Ein Smart Meter spart mir seit Jahren monatlich 50 Euro – aber lasst euch beim Einbau nicht übers Ohr hauen [Best of GameStar]

Ein Smart Meter im Stromkasten kann helfen, Geld zu sparen und Energie sinnvoller zu nutzen. Allerdings gibt es Stolpersteine in Form zu hoher Einbaukosten.

Wusstet ihr, dass ihr viele digitale Stromzähler mit einer Taschenlampe programmieren könnt, beispielsweise um den aktuellen Stromverbrauch anzuzeigen? (ARVD73, Adobe Stock) Wusstet ihr, dass ihr viele digitale Stromzähler mit einer Taschenlampe programmieren könnt, beispielsweise um den aktuellen Stromverbrauch anzuzeigen? (ARVD73, Adobe Stock)

Stromzähler sind bisher eher dusselige Geräte, die den durchlaufenden Strom der drei Stromphasen eurer Wohnung zusammengerechnet anzeigen und so für eine Abrechnungsmöglichkeit sorgen. Das reichte bislang aus, auch wenn es für ein paar Unbequemlichkeiten wie das händische Ablesen des Zählers für die Jahresabrechnung enthält.

Hinweis: Dieser Artikel erschien bereits auf GameStar.de und wurde von uns im November 2025 erneut veröffentlicht. Einige Zahlen der Strompreise in diesem Artikel stammen vom April 2024 und sind veraltet.

Smart Meter sind die Weiterentwicklung und sollen 2025 in deutlich mehr Haushalten den Strom zählen und auch in begrenztem Maße regulieren. Dabei wissen viele der Bürger in Deutschland nicht einmal, was ein Smart Meter ist. Das eröffnet auch Chancen für überhöhte Preise, wie aktuell einige Netzbetreiber beweisen.

Dennis Ziesecke
Dennis Ziesecke

Dennis Ziesecke schreibt als freier Autor für GameStar. Er hat eine Schwäche für Nischenthemen wie VR und AR und freut sich, wenn davon doch einmal etwas in den Mainstream rutscht. So wie Balkonkraftwerke, Akkus, dynamische Stromtarife - und damit auch Smart Meter. Den eigenen Strombedarf optimieren, ist für ihn inzwischen von einer finanzbedingten Pflicht zum Hobby geworden.

Dabei sind Smart Meter nicht die bösen Unterdrückungsmaschinen, wie sie teils dargestellt werden, der Einbau eines solchen digitalen Messsystems kann sogar bares Geld sparen.

Was ist ein Smart Meter und warum sollte ich das haben wollen?

Bei einem intelligenten Messsystem (iMSys), Smart Meter oder auch einem vernetzten Stromzähler – die Geräte haben viele Namen – handelt es sich eigentlich um mehrere Geräte, die im Stromkasten des Hauses oder der Wohnung zusammengefasst werden. Einmal die moderne Messeinrichtung (mME), ein digitaler Stromzähler also, sowie ein Smart-Meter-Gateway, das dem Netzbetreiber die Daten (meist per Mobilfunk) übermittelt.

Dieser Digitalzähler ist bereits um ein Smart-Meter-Gateway erweitert. Um den Stromverbrauch trotzdem per App live sehen zu können, hängt noch ein Lesekopf namens Pulse vom Stromanbieter Tibber daran. Direkten Zugriff gewährt der Messstellenbetreiber leider nur dem Stromanbieter, nicht dem Endverbraucher. Dieser Digitalzähler ist bereits um ein Smart-Meter-Gateway erweitert. Um den Stromverbrauch trotzdem per App live sehen zu können, hängt noch ein Lesekopf namens Pulse vom Stromanbieter Tibber daran. Direkten Zugriff gewährt der Messstellenbetreiber leider nur dem Stromanbieter, nicht dem Endverbraucher.

