nach aber auch für Windows 11 gelten. Gleichzeitig ist nicht ausgeschlossen, dass es in Einzelfällen (oder durch zukünftige Änderungen an Windows 11) doch zu Schwierigkeiten kommt. Ganz auf Nummer sicher geht ihr also nur mit offiziell unterstützter Hardware.

Hat sich der Wechsel zu Windows 11 gelohnt?

Nein, in meinen Augen nicht. Das neue Betriebssystem soll zwar in Zukunft bessere DirectStorage-Performance bieten als Windows 10 (siehe auch unsere News zur Veröffentlichung der Technik). Noch gibt es aber ohnehin keine passenden Spiele und wie groß die Unterschiede sein werden, bleibt abzuwarten.

In meinen PC-Alltag hat sich durch den Wechsel zu Windows 11 generell sehr wenig geändert. Dass ich noch mit am stärksten die rein optische Änderung der nun abgerundeten Ecken von Fenstern wahrnehme, spricht Bände.

Wenn überhaupt, dann gibt es statt lohnender Wechselgründe für mich nur ein paar kleine Ärgernisse, die auch mehrere Monate nach Release alle immer noch Bestand haben. Dazu zählen das nun zweistufige Kontextmenü, das oft einen Klick mehr nötig macht und das mir weiterhin zu unflexible Startmenü. Mehr dazu erfahrt ihr im folgenden Artikel:

Was mich an Windows 11 schon nach kurzer Zeit nervt   263     18

Mehr zum Thema

Was mich an Windows 11 schon nach kurzer Zeit nervt

Sogar ein sehr lästiges Startproblem, das mich schon unter Windows 10 in den Wahnsinn getrieben hat, schleppe ich unter Windows 11 immer noch mit mir herum. Ich hätte mir den Wechsel deshalb insgesamt genau so gut sparen können.

Letztlich ist es aber auch eine subjektive Frage, ob sich der Wechsel zu Windows 11 lohnt oder nicht. So sagen meinem Kollegen Alex Köpf die optischen Änderungen sehr zu und er empfindet das Betriebssystem auf seinem PC als spürbar flotter und runder, wie er in diesem Artikel schildert.

Wie schätzt ihr das neue Betriebssystem von Microsoft ein, sofern ihr es schon getestet habt? Lohnt sich der Wechsel oder kann man genau so gut auf Windows 11 verzichten? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen!

zu den Kommentaren (87)

Kommentare(87)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.