Glaubt ihr an den freien Willen? Sogenannte deterministischen Weltanschauungen gehen davon aus, dass jedes Ereignis von Vorbedingungen festgelegt ist. Aufbauend darauf wird dann auch argumentiert, unser freier Wille wäre nur eine Illusion und unsere Entscheidungen tatsächlich vorbestimmt durch Biologie, äußere Umstände und gemachte Erfahrungen.
Auch in Videospielen sind vermeintlich wichtige Entscheidungen manchmal nur ein billiger Trick. Egal was wir sagen oder tun, am Ende landen wir doch beim selben Ergebnis. Wir haben euch gefragt, welche Beispiele euch dafür einfallen und auf den Geist gehen. Das sind eure Antworten.
Wichtige Entscheidung? Von wegen!
Schauen wir mal an, was ihr so sagt. Wir haben schon Skyrim erwähnt, aber Bethesda-Spiele im Allgemeinen sind Gnuyokuhtoo bei Entscheidungen ein Dorn im Auge:
Generell die Bethesda-Rollenspiele. Bislang hieß es sowohl bei Elder Scrolls als auch bei Fallout immer alle Möglichkeiten und Enden sind Kanon, sie existieren parallel
. Selbst in der Fallout-Serie ist man meist sehr bemüht, nicht eine Version als definitiv gegeben hinzustellen (zum Beispiel existieren viele Fraktionen, die man im Spiel mehr oder weniger ausschalten konnte, dann doch noch irgendwie, sie tauchen wieder auf, bekriegen sich intern ohne endgültiges Ergebnis, etc.).
1:06:56
Fallout ist tot, lang lebe Fallout! Wie geht es nach Staffel 2 weiter?
Wanty hat dagegen zuallererst Splinter Cell: Pandora Tomorrow im Kopf:
Das Erste, was mir einfällt, ist die Aufzug-Szene in Splinter Cell: Pandora Tomorrow. Da musste man sich schnell entscheiden, ob man einen Befehl ausführt und eine Person erschießt oder nicht. Was wurde da viel drüber geredet. Es hat quasi Null Effekt.
Im Spiel werden wir per Funk angewiesen, eine unbewaffnete Verbündete namens Dahlia Tal zu erschießen. Leisten wir Folge, ist das Thema damit erledigt, andernfalls kehrt Dahlia später zurück - und versucht uns zu erschießen. So oder so erledigen wir die Verräterin und bekommen nur ein wenig Ärger, wenn wir nicht sofort zur Waffe greifen.
Die Entscheidungen von Witcher 2 müssen sich eigentlich - im Gegenteil dazu - nicht wegen mangelnder Auswirkungen verstecken: Immerhin gibt es zwei komplett unterschiedliche zweite Kapitel, je nachdem, wem wir uns nach dem ersten Drittel des Spiels anschließen. Das Problem für WilburWetter liegt jedoch an anderer Stelle:
The Witcher 2: Roche oder Iorveth anschließen. Für das Spiel hat es sehr große Konsequenzen, in The Witcher 3 spielt es absolut keine Rolle.
4:20
The Witcher 2: Das spektakuläre Intro des Rollenspiels sieht immer noch richtig gut aus
Relix hat auch noch ein überraschenderes Beispiel (allerdings mit einem Quäntchen Humor), nämlich Baldur's Gate 3:
Im Prinzip sind auch alle Entscheidungen Beziehungen und individuelle Lebensgeschichten betreffend in Baldurs Gate 3 völlig egal. Im guten Ende, wo man zum neuen Absoluten wird und die Party endlich von der Last ihres freien Willens und ihrer völlig bedeutungslosen kleinen Probleme befreit, dürfen sie alle ebenbürtig zu Füßen meines Tavs knien, völlig egal, ob man sie vorher geromanced hat oder nicht. ;)
Mit dieser Definition von gut
ist wahrscheinlich nicht jeder einverstanden. Aber mehr von euch können wahrscheinlich nachvollziehen, was StormTehSinner schlecht an den Pokémon-Spielen findet:
Im Vergleich zu dem, was ich nach und nach bei den neueren Pokémon-Spielen erlebe, sind für mich einige der genannten Spiele und Entscheidungen nicht mal soo für den Allerwertesten. Der Kontrast-Effekt regelt einfach, denn gefühlt wird mir bei den [Pokémon-]Spielen alle 30 Minuten eine Auswahl vorgesetzt, die sogar ganz offensichtlich schnurzpiepegal ist.
Ich spiele derzeit Legends Z-A und zuvor Scarlet und naja ... gefühlt sind da bei den meisten Fragen die Antwortmöglichkeiten deines Charakters annähernd identisch. DAS ist erst so richtig unnötig! Frei nach dem Motto: Willst du Team Rocket aufhalten?
Antwortmöglichkeiten: Ja!
, Natürlich!
und Auf jeden Fall!
An sich machen mir die Spiele trotzdem Spaß, aber das sind so die Momente, wo ich kurz mal inne halte und den Kopf schütteln muss, weils einfach so dermaßen unnötig ist.
Zu guter Letzt noch eine schwere Entscheidung - die aber eigentlich gar keine ist! Black?Rock Shooter erzählt vom Ende von The Whispered World, einem Abenteuer von Daedalic Entertainment:
The Whispered World den linken oder den rechten Spiegel zerschlagen (Spoiler: Er zerschlägt nur einen, bei dem anderen sagt der Erzähler
Sadwick sei sich zu unsicher. Beim zehnten Mal gibt es aber zumindest ein Achievement).
Spoiler-Warnung! Das Ende von The Whispered World gefällt längst nicht jedem. Denn das Spiel stellt uns nur scheinbar vor eine schwere Wahl. Unsere Hauptfigur Sadwick erkennt, dass sie in der realen Welt im Koma liegt und kann entweder aufwachen und zu ihrer Familie zurückkehren, oder aber in ihrer Fantasiewelt weiterleben.
Entscheiden wir uns aber für die Fantasiewelt, erklärt uns die Erzählerstimme einfach, das Sadwick das doch gar nicht möchte und wir müssen trotzdem in die reale Welt zurückkehren. Für die Special Edition des Spiels wurde dann doch noch ein alternatives Ende nachgeliefert und das ... ach, sucht danach einfach mal auf YouTube.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.