Ein Smart Meter im Stromkasten sorgt also für eine Datenverbindung zum Netzbetreiber. Das kann Vor- und Nachteile haben: Der Anbieter sieht euren Stromverbrauch im Zweifel so gut wie live und hat theoretisch die Möglichkeit, große Verbraucher wie Wärmepumpen und Wallboxen bei Netzproblemen herunter zu regeln - nicht abzuschalten, wie teils fälschlich behauptet.

Ein kleiner Vorteil hingegen: Ihr müsst den Stromzähler nicht mehr ablesen. Smart Meter fragen den Stromverbrauch alle 15 Minuten ab, speichern die Daten bis zu 60 Tage und übermitteln sie an den Messstellenbetreiber. Zusätzlich könnt ihr von dynamischen Stromtarifen profitieren.

Stromrechnung per Smart Meter gesenkt

Bei mir erfolgte der Einbau eines Smart Meters vor einigen Jahren aufgrund eines Stromverbrauches von über 6.000 Kilowattstunden im Jahr. Das war noch vor dem Kauf eines Elektroautos und es ist nicht wenig.

Allerdings ermöglichte der einst sogar kostenlos vom Messstellenbetreiber installierte Smart Meter auch den Wechsel in einen dynamischen Stromtarif. Der bot mir zwei Vorteile: Ich sehe immer sofort den Verbrauch und bekomme zudem monatliche Rechnungen mit Abschlägen, die nur den tatsächlichen Verbrauch berücksichtigen - keine bösen Überraschungen mehr.

Der Umstieg auf einen erst durch ein Smart Meter möglichen dynamischen Stromtarif hat mich bares Geld gespart. Da ich hohe Lasten in günstigen Zeiten legen konnte, sank mein Preis von gut 40 Cent auf unter 27 Cent die Kilowattstunde selbst im Herbst. Der Umstieg auf einen erst durch ein Smart Meter möglichen dynamischen Stromtarif hat mich bares Geld gespart. Da ich hohe Lasten in günstigen Zeiten legen konnte, sank mein Preis von gut 40 Cent auf unter 27 Cent die Kilowattstunde selbst im Herbst.

Außerdem berechnet mein Anbieter neben einer geringen monatlichen Grundgebühr nur den Börsenstrompreis plus Steuern und weitere Umlagen wie die Netzentgelte. Zwar machen diese den größten Teil des Strompreises aus, offenbar haben viele Stromanbieter aber noch sehr angenehme Gewinnpuffer eingerechnet - schon im ersten (Winter-)Monat nach dem Wechsel schrumpfte die Stromrechnung um 50 Euro bei sonst gleichem Verbrauch.

Im Sommer buchte der Stromanbieter sogar nur um die 150 Euro und damit 100 Euro weniger als beim alten Anbieter monatlich ab.

Viele Deutsche zahlen freiwillig zu viel für Strom

Der durchschnittliche Strompreis lag laut Statista im April 2024 bei 45,62 Cent, meine Abrechnung zeigt hingegen (in einem Kreis mit sehr hohen Stromnebenkosten wohlgemerkt) nur 26 Cent für April 2024. Der teuerste Monat bisher war November 2024, der durch eine besonders intensive Dunkelflaute auffiel, aber selbst da lag der Durchschnittspreis nur bei 31 Cent pro Kilowattstunde.

Bei Statista wird allerdings der Preis angezeigt, den Haushaltskunden in Deutschland durchschnittlich bezahlen. Nicht jedoch der Preis, den sie bezahlen würden, wenn sie den Anbieter wechseln würden. Ein Blick auf die Bruttopreise für Neukunden beim Vergleichsportal Verivox zeigt, dass der Preis für wechselwillige Nutzer hingegen schon seit September unter 30 Cent liegt.

Neukunden zahlen aktuell im Durchschnitt unter 30 Cent pro Kilowattstunde für den Strom und damit deutlich weniger als beispielsweise Kunden der Grundversorgung. Hier hilft ein Anbieterwechsel. Quelle: Verivox Neukunden zahlen aktuell im Durchschnitt unter 30 Cent pro Kilowattstunde für den Strom und damit deutlich weniger als beispielsweise Kunden der Grundversorgung. Hier hilft ein Anbieterwechsel. Quelle: Verivox

Das gilt für reguläre Verträge, wer seine Stromlast allerdings flexibel in günstige Stunden (üblicherweise die mit hoher Produktion erneuerbarer Energien, da diese die günstigste Erzeugungsart darstellen) legen kann, spart potenziell mehr. Selbst teure Dunkelflautenmonate gleichen sich im günstigen Sommer üblicherweise gut aus.

