Emma Watson ist längst über ihre Rolle als Hexe Hermine Granger hinaus bekannt. Nach Harry Potter war der britische Star in zahlreichen Produktionen wie Die Schöne und das Biest und Colonia Dignidad zu sehen.
Doch seit dem Historiendrama Little Women ist zumindest Leinwand-technisch ruhig um die Schauspielerin geworden. Seit 2018 hat sie an keiner Filmproduktion mehr mitgewirkt. Jetzt verrät sie den Grund dahinter.
»Es war seelenzerstörend«
Im Gespräch mit Hollywood Authentic spricht Watson über die graue Realität von Hollywood. Die Schauspielerei selbst vermisse sie zwar sehr, nicht aber den Rattenschwanz, den diese Kunst nach sich zieht.
In gewisser Weise habe ich [mit der Schauspielerei] wirklich im Lotto gewonnen, und was mir widerfahren ist, ist so ungewöhnlich. Aber eine größere Komponente als die eigentliche Arbeit selbst ist die Werbung und der Verkauf dieses Werks, dieses Kunstwerks. Das Gleichgewicht kann dabei ziemlich aus dem Lot geraten. Ich bin ehrlich und direkt: Ich vermisse es nicht, Dinge zu verkaufen. Ich fand das ziemlich seelenzerstörend.
Statt der endlosen Marketing-Touren habe sie sich lieber auf ihre eigentliche Arbeit, die Schauspielerei, konzentriert. Bei Dreharbeiten konnte sie alles andere vergessen, es sei wie eine »intensive Form der Meditation« gewesen. Es sei befreiend gewesen, doch der Druck habe dieses Erlebnis ziemlich getrübt. Auch für ein Wirken hinter der Kamera sei sie aktuell nicht bereit.
Die Grundlage des Lebens ist das Zuhause, Freunde und Familie. Ich glaube, ich habe so lange so hart gearbeitet, dass mein Leben irgendwie einen Tiefpunkt erreicht hat. Das Fundament ist weggebrochen, und damit auch mein Leben. [...] Wenn man das nicht hat, entsteht eine Art Manie, eine Art Panik, in der man von einem Projekt zum nächsten eilt, aus Angst vor der Leere dazwischen. Man merkt, dass man keinen Rhythmus im Leben hat.
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Filmemachen war für Emma Watson nicht immer so
Zum Anfang ihrer Karriere, als sie für die Harry-Potter-Filme vor der Kamera stand, konnte sie noch auf einem solchen Fundament aufbauen. Im Jay Shetty Podcast erinnert sich Watson an die Zeit der langjährigen Arbeit für die Kinderbuchverfilmung und wie anders die Schauspielkarriere für sie danach wurde.
Ich hatte bei Harry Potter die Vorstellung entwickelt, dass die Menschen, mit denen ich arbeitete, meine Familie sein würden und dass wir lebenslange Freunde werden würden. Ich kam zur Arbeit in der Hoffnung auf Freundschaft, und das war für mich außerhalb von Harry Potter und in Hollywood eine sehr schmerzhafte Erfahrung. Wirklich schmerzhaft, fast wie Knochenbrüche.
Die meisten Menschen dieser Branche kämen nicht in solche Umgebungen, um Freundschaften zu schließen, sondern um den großen Durchbruch zu schaffen. Über zwölf Jahre hinweg Filme zu drehen und dabei Teil einer Gemeinschaft zu sein, sei sehr ungewöhnlich gewesen.
Doch die Realität von Hollywood habe ihr gehörig »in den Hintern getreten.« Sie selbst sei aber einfach nicht für eine kompetitive Umgebung wie diese geschaffen. »Es hat mich gebrochen«, sagt sie unter Tränen.
Ganz gibt sie die Karriere aber noch nicht auf. Sie will immer Schauspielerin bleiben und ist offen dafür, eines Tages wieder zurück auf die Leinwand zu kehren.
Bis dahin ist sie aber auch abseits der Kamera gut beschäftigt. Gemeinsam mit ihrem Bruder führt sie aktuell ein eigenes Gin-Unternehmen, das nachhaltigen Gin aus recycelten Traubenschalen herstellt. Auch arbeite sie aktuell auch an einem Projekt, zu dem sie noch nicht viel verraten will. Nur so viel: so etwas habe sie bisher noch nie gemacht.
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