Geteiltes Leid ist bekanntlich halbes Leid. Das weiß auch From Software und erleichtert euch die Reise durch die unbarmherzige Open World von Elden Ring mit einem Koop-Modus. Wollt ihr das nicht, erreicht ihr mit PvP natürlich eher das Gegenteil. Klären wir aber erstmal, wie der Multiplayer funktioniert und inwiefern er sich von Dark Souls abhebt.
Seid ihr beim Stichwort »Open World« hellhörig geworden, solltet ihr gleich noch unsere Analyse dazu lesen, warum die offene Welt nur auf eine Art funktionieren kann:
Letztes Update: 29. August 2021
Was ist neu? Neue Infos zum PvP ergänzt
Wie der Koop funktioniert
Wie Dark Souls 3 bietet Elden Ring Koop für drei Spieler. Ihr könnt also zwei Freunde zur Hilfe rufen und beschwört sie direkt im Spiel. Allerdings simpler ohne viel Item-Schnickschnack - Gefährten lassen sich unkompliziert überall herbeirufen.
Wahrscheinlich handelt es sich um eine Art Drop-In-Drop-Out-System, über das ihr zeitweise gemeinsam erkundet und kämpft. Während einer Gameplay-Präsentation sahen wir zwei Spieler zusammen durch die Open World laufen, an einem zu starken Gegner vorbeischleichen und einen Boss legen, der mitten auf einem offenen Feld herumstand. Kommuniziert wird übrigens per Emotes.
Für das Beschwören per Matchmaking soll es Orte geben, wo ihr euer Zeichen zurücklassen oder nach anderen Spielern Ausschau halten könnt. Das erinnert ein wenig an die SOS-Signale in Monster Hunter World, die den Beitritt zu laufenden Quests ermöglichen. Noch nicht final geklärt ist, ob dann auch sämtliche Spieler den Fortschritt übernehmen.
Auch die aus Dark Souls bekannten Covenants kehren darüber hinaus zurück. Ihr dürft euch also bestimmten Fraktionen anschließen und werdet belohnt, wenn ihr ihren Regeln folgt. Das wirkt sich vermutlich wieder über spezielle Items oder Zauber auf eure Online-Erfahrung aus.
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Was im Multiplayer spielbar ist
Es lässt sich gesamte Spiel von der Open World bis hin zu einzelnen Dungeons mit Freunden erkunden - abgesehen von ein paar Ausnahmen. Allerdings müsst ihr im Koop immer auf euer Pferd verzichten, was zumindest das Durchqueren der offenen Gebiete etwas mühsamer gestaltet.
Das spricht dagegen, dass man das Spiel am Stück zusammen durchspielen kann. Für bestimmte Aktionen wie das Überwinden klaffender Schluchten oder hoch emporragender Klippen, braucht ihr den Begleiter nämlich. Laut Entwickler hat die Entscheidung technische Gründe.
Obwohl uns das skeptisch stimmt, vereint die Open World viele Stärken in sich, die man schon von Spielen wie Skyrim kennt. Welche das sind, klären wir im Podcast.
PvP kehrt zurück - aber wohl nur im Koop
Inzwischen wurde auch PvP für Elden Ring offiziell bestätigt. From Software erklärte uns gegenüber im Interview, dass die Invasionen ablaufen wie in Dark Souls. Spieler dringen also in eure Welt ein oder ihr werdet selbst zu ungebetenen Gästen. Wahlweise fordert ihr Spieler über einen Duellstein auch direkt heraus. Ritterkämpfe hoch zu Ross wird es aber nicht geben, weil euer Pferd genau wie im Koop nicht verfügbar ist.
Das könnte sich stärker auswirken, als zunächst gedacht. Darauf deutet ein Post von Streamer und YouTuber Oroboro hin. Demnach können andere Spieler euch nur zum PvP herausfordern, wenn ihr ohnehin schon im Koop und damit ohne Reittier unterwegs seid.