Smart Meter sollen 2025 kommen, aber die Netzbetreiber wollen nicht

Update vom November 2025: In Sachen Smart Meter gibt es bereits Updates. Alles, was ihr dazu wissen müsst, findet ihr hier:

Weiter geht es mit dem ursprünglichen Artikel:

Dieses Jahr werden Smart Meter für mehr Haushalte verpflichtend, beispielsweise für Nutzer einer Wärmepumpe oder Wallbox, für Besitzer von PV-Anlagen mit mehr als 7 kW Leistung oder bei hohem Jahresstromverbrauch. Mit der Pflicht für Stromanbieter, auch dynamische Tarife anzubieten, gibt es aber auch für Freiwillige einen Grund zum Wechsel.

Für wen ein Smart Meter ab 2025 Pflicht ist:

  • ab einem jährlichen Stromverbrauch von über 6.000 Kilowattstunden
  • bei einer Photovoltaikanlage mit einer installierten Leistung von mehr als sieben Kilowatt
  • bei Nutzung steuerbarer Verbrauchseinrichtungen wie Wallbox oder Wärmepumpe

Besitzer von Solaranlagen mit mehr als 7 Kilowatt Peakleistung müssen ein Smart Meter nutzen. Um trotz PV von dynamischen Stromtarifen zu profitieren, bietet sich die Anschaffung eines Akkus an. Besitzer von Solaranlagen mit mehr als 7 Kilowatt Peakleistung müssen ein Smart Meter nutzen. Um trotz PV von dynamischen Stromtarifen zu profitieren, bietet sich die Anschaffung eines Akkus an.

Der Gesetzgeber deckelt dabei die Kosten für den freiwilligen Einbau eines Smart Meters auf aktuell noch 30 Euro, ab März dürfen die Betreiber für den Einbau 100 Euro verlangen. Dazu kommt eine jährliche Pauschale, die über die Stromrechnung bezahlt wird und zwischen 30 und 120 Euro liegt - je nach Anwendungsfall (die 120 Euro fallen erst ab einem Jahresverbrauch von 50 Megawatt an, da müsstet ihr schon eine ganze Wagenladung RTX 5090 betreiben, um so viel zu verbrauchen).

Allerdings wirkt es so, dass einige Anbieter dynamische Stromtarife nicht so gerne sehen – schließlich dürfte die Gewinnspanne geringer ausfallen, wie ich selbst an meiner Stromrechnung merke. Offenbar soll dann wenigstens der Einbau nicht auch noch subventioniert werden.

Smart Meter für 900 statt 30 Euro

Einige Betreiber verlangen über 900 Euro für den Einbau des Smart Meters, beim Messstellenbetreiber Westnetz sind es sogar 973,59 Euro. Laut einer Studie der Smart-Meter-Initiative (SMI) verlangten 13 der angefragten Betreiber mehr als 500 Euro, nur 11 der Unternehmen hielten sich an die Vorgabe von 30 Euro.

Vor allem EON hebt sich dabei mit hohen Preisen hervor. Auf Nachfrage teilte das Unternehmen gegenüber der Newsredaktion von t-online mit, dass es sich dabei um die tatsächlich nachgewiesenen Kosten handle.

Solltet ihr also für einen dynamischen Stromtarif oder andere Stromspielereien ein Smart Meter installieren lassen wollen, achtet auf die Preise für den Umbau und auch ob die Folgekosten korrekt abgerechnet werden. Teurer werden kann es beispielsweise auch werden, wenn euer Stromkasten erst aufwendig umgebaut werden muss, da die neuen Messbestandteile Platz benötigen.

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