From Software soll sich beim kürzlichen Gamescom-Event so zur Frage danach geäußert haben, was passiert, wenn ein PvP-Spieler jemanden attackiert, der gerade reitet:
"Eindringlinge werden nie einen reitenden Spieler angreifen, weil Spieler im Koop nicht mit dem Pferd unterwegs sind. Das heißt also, ihr könnt nur Spieler herausfordern, die im Koop spielen, keine einzelnen."
Das dürfte nicht jedem PvP-Fan schmecken, soll aber auch noch nicht final sein. Offenbar will der Entwickler erst das Feedback der Fans einholen. Abschwächen könnte man die Regel zum Beispiel, indem man das Invaden auch in Dungeons möglich macht, wo das Pferd generell ausgesperrt wird. Wir haben bei Bandai Namco nachgefragt, ob die Info so korrekt ist.
Wie begegnet man sich überhaupt in der Open World? Wie die Kollegen von Mein MMO berichten, müsst ihr nicht ewig nach Gegenspielern in der großen Spielwelt suchen. Dringt jemand ein, werdet ihr benachrichtigt und seht Infos zu eurem Feind. Das soll Frust mindern und die PvP-Hürde senken.
Für Einzelgänger: KI-Gefährten beschwören
Habt ihr keine willigen Freunde an eurer Seite, dürft ihr an bestimmten Orten Geisterhelfer heraufbeschwören, die die KI steuert. Laut Entwickler stehen in der Open World in Gebieten mit besonders vielen Feinden Statuen rum, die das ermöglichen. Auch im Kampf gegen den ersten großen Boss (der gruselige Typ mit den vielen Armen aus dem Trailer) wurde während Gameplay-Präsentation, die uns gezeigt wurde, ein solcher Geist zur Hilfe gerufen.
Die Phantome basieren dann auf gefallenen Feinden und bringen bestimmte Eigenschaften mit, die ihr je nach Situation taktisch klug ausspielen könnt. Entscheidet ihr euch für einen Schildträger, kann der euch zum Beispiel den Rücken freihalten. Oder ihr ruft Bogenschützen, die Feinde Gegner auf Abstand halten und aus der Ferne auseinandernehmen. Weil ihr die Helfer sammeln und aufleveln dürft, werden die nützlichsten Begleiter mit der Zeit immer stärker.
Ihr könnt sogar ganze Gruppen an eure Seite bestellen, die Gegner dann regelrecht überennen. Klassische NPC-Verbündete wird es aber auch wieder geben. Die erscheinen wie in Dark Souls an vorgesehenen Orten, wo man ihr Zeichen findet.
Im Gameplay-Trailer sieht man nochmal im Detail, wie der Spieler einen mysteriösen Würfel nutzt, um blaue Phantome herbeizurufen. Die kämpfen anschließend an seiner Seite:
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Elden Ring lebt: Gameplay-Trailer ist DIE Überraschung von der E3
Unkomplizierter als Dark Souls: So erlebt ihr Elden Ring am besten mit euren Freunden
Phantome, Blutspuren oder auch Nachrichten kehren zurück, wie man sie aus Dark Souls kennt. Ihr könnt sogar Gruppen erstellen, um die asynchronen Multiplayer-Elemente noch persönlicher zu gestalten. Die sorgen dafür, dass bevorzugt die Inhalte eurer Freunde im Spiel dargestellt und auch entsprechend gekennzeichnet werden.
Mit Freunden könnt ihr zum Beispiel einen Code vereinbaren oder ganz anderes kommunizieren, was hier trotz begrenzter Mittel mehr Raum dafür lässt, einander selbst in getrennten Spielen zu helfen. Ein Größenlimit für solche Verbünde existiert übrigens nicht. Ihr erstellt einfach ein Passwort und könnt es an jeden weitergeben, der teilhaben möchte.
Miyazaki wünscht sich, dass das die Einstiegshürde senkt und man so eine neue Spielerschaft für Elden Ring begeistern kann. Diesen Eindruck gewannen wir auch von der ersten großen Gameplay-Präsentation hinter verschlossenen Türen, die zeigte, wie Elden Ring zugänglicher als Dark Souls wird und das Spielprinzip in eine Open World verfrachtet, ohne Anspruch einzubüßen.
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